Hannerle Mensen wurde vergraben

60-jähriger Mann steht unter Verdacht

Anke Schneider

Gewaltverbrechen: Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln zurzeit, unter welchen Umständen Hannerle Mensen ihr Leben verlor. - © Gerhard Seybert
Gewaltverbrechen: Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln zurzeit, unter welchen Umständen Hannerle Mensen ihr Leben verlor. (© Gerhard Seybert)

Dissen. Während Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln, ist aus dem Bekanntenkreis der Toten zu hören, dass die Arztwitwe aus Bad Rothenfelde dem Tatverdächtigen sehr nahe gestanden haben soll. Bereits kurz nach dem Verschwinden der Frau wurden zahlreiche Anwohner befragt, wodurch ein 60-jähriger Nachbar der wohlhabenden Frau schnell ins Visier der Ermittler geriet. Er wurde verhaftet, schwieg aber zu den Vorwürfen. Drei Wochen nach seiner Festnahme musste er wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Zunächst.

Menschen aus dem näheren Umfeld von Hannelore Mensen vermuten, dass der Mann es auf ihr Vermögen abgesehen hatte: „Er hat angeblich Geld aus der Wohnung gestohlen und ihren Schmuck mitgenommen", sagt eine Bekannte der Verstorbenen. Von Hausbewohnern habe sie außerdem gehört, dass die Getötete den mutmaßlichen Täter sehr mochte.

„Sie war zwar etwas eigenartig, aber sehr nett!", so die Bekannte weiter. Bis zuletzt sei die ältere Dame auch mobil gewesen und sei auch noch Auto gefahren. „Bis nach Osnabrück fuhr sie aber bestimmt nicht mehr", so die Bad Rothenfelderin mit Blick auf den Pkw der Toten, der einen Tag nach ihrem Verschwinden in der Osnabrücker Innenstadt im Parkhaus Kollegienwall gefunden wurde.

Wie der Kleinwagen nach Osnabrück kam, darüber gibt es noch keine Erkenntnisse. Dass die Frau aber einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel, daran gibt es keinerlei Zweifel mehr. Der Leitende Staatsanwalt Volker Brandt sagte in einem Fernsehinterview, dass die Tote an dem Parkplatz an der Rechenbergstraße vergraben worden sei. Mit der Zeit habe das Erdreich die Leiche wieder freigegeben. „Durch den Leichenfund hat sich der Tatverdacht gegen den 60-Jährigen nun so verdichtet, dass der Haftbefehl wieder in Vollzug gesetzt wurde", so Brandt.

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