Feuerwehrübung: Im Ernstfall nicht zögern

Anke Schneider

Versorgung: Simon Bartholomäus und Jessica Birkhahn vom Rettungsdienst des Kreises Gütersloh kümmerten sich um die Opfer. - © Anke Schneider, HK
Versorgung: Simon Bartholomäus und Jessica Birkhahn vom Rettungsdienst des Kreises Gütersloh kümmerten sich um die Opfer. (© Anke Schneider, HK)
Bergung: Nach und nach wurden die Verletzten mit der Drehleiter aus dem vernebelten Haus geholt. Fotos: Anke Schneider - © Anke Schneider, HK
Bergung: Nach und nach wurden die Verletzten mit der Drehleiter aus dem vernebelten Haus geholt. Fotos: Anke Schneider (© Anke Schneider, HK)

Borgholzhausen. Als die Löschfahrzeuge und die Drehleiter aus Dissen mit Blaulicht und Martinshorn angefahren kamen, ging manchem Nachwuchsfeuermann und mancher Nachwuchsfeuerwehrfrau das Herz auf. Die Jugend des Löschzugs Borgholzhausen Bahnhof hatte für die befreundete Jugend aus Lößnitz eine große Übung vorbereitet. Das Objekt des Trainings war ein leerstehendes Haus nahe der Versmolder Straße, das bald abgerissen werden soll. Es galt, in dem verqualmten Gebäude sechs verletzte Personen zu finden.

Recht unsortiert zeigte sich die Schar aus 15 Kindern und Jugendlichen aus Lößnitz und 20 Kindern und Jugendlichen aus Borgholzhausen am Anfang. Sie mussten überlegen, wie die Fahrzeuge zu parkensind, damit sie sich nicht im Weg stehen. „Wir haben die Jugendlichen auf zwei Löschzüge aufgeteilt", sagte Stadtbrandmeister Udo Huchtmann, der das ganz aus sicherer Entfernung beobachtete. Und schließlich musste auch noch die Drehleiter und das Fahrzeug des Rettungsdienstes Platz finden.

Mit Atemschutzanzügen ausgerüstet machten sich die jungen Feuerwehrleute auf die Suche. Als Zugang zum Haus diente ein verqualmter Kellereingang. Der stellvertretende Löschzugführer Alexander Schlüter und 15 Weitere Begleitpersonen aus Lößnitz und Pium sorgten dafür, dass Ordnung in die Abläufe kam. Und auch dafür, dass Unentschlossene am Rand in die Abläufe eingegliedert wurden. Geleitet wurde die Übung von Jugendfeuerwehrwart Christian Fißmeyer.

Es dauerte schließlich nicht lange, bis der erste Verletzte gefunden war und auf einer Trage aus dem Haus gebracht wurde. Die Mimen vom DRK waren vorher so täuschend echt geschminkt worden, dass zufällig anwesende Zaungäste erschrocken fragten, ob das wirklich alles nur Spaß sei. Die übrigen fünf Verletzten befanden sich in der ersten und zweiten Etage und mussten über die Drehleiter gerettet werden. Mit aufgeschminkten Verbrennungen im Gesicht und am Körper kletterten sie hustend und weinend in den Korb der Drehleiter. Nachdem alle Verletzten geborgen waren, begann der Löschangriff auf das Gebäude. Von allen Seiten und auch von innen wurde es unter Wasser gesetzt. Am Ende waren die Organisatoren zufrieden mit dem Ablauf, darunter auch Niklas Löffeld, der die Übung ausgearbeitet hatte. Es läuft super und sie haben ihren Spaß", so Udo Huchtmann.

Die Übung am Borgholzhausener Bahnhof war der Abschluss von insgesamt drei »Berufsfeuerwehrtagen«, die es in sich hatten. Berufsfeuerwehrtage deshalb, weil das Leben in einer Berufsfeuerwehr nachgestellt wird. Die Jugendlichen hielten sich von Donnerstag bis Samstag im Gerätehaus des Löschzuges Bahnhof auf, wie es die Mitglieder der Berufsfeuerwehr in drei Schichten auch tun. Wenn der Alarm losgeht, müssen die Kräfte ausrücken.

In den drei Tagen hatten die Jugendlichen zahlreiche Einsätze. Mal mussten sie einen erschöpften Wanderer mit einer Trage aus gebirgigem Waldgelände holen, mal eine unter schwerem Geräte eingeklemmte Person befreien. Es gab einen echten Einsatz an einer brennenden Mulde und an einem Feuerkorb im Garten. Weiterhin gab es Einsätze wie das Abstreuen einer Ölspur oder die Suche nach Vermissten in einer vernebelten Garage.

Neben den Einsätzen starteten die Kinder und Jugendlichen auch einige Ausflüge. Sie besuchten die die Berufsfeuerwehr in Ibbenbüren, die Meyer-Werft in Papenburg und die Firma Schlingmann in Dissen. Am Sonntag reisten die Lößnitzer wieder nach Hause – um viele Erfahrungen und Eindrücke reicher. Erst in zwei Jahren werden sich die Jugendlichen wiedersehen. Dann werden – dem festgelegten Rhythmus folgend, die Nachwuchskräfte aus Pium ins Erzgebirge reisen.

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