Einbruchstour im Altkreis: Gefängnis für „dilettantischen“ Dieb

Nils Middelhauve

Symbolfoto - © Sebastian Duda - Fotolia
Symbolfoto (© Sebastian Duda - Fotolia)

Borgholzhausen/Bielefeld. Die Redensart, der zufolge man sich im Leben stets zweimal sehe, wird der ein oder andere Richter sicherlich gerne um das Wort „mindestens" ergänzen: Bereits 2015 hatte das Bielefelder Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richterin Kirsten Reichmann den 36-jährigen Ingo O. (Name geändert) wegen mehrerer Diebstähle zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Nach einer abermaligen Einbruchsserie im Altkreis Halle stand O. nun abermals in Bielefeld vor Gericht. Richterin Reichmann und ihre beiden Schöffen verurteilten ihn nun zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten.

Ingo O. raucht seit etwa 20 Jahren Marihuana, später kam auch der Konsum von Amphetamin hinzu. Erwartungsgemäß bereitete die Drogenabhängigkeit dem aus Borgholzhausen stammenden Mann stetig größer werdende Probleme: Er verlor seinen Job und beging Straftaten, um die Sucht zu finanzieren.

Im Mai 2015 verurteilte das Bielefelder Amtsgericht den heute 36-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe. Die Bewährung widerrief Richterin Reichmann jedoch, da O. seine in dem Urteil angeordneten Arbeitsauflagen nicht erfüllte. Folglich musste er seine Strafe absitzen.

Dies sollte eigentlich im offenen Vollzug geschehen, doch brachte sich O. auf recht dumme Weise um diese Vergünstigung: Als er sich nach seiner Festnahme im August 2016 zum Haftantritt meldete, fanden Justizangestellte Marihuana in seinem Besitz. Mittlerweile befindet sich O., der zwischenzeitlich vom Amtsgericht in Halle wegen Betrugs zu einer viermonatigen Haftstrafe verurteilt wurde, allerdings doch im offenen Vollzug in Bielefeld-Senne.

Die Zeit dort wird nun voraussichtlich noch verlängert werden: Wegen einer Serie von Einbrüchen und Diebstählen verurteilte das Bielefelder Amtsgericht O. unter Einbeziehung des Haller Urteils zu der erwähnten Freiheitsstrafe. In der Zeit von März bis zum August 2016 war der Angeklagte mehrfach in Werther, Halle, Steinhagen und Borgholzhausen in Häuser und geparkte Autos eingedrungen, um vermeintlich Stehlenswertes mitgehen zu lassen.

Dabei war er nicht gerade wählerisch und ging – so seine Verteidigerin Katrin Schmitt – dabei auch noch äußerst dilettantisch vor. So entwendete er aus einer Wohnung lediglich einen Fischereischein. Dieser besaß noch nicht einmal auf dem Schwarzmarkt irgendeinen Wert und wurde – wie der Großteil des Diebesguts – in O.s Wohnung sichergestellt. Der Schaden, der bei den insgesamt neun Taten entstanden war, hielt sich daher in überschaubarem Rahmen.

Dass O. bei einigen seiner Einbrüche ein Fahrrad nebst Anhänger als Flucht- und Transportmittel mit sich führte, erschwerte eine erfolgreiche Ausführung darüber hinaus noch zusätzlich: Weder war das Vehikel unauffällig, noch sonderlich schnell.

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