Haus Ravensberg nimmt keine neuen Bewohner mehr auf

Andreas Großpietsch

Haus Ravensberg: Erst wenn aus diesem Plan Realität geworden ist, wird das Pflegeheim des Roten Kreuzes in Borgholzhausen wieder seine volle Kapazität von 80 Betten ausschöpfen können. Ende 2019 soll es so weit sein. - © Visualisierung: Goldbeck-Bau
Haus Ravensberg: Erst wenn aus diesem Plan Realität geworden ist, wird das Pflegeheim des Roten Kreuzes in Borgholzhausen wieder seine volle Kapazität von 80 Betten ausschöpfen können. Ende 2019 soll es so weit sein. (© Visualisierung: Goldbeck-Bau)

Borgholzhausen. Bis die geforderte Quote von mindestens 80 Prozent Einzelzimmern erreicht ist, gibt es keine Neuaufnahmen mehr. Derzeit ist das Haus aber voll belegt. „Von den alten Menschen, die jetzt im Haus Ravensberg wohnen, wird niemand ausziehen müssen", nennt Christoph Lange-witz einen der wenigen positiven Aspekte in der derzeit durchaus problematischen Lage des Hauses Ravensberg. Freiwerdende Plätze dürfen dort jetzt nicht mehr belegt werden. Die wirtschaftliche Lages wird sich dadurch stetig verschlechtern.

Die Einschränkungen durch das Wohn- und Teilhabegesetz gelten erst ab dem 1. August. Zum 31. Juli aber wird das Haus bis zum letzten Bett belegt sein und das ändert sich nur, wenn einer der Bewohner seinen Aufenthalt beim DRK beendet. Dass dadurch die Erlöse sinken, während die Kosten nahezu gleich bleiben, ist beabsichtigt. Man kann die Maßnahme der Landesregierung durchaus mit der mittelalterlichen Daumenschraubenfolter vergleichen. Je länger es dauert, desto schmerzhafter wird das Verbot der erneuten Belegung von Zweibettzimmern in Seniorenheimen. Mindestens 80 Prozent aller angebotenen Plätze sollen in Einzelzimmern angeboten. In Borgholzhausen sind es derzeit nur 20 Prozent im Einzelzimmer.

Neuer Chef: Christoph Langewitz. - © Andreas Großpietsch
Neuer Chef: Christoph Langewitz. (© Andreas Großpietsch)

Doch Abhilfe ist ja bereits in Sicht oder besser gesagt, in Planung. Die Skizze oben zeigt das Bettenhaus mit 80 Zimmern, das direkt an der Wellingholzhausener Straße in Anbindung an das alte Haus Ravensberg errichtet werden soll. Im Neubau sind dann ausschließlich Einzelzimmer vorgesehen. Noch in diesem Jahr soll Baubeginn sein, Ende des kommenden Jahres wird mit der Fertigstellung gerechnet.

Das Haus Ravensberg ist übrigens nur eines von einem knappen Dutzend Seniorenheimen allein im Kreis Gütersloh, das von diesem Belegungsverbot betroffen ist. Die vom Land gesetzte Frist wurde einmal um mehrere Jahre verlängert, doch jetzt gibt es kein Pardon mehr.

Saumseligkeit ist dabei allerdings nicht die Ursache, warum so viele Einrichtungen noch nicht in Einzelzimmer investiert haben. „Die Abschreibung und die Finanzierung sind für längere Zeiträume berechnet gewesen als sie jetzt eingehalten werden", nennt Christoph Langewitz den entscheidenden Grund. Das bedeutet, dass mit jedem Tag, an dem ein Heim zu den alten Bedingungen läuft, der Verlust ein wenig geringer wird.

Am Beispiel des Hauses Ravensberg wird das Dilemma deutlich. Dort gibt es Zweibettzimmer, deren Größe inklusive Badezimmer zwischen 22 und 26 Quadratmetern liegt, Für Einzelzimmer gilt eine Mindestgröße von 16 Quadratmetern, wobei es meistens etwa 18 Quadratmeter sind.

Ein Umbau ist in wirtschaftlichem Rahmen schon allein aufgrund dieser Gegebenheiten nicht möglich. Hinzu kommen noch die von den Bewohnern zwar sehr geschätzten, aber mit modernen Brandschutzanforderungen nicht zu vereinbarenden Wintergärten über mehrere Etagen. Diese Probleme des Altbaus werden allerdings erst in einem künftigen Investitionsschritt gelöst werden können, für den es derzeit nur Ideen gibt.

Besonders getroffen von der Regelung sind im Augenblick die Menschen, die Kurzzeitpflegeplätze im Haus Ravensberg nutzen wollen. Das ist ab dem 1. August nicht mehr möglich. „Wir mussten sogar bestehende Verträge wieder rückgängig machen", erklärt Christoph Langewitz.

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