Das Gewässer am Stadion in Pium hat jetzt einen Namen

Andreas Großpietsch

Wo ist er bloß geblieben? Das Bachbett und der Rohrdurchlass, in dem der Piumer Bach mündet, sind groß genug für die Fluten eines Hochwassers, das nur alle 100 Jahre vorkommt. Im Augenblick ist der Bach allerdings fast vollkommen ausgetrocknet. - © Andreas Großpietsch
Wo ist er bloß geblieben? Das Bachbett und der Rohrdurchlass, in dem der Piumer Bach mündet, sind groß genug für die Fluten eines Hochwassers, das nur alle 100 Jahre vorkommt. Im Augenblick ist der Bach allerdings fast vollkommen ausgetrocknet. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Matthias Wennemann ist Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgebung, er ist Biologe und lebt davon, Biotope, vor allem Bachsysteme, ökologisch zu bewerten. Und Borgholzhausener ist er auch noch. Deshalb drückte er die Wahrheit über den ökologischen Erfolg der Renaturierung des Piumer Bachs auch eher vorsichtig aus und machte Hoffnungen, dass sich dort künftig etwas noch Vorzeigbareres entwickelt.

Dankeschön für die Kreativen: Das sagt Bürgermeister Dirk Speckmann (links) den beiden Namensgebern Michael Giannotti (rechts) und Klaus-Peter Spyra. Beide hatten unabhängig voneinander die Bezeichnung Piumer Bach vorgeschlagen. - © Andreas Großpietsch
Dankeschön für die Kreativen: Das sagt Bürgermeister Dirk Speckmann (links) den beiden Namensgebern Michael Giannotti (rechts) und Klaus-Peter Spyra. Beide hatten unabhängig voneinander die Bezeichnung Piumer Bach vorgeschlagen. (© Andreas Großpietsch)

Wobei die Optik schon jetzt ganz überzeugend ist. Davon verschafften sich am Samstag rund 20 Frauen, Männer und Kinder auf einer Wanderung zu den Quellen der Borgholzhausener Fließgewässer einen Eindruck. Dabei verbrachten sie gut zwei ebenso lehrreiche wie interessante Stunden. Und das in einer Gegend von solch landschaftlicher Schönheit, dass sie den Vergleich mit mancher Urlaubsregion nicht scheuen muss, obwohl sie direkt neben der Stadt liegt. In den nächsten Tagen stellen wir sie noch detaillierter vor.

Heute soll es erst einmal da-rum gehen, dass sich Borgholzhausen auf den Weg gemacht hat, den Zustand seiner Fließgewässer zu verbessern. Und dazu gehört auch, Verrohrungen zu entfernen und der Natur eine Chance zu geben. Außerdem gehört sicher auch dazu, dass aus dem »Namenlosen Gewässer Nr. 7« ein stolz »Piumer Bach« genanntes Bächlein wird. Das allerdings derzeit fast vollständig ausgetrocknet ist.

Piumer Bach als neuer Name wurde gleich doppelt vorgeschlagen

Was dazu führt, dass dort auch kaum Tiere anzutreffen sind. Die Pflanzenwelt entwickelt sich aber schon ganz gut. Sehr junge Erlen und Weiden stehen am Ufer des neuen alten Baches. Sind sie erst so groß, dass sie dem Bach Schatten spenden, sorgen ihre Wurzeln für einen dauerhaft höheren Wasserstand. Sagt jedenfalls Matthias Wennemann, der Gewässer- und Pflanzenexperte, der im Zuge der Wanderung auch den Beweis dafür antritt.

Klaus-Peter Spyra - © Stadt Borgholzhausen
Klaus-Peter Spyra (© Stadt Borgholzhausen)

Bürgermeister Dirk Speckmann verspricht bei der kleinen Namenszeremonie im Anschluss an die Exkursion zu den Quellen, dass sich die Stadt auch weiterhin um die Verbesserung des Zustands ihrer Fließgewässer kümmern wird. Er freut sich über die große Zahl der Teilnehmer am Namenswettbewerb, bei dem es viele originelle Vorschläge, aber nur einen Sieger gab, der ohne Gegenstimme blieb: den Piumer Bach.

Michael Giannotti und Klaus-Peter Spyra schlugen beide unabhängig voneinander diese Bezeichnung vor. Als kleines Dankeschön bekamen sie eine Auswahl leckerer Küchenkräuter und die Gewissheit, für eine echte Neuerung in Pium gesorgt zu haben.

Denn obwohl die Stadt ganz allgemein unter diesem Spitznamen bekannt ist, gab es bislang keine offizielle Würdigung von »Pium« als Begriff, der sich in Form einer Straßen- oder Landschaftsbezeichnung in offiziellen Nachschlagewerken finden ließe.

Das wird künftig anders sein. Wann es am Piumer Bach aber wieder einen Bolzplatz gibt, der den Namen verdient, ist offen. Es gibt Bedenken der Verwaltung, jetzt schon ein zweites Tor am Bach aufzustellen. Erst sollen sich die Gehölze dort entwickeln. Derzeit steht nur ein Tor am Wall des Stadions. Aber so ist das nicht mal ein halber Bolzplatz.

Kommentar: Eigentor

Es wird sicher gute und vielleicht auch vernünftig klingende Gründe geben, warum der Bolzplatz am Haller Weg erst in ein paar Jahren wieder mit zwei Toren ausgestattet sein soll. Und doch sind sie nicht stichhaltig. Es gab ein klares Versprechen an die Nutzer, die gegen die Ausweisung von drei Bauplätzen eine nicht eben kleine Zahl von Unterschriften sammelten, um ihren Platz behalten zu können. Ihnen wurde eine verkleinerte Version eines Bolzplatzes versprochen und an dieses Versprechen sollte man sich halten. Auch, wenn es vielleicht mehr Aufwand zum Beispiel in Form eines zusätzlichen Fangnetzes erfordert. Beim Spiel auf ein Tor ist die Gefahr groß, dass ein Eigentor geschossen wird.

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