DRK-Bettenhaus mit 80 Plätzen geplant

Kerstin Spieker

Das DRK-Haus Ravensberg aus Luftperspektive - © Ulrich Fälker
Das DRK-Haus Ravensberg aus Luftperspektive (© Ulrich Fälker)

Borgholzhausen . Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und eine gewisse Ästhetik – drei Wünsche auf einmal soll die Planung für das neue Bettenhaus der DRK-Pflegeeinrichtung Haus Ravensberg erfüllen. Anders als in der Werbung für eine eiförmige Süßigkeit allerdings sollte das Ergebnis dann aber auch gar nichts mehr mit Überraschungen zu tun haben. Dr. Michael Kehler-Poljak von der Firma Goldbeck ist sicher, dass seinem Haus genau das gelungen ist. Eine Ansicht, die offenbar die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses teilen, denn sie votierten einstimmig dafür, dem Projekt das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

Quote bei Einzelzimmern muss sich „komplett umkehren"

Das Bauprojekt des DRK war am Donnerstag der einzige Punkt auf der Tagesordnung des Fachausschusses. Eile ist geboten bei der Umsetzung der Pläne für das neue 80-Betten-Haus. Denn ab August schreibt das Gesetz für Einrichtungen wie das Haus Ravensberg zwingend eine Einzelzimmerquote von 80 Prozent vor. Derzeit liegt sie bei der Einrichtung am Blömkenberg bei 20 Prozent. „Sie muss sich also komplett umkehren", machte Ausschussvorsitzender Arnold Weßling (CDU) deutlich.

Natürlich traf die Gesetzesnovelle das DRK nicht aus heiterem Himmel. Wohin die Reise in dieser Angelegenheit gehen würde, war den Verantwortlichen schon lange klar. Jahrelang hatten sie versucht, eine wirtschaftlich darstellbare Planung auf die Beine zu stellen. Dabei war der Ansatz ein Umbau des Bestandes. Er erwies sich als nicht praktikabel.

Die Lösung besteht nun in einem komplett neuen Bettenhaus zwischen der Wellingholzhauser Straße und dem bereits bestehenden Gebäudekomplex des Hauses Ravensberg. Die Bewohner der Einrichtung ziehen nach Fertigstellung des Neubaus aus dem alten Gebäude einfach rüber in ihre neuen Zimmer. Der Plan der Firma Goldbeck sieht eine Erschließung des Neubaus von der Wellingholzhauser Straße über das Untergeschoss vor. Mit dem Fahrstuhl geht es in das Erdgeschoss und von dort aus gibt es einen ebenerdigen Übergang in das Bestandsgebäude. Angesichts der topographischen Lage des zur Verfügung stehenden Areals stellte das Gesamtpaket für die Planer „durchaus eine Herausforderung dar", wie Dr. Kehler-Poljak einräumte.

An insgesamt drei Stellen überschreitet der Gebäudekörper denn auch das vorgesehene Baufenster. Im Teilbereich des Staffelgeschosses wird die zulässige Gebäudehöhe überschritten. „Weil wir das gesamte Bettenhaus rollstuhlgerecht geplant haben, stieg das notwendige Volumen des Gebäudes um rund 15 Prozent", erklärte Kehler-Poljak im Ausschuss. Der gab trotzdem grünes Licht für die Baupläne. Und segnete damit zudem den Wegfall eines schützenswerten Gehölzstreifens entlang der Wellingholzhauser Straße ab. Hier sollen Parkplätze entstehen, die an anderer Stelle durch den Neubau wegfallen. Kompensiert werden soll der Wegfall der Gehölze durch eine Neuanpflanzung auf dem DRK-Gelände.

Weitere Parkplätze sollen offenbar auf einem noch anzukaufenden Areal entstehen, wenn die Nachnutzung der zwei im Bestandsgebäude frei werdenden Geschosse geregelt ist. Denkbar sind hier Seniorenwohnungen oder die Einrichtung eines Hospizes.

Passend zum Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Regelung ist mit der Fertigstellung des neuen Bettenhauses natürlich nicht zu rechnen. Auf der Grundlage der genehmigungsreifen Bauplanung allerdings kann das DRK jetzt seine Kredite beantragen und dann, wie derzeit geplant, im Sommer mit den Bauarbeiten beginnen.

Carl-Heinz Beune von den BU stimmte zwar ebenfalls für die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens, fand aber auch noch einmal mahnende Worte: „Wir sollten uns bewusst sein, dass das ein ganz schöner Brocken ist, den wir da hinsetzen."

Copyright © Haller Kreisblatt 2018
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.