Vogel verstopft Abluftrohr: 89-Jährige stirbt an Gasvergiftung

Die Dohle hatte das Rohr so verstopft, dass das Gas nicht mehr abströmen könnte. Eine Frau starb im Schlaf an der erhöhten Kohlenmonoxid-Konzentration. Experten warnen vor der unsichtbaren Gefahr.

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Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild (© CC0 Pixabay)

Gütersloh. Eine 89-jährige Frau ist an den Folgen einer Gasvergiftung gestorben, weil eine Dohle das Abluftrohr ihrer Therme verstopfte. Als die Rettungskräfte von Feuerwehr und Polizei am Freitagmorgen die Wohnung der 89-Jährigen in einem Dreifamilienhaus an der Straße Immengarten in Gütersloh betraten, schlugen laut Angaben der Polizei die Kohlenmonoxidwarngeräte an.

Ersten Erkenntnissen zufolge war die Seniorin offenbar im Schlaf durch die erhöhte Kohlenmonoxid -Konzentration in ihrer Wohnung gestorben. Ermittlungen der Polizei ergaben, dass das Gas wegen des Vogels nicht wie vorgesehen durch das Rohr abströmen konnte. Die weiteren Hausbewohner blieben unverletzt.

Tückisch, aber kein Einzelfall

In der Regel überprüfen Schornsteinfeger Gasheizungen einmal im Jahr. Trotzdem können sie in der Zwischenzeit zur Gefahr werden - und zwar zu einer unsichtbaren. Denn: Ein plötzlicher Kohlenmonoxid-Anstieg ist in der Luft kaum feststellbar - es gibt fast keine Warnzeichen. Das Kohlenmonoxid ist geruchlos, farblos, geschmacklos. Nach Schätzungen von Experten sterben in Deutschland jährlich etwa 650 Menschen durch Kohlenmonoxid - die Dunkelziffer könnte noch weit darüber liegen.

Immer wieder werden verstopfte Schornsteine, Kamine oder Rohre durch Vögel Hausbewohnern zum Verhängnis. Dohlen etwa bauen ihre Nester so fest über dem Abzug, dass dieser zu sitzt. Kohlenmonoxid entsteht schließlich, wenn Materialien wie Holz, Gas oder Kohle ohne zureichende Sauerstoffzufuhr verbrennen.

Warnmelder können helfen

Viele Experten empfehlen, entsprechende Warnmelder in der Wohnung zu installieren - in der Nähe einer potenziellen Gefahr wie einer Gastherme oder Feuerstelle und in unmittelbarer Nähe zum Schlafzimmer. Sie sind meist mit einem elektrochemischen Sensor ausgestattet, der die CO-Konzentration in der Luft regelmäßig misst und bei bestimmten Schwellenwerten eine deutlich hörbaren Alarm auslöst.

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