Bürgerantrag pro Hundewiese

Alexander Heim

Noch herrscht hier Zutrittsverbot: Aber, wer weiß, vielleicht lohnt es sich für Bello und Waldi schon bald, an den Stäben zum Abwasserwerk gerüttelt zu haben. Die Wiese wäre zum Spielen ideal. - © Alexander Heim
Noch herrscht hier Zutrittsverbot: Aber, wer weiß, vielleicht lohnt es sich für Bello und Waldi schon bald, an den Stäben zum Abwasserwerk gerüttelt zu haben. Die Wiese wäre zum Spielen ideal. (© Alexander Heim)

Borgholzhausen. Der Zeitpunkt war gut gewählt. »Hundstage« nennt man gemeinhin den Zeitraum zwischen dem 22. Juli und dem 23. August. Zum einen, weil dann die wärmsten Tage des Jahres zu erwarten sind. Zum anderen, weil das Sternbild Sirius – also der Hund – eine gewisse Rolle spielt.

Gut könnten demnächst die Sterne auch für all jene stehen, die sich eine Hundewiese in Borgholzhausen wünschen. Einen Ort, „an dem die Hunde frei laufen können und untereinander Sozialverhalten lernen", erläutert Torsten Schröder, einer der Initiatoren. Zum Gassi gehen nämlich ist diese Wiese nach Vorstellung derjenigen, die jetzt einen Bürgerantrag gestellt haben, keineswegs gedacht.

279 Unterschriften haben die Mitglieder der Initiative für eine Hundewiese mittlerweile gesammelt. Diese wurden nun ganz offiziell Bürgermeister Dirk Speckmann im Rathaus übergeben. Nebst Vorschlägen, wo überall eine solche Hundewiese denkbar wäre und welche konkreten Wünsche damit verbunden sind.

Offizielle Übergabe: Thorsten und Katrin Schröder, Christina Sudbrock, Kai Ziegert, Joachim und Marina Bzdega sowie Stefanie Ziegert überreichten jetzt Bürgermeister Dirk Speckmann eine offizielle Petition in Sachen Hundewiese. [ Hundewiese ] [ Petition ] - © Alexander Heim
Offizielle Übergabe: Thorsten und Katrin Schröder, Christina Sudbrock, Kai Ziegert, Joachim und Marina Bzdega sowie Stefanie Ziegert überreichten jetzt Bürgermeister Dirk Speckmann eine offizielle Petition in Sachen Hundewiese. [ Hundewiese ] [ Petition ] (© Alexander Heim)

„Klar haben wir Wünsche", räumt Torsten Schröder ein. „Aber jeder von uns ist froh, wenn wir überhaupt etwas erreichen." Denn ob der einjährige Mischling Balu, ob der dreijährige Monty oder Luna, mit 14 Jahren die Seniorin im Hundetrio – sie alle würden gerne einmal ohne Leine herumtollen können. Und miteinander spielen. „Viele Hunde haben eine Leinenaggressivität", weiß Christina Sudbrock, Mitarbeiterin der hiesigen Tierarztpraxis und Tierfotografin. Auch sie unterstützt die Initiative. „Sobald die Hunde nicht mehr angeleint sind, zeigen sie ein ganz anderes Verhalten", erläutert Stefanie Ziegert.

„Die Unterschriften machen klar: Es gibt einen Bedarf"

„Es gibt 892 angemeldete Hunde in Borgholzhausen", sagt Bürgermeister Dirk Speckmann. Rund 54.000 Euro nimmt die Stadt dadurch jährlich an Hundesteuer ein. „Die Unterschriften machen klar: Es gibt einen Bedarf." Der Bürgermeister zieht als Vergleich heran: „Wir haben 15 Kinderspielplätze im Ort – da könnten wir auch einen Hundespielplatz einrichten." Was es braucht, ist allerdings die richtige Fläche am richtigen Orte. Und die ist gar nicht so leicht zu finden.

„Rein theoretisch würde sich auch das Stadion eignen", sagt Joachim Bzdega augenzwinkernd. Auch die Wiese hinter dem Rathaus käme gut in Frage. Denn: „Das Areal sollte nicht unter 2.000 Quadratmeter groß sein", so Torsten Schröder, der Hundewiesen in Bielefeld oder Osnabrück zum Vergleich heranzieht. „Was wir auf jeden Fall brauchen, sind ein Mülleimer und ein Kotbeutelspender", führt er aus. Bänke für die Herrchen und Frauchen oder einzelne Spielgeräte für Fiffi und Waldi wären hingegen willkommener Luxus.

Mehrere Vorschläge macht die Initiative im Rahmen ihres Antrages, etwa bezüglich der großen Wiese am Abwasserwerk. Oder der Freifläche unterhalb des Bönker’schen Steinbruches. „Vielleicht starten wir mit einer einjährigen Probephase", schlägt Joachim Bzdega vor.

Nun wird es an der Politik liegen, ob sie auf den Hund kommt. Bereits im September wird dem Haupt- und Finanzausschuss der Antrag vorgelegt werden, ehe er auch in den Rat kommt. Dirk Speckmann weiß: „Es gibt keine Fläche, die perfekt ist. Aber das Gelände an der Kläranlage hätte Charme."

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