Sie machen Oldtimer wieder flott

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Spezialisten: Die Firma Mobilium in Borgholzhausen kümmert sich um alte und hochwertige Fahrzeuge. - © Detlef Hans Serowy, HK
Spezialisten: Die Firma Mobilium in Borgholzhausen kümmert sich um alte und hochwertige Fahrzeuge. (© Detlef Hans Serowy, HK)

Borgholzhausen-Bahnhof. Nicht nur der Preis macht ein altes Fahrzeug wertvoll. „Es gibt Liebhaber, die halten den Wagen ihres Großvaters in Ehren, obwohl der vielleicht nur 5000 Euro wert ist", weiß Holger Kottemann. Der 36-jährige Kaufmann aus Versmold ist Inhaber der Mobilium GmbH in Borgholzhausen-Bahnhof und kennt sich mit Oldtimern aus.

Verwandlung: Der Umbau dieses VW Bullis vom Typ 1 in das Sondermodell »Samba« steht noch am Anfang. Nach den Karosseriearbeiten muss die Kabine vollständig entrostet werden. - © Detlef Hans Serowy, HK
Verwandlung: Der Umbau dieses VW Bullis vom Typ 1 in das Sondermodell »Samba« steht noch am Anfang. Nach den Karosseriearbeiten muss die Kabine vollständig entrostet werden. (© Detlef Hans Serowy, HK)

Seit zwei Jahren bietet Kottemann mit seinem Team spezialisierte Dienstleistungen rund um historische Fahrzeuge an. „Mein Vater Fritz Kottemann hat Oldtimer gesammelt und ich habe mich schon als Kind dafür begeistert." Holger Kottemann fährt mit sechs Jahren „schon über den Acker" und schraubt früh an Autos herum.

„Oldtimer muss man ständig fahrbereit halten"

„Oldtimer muss man ständig fahrbereit halten", beschreibt er die zentrale Herausforderung dieses Hobbys. Als er einmal mit seiner Lebensgefährtin Christina Eversmann ausfahren will, ist keines seiner Autos fahrbereit. „Aus beruflichen Gründen fehlte mir damals die Zeit zum Schrauben."

Kottemann ärgert sich nicht lange über die verlorene Ausfahrt. Er hat stattdessen eine Geschäftsidee. Es müsse anderen Sammlern ja auch so gehen wie ihm, denkt sich der Unternehmer und entwickelt zusammen mit seinem heutigen Werkstattleiter Mike Zobel das Konzept von Mobilium.

„Wir bieten Abstellraum für hochwertige Fahrzeuge, Transport, Service, Restaurationen, Lackierungen und Aufbereitungen", fasst Holger Kottemann das Programm zusammen. „Es ist alles organisch gewachsen", erklärt Lebensgefährtin Christina Eversmann, die für die Buchhaltung verantwortlich zeichnet.

Mit Lagerung und Service geht es 2015 los. Die Lackierarbeiten anderer Firmen stellen Kottemann „nicht richtig zufrieden". Deshalb baut er sich eine eigene Lackiererei. Die Aufbereitung wertvoller Fahrzeuge will er nicht gern in fremde Hände geben und hat auch diese Dienstleitung in seine Firma integriert.

„Oldtimer dürfen nicht in Scheunen stehen", betont Holger Kottemann. Dabei könnten „Lagerspuren" entstehen, die sich erheblich auf den Wert auswirkten. In seinem 2200 Quadratmeter großen Firmengebäude gibt es deshalb Einzelgaragen für mehrere Fahrzeuge und einen Sammelabstellplatz.

Bereit für die Spritzkabine: Dieser Roadster vom britischen Hersteller MG wurde vollständig zerlegt, um ihn von Grund auf neu aufzubauen. Die Karosse wird bald lackiert. - © Detlef Hans Serowy, HK
Bereit für die Spritzkabine: Dieser Roadster vom britischen Hersteller MG wurde vollständig zerlegt, um ihn von Grund auf neu aufzubauen. Die Karosse wird bald lackiert. (© Detlef Hans Serowy, HK)

„Diskretion ist oberstes Gebot", betont der Inhaber. Niemand außer dem Eigentümer und den Mitarbeitern bekommt die Autos zu Gesicht. Möchte ein Mieter vom Sammelabstellplatz ausfahren, dann wird ihm das Auto in einem speziellen Abholraum bereitgestellt. Die Abstellbereiche sind – wie auch das Firmengelände – speziell gesichert, temperiert und belüftet.

Werkstattleiter Mike Zobel sorgt mit seinem Team für den Service. „Wir sind im Prinzip eine normale Werkstatt", sagt der Inhaber. Der TÜV kommt ins Haus und es könnten auch Inspektionen für ganz gewöhnliche Autos durchgeführt werden. Stattdessen steht auf einer der Hebebühnen ein Ferrari mit ausgebautem Motor. „Wir warten auf Ersatzteile."

Daneben wird ein historischer Range Rover „komplett neu aufgebaut". Der sei anschließend besser als im Neuzustand, ist Holger Kottemann überzeugt. Im Karosseriebau verwandelt sich gerade ein alter VW Bulli vom Typ T 1 in das beliebte und rare Sondermodell »Samba«. „Das ist ein sehr aufwendiges Projekt."

„Anspruchsvolle Arbeiten vertragen keinen Zeitdruck"

In der Lackiererei tauschen sich Meister Ralf Horstmann und der Auszubildende Brian Kathke über einen Roadster von MG aus, dessen Rohkarosse auf die Lackierung vorbereitet wird. Ein Jaguar E-Type und ein Fiat 500 warten ebenfalls auf neuen Lack. „Anspruchsvolle Arbeiten vertragen keinen Zeitdruck", so Holger Kottemann.

Das ist auch die Philosophie von Dirk Duwenbeck. Der „Künstler an der Poliermaschine" spürt sich in den Lack der wertvollen Karossen hinein und produziert mit viel Sachverstand und hochwertigen Pflegemitteln Ergebnisse, „die man kaum glauben kann", so Holger Kottemann.

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