Junge Leute organisieren jetzt regelmäßigen Nachtbus nach Bielefeld

Er rollt Ende Januar erstmals ins Bielefelder Nachtleben. Mitfahren dürfen Jugendliche, die in die Disco wollen, aber auch Erwachsene, die bequem zur Kneipenmeile in die Altstadt fahren.

Burkhard Hoeltzenbein

Die Juso-Aktivistinnen Alina Feldhaus (v.l.), Rieke Vartmann und Caroline Hanemann rühren auf allen Kanälen die Werbetrommel für den Nachtbus. - © Jusos Harsewinkel
Die Juso-Aktivistinnen Alina Feldhaus (v.l.), Rieke Vartmann und Caroline Hanemann rühren auf allen Kanälen die Werbetrommel für den Nachtbus. (© Jusos Harsewinkel)

Harsewinkel. Die Ödnis des für Jugendliche sehr überschaubaren Harsewinkeler Nachtlebens kennen Rieke Vartmann und Caroline Hanemann nur zu gut. Die beiden Mitstreiterinnen der Jungsozialisten, kurz „Jusos", wollen mit dem Einsatz eines Nachtbusses Jugendlichen, aber auch Erwachsenen künftig wenigstens ein mal im Monat die Chance bieten, sich kostengünstig und bequem ins Bielefelder Nachtleben kutschieren zu lassen.

Seine Jungfernfahrt tritt der Nachtbus am 25. Januar an. Dafür haben die Jusos mit Unterstützung des Ortsvereins privat bei der Firma Bröskamp einen Bus samt Fahrer gechartert. Hin- und Rückfahrt kosten ganze acht Euro. „Bei 50 Mitfahrern hätten wir die Kosten in etwa raus", rechnet Caroline Hanemann vor. Bröskamp werde je nach Vorverkauf die Größe des Busses an die Nachfrage anpassen.

Nachtbus sollte ins Linienbündel integriert werden

Der Bus startet um 22 Uhr in Greffen bei Johannsmann, hält um 22.15 Uhr am Harsewinkeler Rathaus und 22.30 Uhr am Waldschlösschen in Marienfeld. In Bielefeld hält der Nachtbus am Boulevard und an der Kunsthalle. Von dort aus können sich Mitfahrer ins Bielefelder Nachtleben stürzen. „Die jüngeren Leute wollen lieber in die Diskotheken wie das Stereo oder Café Europa", erklärt Rieke Vartmann. Ältere reize die Idee, den Kneipenbummel in Bielefelds Altstadt ohne Parkplatzsuche und die ewige Frage „Wer fährt zurück?" zu genießen. Ob Kneipe oder Dancefloor – der Nachtbus fährt um 3.45 Uhr vom Boulevard über die Kunsthalle die gleiche Route zurück.

Caroline Hanemann und Rieke Vartmann, die seit der Gründung der Harsewinkeler Jusos vor zwei Jahren dabei sind, sind selbst inzwischen über 18 Jahre alt und dank des Führerscheins deutlich mobiler. Doch ihre Idee verfolgen sie vor allem für jene Generation Harsewinkeler Teens weiter, die ohne das Angebot kaum die Chance hätten, mal den Trubel der Großstadt zu erleben. „Es ist nahezu unmöglich, in den Nachtstunden nach Bielefeld und zurück zu kommen", hat die Juso-Vorsitzende Vartmann festgestellt. „Wer keine Eltern oder keinen Fahrer hat, muss zuhause bleiben." Immerhin habe sich die Situation des öffentlichen Nahverkehrs im Kreis Gütersloh durch verlängerte Fahrzeiten und günstigere Tarife verbessert.

Der Nachtbus soll zunächst an jedem letzten Samstag im Monat verkehren

Die Jusos wollen den Nachtbus zunächst an jedem letzten Samstag im Monat anbieten. Ihr mittelfristiges Ziel ist sogar noch ambitionierter. „Es wäre schön, wenn der Nachtbus so schnell wie möglich regelmäßig in den Linienverkehr aufgenommen würde", wünscht sich Caroline Hanemann.

Immerhin würden so viele Eltern entlastet, die ihren drängelnden Nachwuchs sonst aus Sorgfaltspflicht abends bringen und auch nachts wieder aus dem Partyleben abholen. Bei jungen Leuten, die sich sonst selbst gerne ans Steuer setzen würden, ist beim Einsteigen in den Nachtbus die Gefahr gebannt, dass diese wegen Müdigkeit, Alkoholkonsums oder Handyablenkung am Lenkrad einen Unfall bauen.

Für ihre Idee hoffen die Jusos auf politische Unterstützung, damit bei der nächsten Verhandlung über die Linienbündel in der Region das Nachtbusangebot gleich mit im Paket integriert wird.

Tickets für den Hin- und Rückweg am 25. Januar sind für acht Euro unter nachtbusnachbielefeld@gmail.com oder über Instagram (@jusosharsewinkel) erhältlich.

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