Opfer von Feuer und Wasser

Andreas Eickhoff,Andreas Großpietsch

Schwere Schäden: Dachboden und erster Stock wurden von den Flammen in Mitleidenshaft gezogen, während im Erdgeschoss und im Keller große Mengen Wasser für Schäden sorgten. - © Andreas Großpietsch
Schwere Schäden: Dachboden und erster Stock wurden von den Flammen in Mitleidenshaft gezogen, während im Erdgeschoss und im Keller große Mengen Wasser für Schäden sorgten. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Frank Wiedey wirkt einigermaßen gefasst, als am Mittwoch gegen 13 Uhr die letzten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Borgholzhausen von der Brandstelle an der Ostbarthauser Straße in Borgholzhausen abrücken. Einsatzleiter Marcus Linse hat zuvor noch einen letzten prüfenden Blick in das schwer geschädigte Gebäude geworfen und den Gashahn im Keller abgedreht. Denn so viel ist klar: Gas wird hier so schnell nicht mehr gebraucht – das Haus ist bis auf Weiteres unbewohnbar.
Ob es eine Sanierung geben kann oder ob gar der Abriss droht, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht auszumachen. Es war um 6.30 Uhr am Mittwoch, als Frank Wiedey, der in der Erdgeschosswohnung lebte, von lauten Geräuschen geweckt wird und beim Blick aus dem Fenster erste Dachziegel sieht, die in den Garten fallen.

70 Feuerwehrleute und zwei Drehleitern gegen das Feuer

Es gelingt ihm noch, einige wichtige Habseligkeiten aus dem Haus zu holen, ehe die Rettungskräfte das Kommando übernehmen. Der Mieter der oberen Wohnung ist zum Glück nicht anwesend, er ist für ein paar Tage verreist.
Zunächst sind es dann die Feuerwehrleute der beiden Borgholzhausener Löschzüge, die den Kampf mit den Flammen aufnehmen. Kurz danach rücken weitere Einsatzkräfte von den Feuerwehren in Bockhorst, Halle und Dissen an. Rund 70 Einsatzkräfte sind schließlich vor Ort.
„Wie schnell die Feuerwehr, die Polizei und die Rettungssanitäter hier waren, das war schon sehr beeindruckend", sagt Frank Wiedey. Und er vergisst auch nicht, den insgesamt 70 Helfern, die gestern vor Ort waren, für ihren Einsatz zu danken. Doch trotz ihres Einsatzes scheint das Gebäude wohl nur noch eine Ruine zu sein.
„Als wir kamen, brannte der vordere Teil des Dachstuhles bereits in voller Ausdehnung", schildert Marcus Linse. Ein Löschangriff im Haus scheitert, weil die Einsturzgefahr zu groß ist. Von außen ist dem Feuer wirksam nur über Drehleitern beizukommen. Diese Spezialfahrzeuge werden aus Halle und aus Dissen zur Hilfe gerufen.
Die ersten Löschangriffe erfolgen mit dem Wasser aus den Tankwagen. Es dauert einige Zeit, bis die jeweils 500 Meter langen Leitungen zum nächsten Hydranten in der dünn besiedelten Gegend gelegt sind. Später zapft der Löschzug Bockhorst noch einen nahegelegenen Teich an.
Der immense Löschwassereinsatz ist nötig, weil das Feuer in großer Ausdehnung brennt. Die Feuerwehr muss auch den größten Teil der Dachpfannen mit Einreißhaken vom Dachstuhl holen, um an die versteckten Glutnester zu gelangen.
Wie alt das Gebäude wirklich ist, kann auch der Besitzer nicht sagen. Drei Seiten des Mauerwerks sind aus Bruchstein, eine aus Fachwerk. Das ganze Haus ist mit roten Klinkersteinen verkleidet. „Mein Vater hat viele Jahre an diesem Haus gebaut", sagt Frank Wiedey.
Nur wenige Stunden hat es gedauert, bis daraus eine Ruine geworden. Der Wasserschaden ist ebenso immens wie der durch das Feuer. Die Polizei nahm ihre Ermittlungen auf und hält eine Spätfolge des heftigen Gewitters am Vorabend für eine mögliche Ursache des Großbrandes.

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