Der Bielefelder Jahnplatz wird zwei Jahre für Autos gesperrt

An den Abfahrten in die Innenstadt wird es sich noch mehr stauen

Joachim Uthmann

Die anstehenden Umbauarbeiten am Jahnplatz haben Folgen für viele Autofahrer. - © Jens Reddeker
Die anstehenden Umbauarbeiten am Jahnplatz haben Folgen für viele Autofahrer. (© Jens Reddeker)

Bielefeld. Die offene A 33 verspricht die große freie Fahrt im Verkehr. Doch sie dürfte neue Konfliktpunkte und Staus bringen. Schon heute sind die Abfahrten vom Ostwestfalendamm im Berufsverkehr überlastet. Das wird mehr. Und der OWD soll wichtige Ausweichstrecke für den Jahnplatz sein – wenn der zwei Jahre lang umgebaut und gesperrt wird. In der City droht Chaos.

Der OWD ist der große Zubringer von der Autobahn in die Stadt. Mit der Freigabe der A 33 wird er noch wichtiger. Aber er stößt auch stärker an die Leistungsgrenzen. Schon jetzt rollen in der Woche mehr als 90.000 Fahrzeuge darüber, Tendenz steigend. In der Spitze zählte der Landesbetrieb „straßen.nrw" an einem Maitag mehr als 50.000 Autos in Richtung Innenstadt.

Kreuzungen dosierten als Pförtner den Verkehr

Und die Belastung wird zunehmen. Die Stadt wächst, mehr Autos werden zugelassen, die A 33 zieht neuen Verkehr an. Wenn dann auch noch, wie geplant, zwei Jahre lang der Jahnplatz für den Autoverkehr gesperrt wird mit teils großräumigen Umleitungen, wird es sich auf dem OWD noch mehr knubbeln.

Die Abfahrten des Ostwestfalendamms sind störanfällig. Mit der Öffnung der A 33 dürften sich die Staus hier häufen. - © Oliver Krato
Die Abfahrten des Ostwestfalendamms sind störanfällig. Mit der Öffnung der A 33 dürften sich die Staus hier häufen. (© Oliver Krato)

Die Verkehrsplaner sehen die größten Probleme aber nicht in der Zunahme des Verkehrs, sondern dass er anders fließt als bisher. „Bisher waren die Kreuzungen an der B 68 oder dem Südring Pförtner, die die Autos nur stoßweise auf den OWD ließen", sagt Stephan Korbmacher vom Amt für Verkehr: „Künftig fließt der Verkehr ungehindert von der Autobahn und alle tauchen zusammen auf."

Jeden Morgen Dauerstau an Abfahrten

Und die meisten wollen in die Innenstadt. Das heißt, der Druck an den Abfahrten wird größer. Schon heute sei morgens mindestens eine halbe Stunde Dauerstau an Johannistal, Stapenhorststraße und Jöllenbecker Straße die Regel. Der dürfte spürbar länger werden.

Denn die Chancen, durch andere Ampelschaltungen oder Verteilung von Fahrspuren die Nadelöhre zu weiten, seien gering, schätzen die Planer ein. Korbmacher: „Das zu verbessern, ist eine anspruchsvolle Aufgabe." Denn die großen Kreuzungen, auf die die Abfahrten münden, bereiten heute schon Probleme genug.

"Eine Minute hat nur 60 Sekunden"

Über den Adenauerplatz fahren die Stadtbahnen, die Artur-Ladebeck-Straße ist heute im Berufsverkehr nachmittags dicht bis zum Betheleck. Hier Grünphasen zugunsten der OWD-Abfahrt zu verkürzen, würde Staus verlängern. Korbmacher: „Eine Minute hat nur 60 Sekunden. Und die kann man nur einmal verteilen."

Eng ist es auch heute schon an Stapenhorst- und Jöllenbecker Straße, wo die OWD-Abfahrten ebenfalls auf große Knoten münden. Um hier Chaos zu vermeiden, schalten die Verkehrsplaner die Ampeln schon so, dass sich der Stau eher auf dem OWD aufbaut. Korbmacher: „Das ist uns lieber, als dass die Innenstadt verstopft."

Jahnplatz zwei Jahre für Autos gesperrt

Und aus der werden ab Mitte 2020 mehr Autos auf den OWD gelenkt. Denn die Stadt favorisiert die Lösung, den Jahnplatz während des zweijährigen Umbaus nur noch für Busse und Anlieger offen zu halten – für den Individualverkehr aber zu sperren. Damit müssten 13.000 bis 15.000 Autos woanders her, schätzt Dirk Vahrson vom Amt für Verkehr.

In der Innenstadt sind die Umleitungsrouten aber begrenzt: Elsa-Brändström-, Mindener und Feilenstraße wären eine Alternative, im Osten Paulus-, August-Bebel- und Kreuzstraße. Doch sie sind auch heute teils voll, bremsen hier viele Ampeln den Verkehr. Aber die Alternative, den Jahnplatz für Autos und Busse zur Einbahnstraße zu machen, hätte noch mehr Nachteile, meint Vahrson.

Wenig Routen für Umleitungen

Dann würden der ÖPNV und der Umstieg zur Stadtbahn wesentlich stärker eingeschränkt, befürchte auch MoBiel. Ohne eine Sperrung des halben Jahnplatzes komme man beim Umbau aber nicht aus, obwohl der schon in zwei Hauptabschnitten laufen soll. Wie der Verkehr gelenkt wird, werde derzeit geklärt. Vahrson: „Wir arbeiten an einem großräumigen Konzept, mit mehr Verkehr auf dem OWD."

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