Das schnelle Netz kommt

Neues Internetzeitalter bricht an

Andreas Großpietsch

Glasfasernetz für Borgholzhausen: Darum bemühen sich – von links: Gregor Vos und Maik Tubbesing (Telekom), Kerstin Otte und Klemens Keller (Stadt Borgholzhausen) sowie Frank Stenzel und Klaus Jürgen Karneth (Telekom). - © Foto: Andreas Großpietsch
Glasfasernetz für Borgholzhausen: Darum bemühen sich – von links: Gregor Vos und Maik Tubbesing (Telekom), Kerstin Otte und Klemens Keller (Stadt Borgholzhausen) sowie Frank Stenzel und Klaus Jürgen Karneth (Telekom). (© Foto: Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Aus den kleinen grauen Kästen am Straßenrand werden etwas größere graue Kästen, doch das wird schon das sichtbarste Zeichen sein, dass in Borgholzhausens Kernstadt ein neues Internetzeitalter angebrochen ist: Der Rest vollzieht sich im Untergrund. Ab Mai kommenden Jahres können dann rund 1800 Borgholzhausener Haushalte ans schnelle Internet mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde angeschlossen werden.

„Schnelle Internetanschlüsse sind ein Standortvorteil – für die Stadt im Ganzen, aber auch für jede einzelne Immobilie“, sagt Gregor Vos, Vertriebsbeauftragter Infrastruktur der Telekom. Einige Immobilien, die in naher Zukunft gebaut werden sollen, werden besonders schnelle Anschlüsse bekommen: Im Baugebiet Enkefeld, wo auch die Telefonanschlüsse derzeit hergerichtet werden, reicht das Glasfaserkabel bis in jedes einzelne Haus.

In den bestehenden Häusern bleibt es bei der bewährten alten Kupferleitung – jedenfalls bis zu der Stelle, wo sie einen der oben genannten grauen Verteiler erreichen. Die heißen bei der Telekom natürlich nicht graue Kästen, sondern Multifunktionsgehäuse und verfügen künftig über Stromanschluss. In diesen Kästen werden die Telefonsignale als Lichtimpulse in die gläsernen Fasern des neuen Netzes eingespeist.

Zehn solcher Multifunktionsgehäuse werden im Zuge des Netzausbaus auf diese Weise ausgerüstet. Von dort führen neuverlegte Glasfaserkabel zu einem sehr unscheinbaren Gebäude nahe der Aufmündung der Wellingholzhausener Straße auf die Ortsdurchfahrt. Hinter der Klinkerfassade verbirgt sich die örtliche Vermittlungsstelle, die schon lange ans Glasfasernetz angeschlossen ist.

Gegenverkehr in der Leitung

Und von dieser Stelle aus machen sich die Borgholzhausener Daten auf den Weg ins weltweite Netz. Wesentlich mehr Datenverkehr wird allerdings in die Gegenrichtung fließen. Die vom Telekommunikationsanbieter mit der Vorliebe für die Farbe Magenta aktuell so stark beworbene Möglichkeit der gleichzeitigen Nutzung von Fernsehen, Internet und Telefon wird erst mit den neuen Übertragungsraten mit bis zu 100 Megabit so richtig attraktiv.

Von den Neuerungen können ab dem kommenden Frühjahr nicht nur Telekom-Kunden profitieren, betont Vos. Die einschlägigen Gesetze zwingen das Unternehmen, das die Infrastruktur erstellt, einen diskriminierungsfreien Zugang für alle Anbieter zu gewährleisten.

Der Ausbau in Borgholzhausen ist sicher nicht der erste dieser Art in Deutschland. Doch die Bergstadt wird auch nicht Schlusslicht in einem Prozess sein, der bis Ende des Jahres 2018 für schnelles Internet in großen und kleineren Städten sorgen soll. In vielen Großstädten ist dieser Prozess abgeschlossen. In Gütersloh soll die neue Technik im November verfügbar sein.

Vorausschauend geplant

Die Entscheidung, Borgholzhausen in der Liste nach vorne zu rücken, basiert auch auf der vorausschauenden Planung im Bauamt der Stadt. Unter vielen neu ausgebauten Straßen finden sich Leerrohre, in denen die Verlegung der nicht einmal armdicken Glasfaserkabel schnell erledigt sein wird. In anderen Bereichen muss gebaggert werden.

Interessenten können sich unter telekom.de/schneller im Internet über die Verfügbarkeit in ihrer Straße informieren oder beim örtlichen Fachhandelspartner telecomfort. Unternehmen können sich über Kosten und Möglichkeiten eines eigenen Glasfaseranschlusses beraten lassen, für Privatanwender sollte die neue Technik so ausreichen.

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