Die Borgholzhausenerin Katharina Koch-Hartke lebt in Lappland

Sie nimmt an Europas größtem Langdistanz-Schlittenhunderennen teil

Carolin Hlawatsch

Borgholzhausen. Katharina Koch-Hartke aus Borgholzhausen lebt seit einigen Jahren in Lappland. Im März 2016 nimmt sie an Europas größtem Langdistanz-Schlittenhunderennen teil – eine weitere große Herausforderung.

Welpenglück im hohen Norden: Katharina Koch-Hartke freut sich über die wenige Wochen jungen Schlittenhunde Sugar und Spice. - © Foto: rivat/Katharia Koch-Hartke
Welpenglück im hohen Norden: Katharina Koch-Hartke freut sich über die wenige Wochen jungen Schlittenhunde Sugar und Spice. (© Foto: rivat/Katharia Koch-Hartke)

Die unberührte Natur, die liebenswerten Menschen und das Leben und Arbeiten mit Schlittenhunden hat Katharina Koch-Hartke direkt bei ihrem ersten Besuch in Schwedisch Lappland gefangen genommen. Im Oktober 2007 wollte sie vor Studiumsstart noch mal ein richtiges Abenteuer erleben und wählte dafür fünf Monate Mitarbeit auf einer Husky-Farm im Land der tanzenden Polarlichter.

Für nur einen Monat kam die Borgholzhausenerin danach nach Deutschland zurück, hatte alle vorherigen Studiumspläne über den Haufen geworfen und die Faszination Lapplands im Blut. Mutig folgte sie ab jetzt ihrem Wunschpfad Richtung nordischer Wildnis. „Den Sommer über jobbte ich bei verschiedenen Tourismusanbietern Lapplands, half dort in Restaurants, Hotels und bei Reittouren mit Islandpferden, um im Winter ins Schlittenhunde-Camp zurückzukehren“, berichtete die Auswanderin kürzlich im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt.

Inzwischen lebt die 31-Jährige acht Jahre in Lappland, hat dort die schwedische Sprache im Kurs und bei der Arbeit in Hotels erlernt und eine Ausbildung zur Wildnisführerin gemacht. Zusammen mit ihrer Partnerin Johanna Heinrich aus München wohnt sie in der Gemeinde Överkalix, in einem Dorf mit 16 Einwohnern an einem riesigen See. Sie gründeten das Tourismusunternehmen »8seasons4women« und bieten unter anderem Nord-Skandinavien-Erlebnisreisen für Frauen an.

Tägliches Training mit 18 Huskies

Auf in die Weiten Lapplands: Der Blick vom Schlitten mit Gespann fasziniert die Borgholzhausenerin immer wieder aufs Neue. - © Foto: rivat/Katharia Koch-Hartke
Auf in die Weiten Lapplands: Der Blick vom Schlitten mit Gespann fasziniert die Borgholzhausenerin immer wieder aufs Neue. (© Foto: rivat/Katharia Koch-Hartke)

Die Schlittenhunde, die Katharina Koch-Hartke von Anfang an in Lappland begleiteten, spielen heute eine größere Rolle denn je in ihrem Leben. Mit ihren 18 Alaskan Huskies trainiert die Borgholzhausenerin jeden Tag, denn ihr großer Plan ist es, am längsten Schlittenhunderennen der Welt in Alaska teilzunehmen. „Bevor ich nach Lappland kam, hatte ich keine Erfahrungen mit Schlittenhunden. Ich wohnte auf einem Bauernhof unterhalb der Ravensburg in Borgholzhausen. Da gab es zwar immer Hunde, aber das ist etwas anderes“, erzählt sie.

Jetzt im Herbst beginnt das intensive Training, zuerst mit dem Wagen auf circa sieben Kilometer langen Etappen. Im Oktober kann in Lappland der erste Schnee fallen, eine beständige Schneesituation gibt es von Dezember bis Ende April. Dann steigt Katharina Koch-Hartke auf den Schlitten um, die Etappen werden länger. „Ich fahre mit meinen Hunden raus in die Weite Lapplands, manchmal auch direkt in einen Schneesturm hinein. Übernachtet wird draußen am Lagerfeuer. Ein unbeschreibliches Naturerlebnis!“, schwärmt die Musherin (Fachausdruck für Schlittenhundeführerin). Wie bei den richtigen Rennen baut sie sogenannte Checkpoints in ihr Training ein. In diesen Ruhepausen müssten die Hunde lernen, sich optimal einzustellen und das Beste aus der Regenerationszeit herauszuholen.

Auf in die Weiten Lapplands: Der Blick vom Schlitten mit Gespann fasziniert die Borgholzhausenerin immer wieder aufs Neue. - © Foto: rivat/Katharia Koch-Hartke
Auf in die Weiten Lapplands: Der Blick vom Schlitten mit Gespann fasziniert die Borgholzhausenerin immer wieder aufs Neue. (© Foto: rivat/Katharia Koch-Hartke)

Angst habe sie keine, allein draußen in der Wildnis. Die Wolfs- und Braunbärenpopulation sei in südlicheren Gefilden Schwedens höher als in Lappland. Elche konnte sie schon manches Mal beobachten und noch öfter Rentiere, denn die seien nicht so scheu. Einmal ist Katharina Koch-Hartke mit ihrem Hundegespann in Geschwindigkeit mit einem Rentier zusammengeprallt. „Zum Glück ist sowohl den Hunden als auch den Rentieren nichts passiert, bis auf den Schock.“

Im kommenden März nimmt die 31-Jährige am bekanntesten Langdistanz-Schlittenhunderennen Europas teil. Beim Finnmarkslöpet geht es 500 Kilometer durch die Schneelandschaft Nordnorwegens. Dafür sucht sie noch Sponsoren, deren Logos am Schlitten befestigt und denen später die Fotos des Rennens zur Verfügung gestellt werden können.

Kontakt per Mail: kathi @8seasons.se. Mehr Informationen zu ihr und den Hunden: blog-adventure-culture-nature.8seasons.life.

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