Mehr Brutto-Fläche für den Netto-Markt in Borgholzhausen

Andreas Großpietsch

Friedlich und still: Der Eindruck täuscht. Eine Ruhe, wie auf diesem Foto, ist nur an Sonntagen auf der Alleestraße zu finden. Ansonsten konkurrieren Autos, Fahrräder und Fußgänger um den zu knappen Verkehrsraum. Ein Workshop soll neue Gestaltungsideen generieren. - © Ulrich Fälker
Friedlich und still: Der Eindruck täuscht. Eine Ruhe, wie auf diesem Foto, ist nur an Sonntagen auf der Alleestraße zu finden. Ansonsten konkurrieren Autos, Fahrräder und Fußgänger um den zu knappen Verkehrsraum. Ein Workshop soll neue Gestaltungsideen generieren. (© Ulrich Fälker)

Borgholzhausen. „Ich habe Verständnis für die vorgebrachten Anregungen und finde manche Idee ja auch gar nicht schlecht. Aber wenn ich zur Firma Netto komme, bin ich als Mittelständler dort nicht der Koch, sondern der Kellner", sagt Markus Klekamp. Er plant den Neubau eines Netto-Marktes in der Borgholzhausener Innenstadt und braucht zur Verwirklichung dieses Vorhabens ein Grundstück, das der Stadt gehört.

Es befindet sich grob gesagt vor dem Campo-Gebäude und wird heute als öffentlicher Parkplatz genutzt. Ohne dieses Grundstück aber, so hat Klekamp es in der Sitzung des Ausschusses für Planungs- und Bauangelegenheiten erklärt, brauche er seine Pläne nicht weiter zu verfolgen. 70 Parkplätze seien schlicht das Minimum, das der »Marken-Discount« verlangt.

Netto will nicht mehr Platz für mehr Waren, sondern für ein gutes Gefühl bei den Kunden

Deshalb sei auch mehr als die nicht unbedingt üppig geplante Eingrünung des Geländes nicht machbar, meinte auch Architekt Jörg Krause, der für die Planung verantwortlich zeichnet. Ein Grund dafür ist auch in den neuen Vorgaben zu suchen, die Netto den Vermietern macht. Parkplätze wurden früher mit einer Breite von 2,50 Metern ausgeführt, doch heute sind es wenigstens 20 Zentimeter mehr.

Außenansichten: So sieht ein Penny-Markt heute aus. Oben der Blick von der Kaiserstraße, unten der Eingang. - © Andreas Großpietsch
Außenansichten: So sieht ein Penny-Markt heute aus. Oben der Blick von der Kaiserstraße, unten der Eingang. (© Andreas Großpietsch)

„Family-Vans und die modernen Geländewagen sind sehr beliebt und sehr breit", erinnerte Krause. Der Hang zur Großzügigkeit setzt sich auch im Inneren fort. Die Regale sollen niedriger, die Gänge dazwischen breiter sein als bislang. Dieser Trend zur Wohlfühlatmosphäre beim Einkauf ist nicht typisch für Netto, sondern heute allgemeiner Trend – wie es zum Beispiel auch die Entwicklung beim Aldi-Konzern zeigt.

Die kleine Planskizze rechts zeigt auch die architektonische Veränderung bei Netto, die vom früheren »Modell Schuhschachtel« doch ein wenig abweicht. So gibt es einen deutlich hervorgehobenen Eingangsbereich in Glasausführung und auch ein Pultdach soll für ein etwas ansprechenderes Aussehen sorgen.

Ausschuss erteilt Zustimmung zu Verhandlungen über Grundstücksverkauf

Immerhin gehört ein Pultdach zum Forderungskatalog der Stadt, den Bürgermeister Dirk Speckmann in die Verhandlungen mit dem Investor mitnehmen soll. Bei zwei Nein-stimmen von Astrid Schütze (BU) und Markus Kemper (Grüne) sowie neun Jastimmen der übrigen Mitglieder entschied der Ausschuss, dass die Verhandlungen über den Verkauf starten können.

Speckmann versprach, bis zur Ratssitzung am Donnerstag, 8. Februar, einen Sachstand aus den Gesprächen zu liefern. Heute Abend tagt ab 18 Uhr bereits der Haupt- und Finanzausschuss im Rathaus. Auf dessen Tagesordnung für den nichtöffentlichen Teil steht ebenfalls das Thema Grundstücksverkauf, doch vermutlich sei die Zeit zu kurz, um schon ein Ergebnis erzielt zu haben, meinte Speckmann.

Zu den städtischen Forderungen gehört auch die Schaffung neuer öffentlicher Parkplätze auf Kosten des Investors. Sie sollen am unteren Ende der Bergstraße entstehen, wo Klekamp sich bereits ein Grundstück gesichert hat. Eine Querungshilfe für die Ortsdurchfahrt gehört auch dazu.

Immerhin in einem Punkt sicherte Markus Klekamp bereits im Ausschuss zu, dass sich auch Netto mit der Idee anfreunden könnte: der Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Dass es leicht nach Norden hin abfällt, sei angesichts der Größe des Daches kein besonderer Nachteil. Und für genügend Stromverbrauch ist bei einer solchen Immobilie wohl immer gesorgt.

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