Bielefeld bekommt Food-Outlet mit geretteten Lebensmitteln

Es gibt eine besondere neue Crowdfunding-Aktion. Lebensmittelmärkte gehören zu den Unterstützern. "Kochen mit Resten" - dazu sollen die Menschen animiert werden.

Sylvia Tetmeyer

Retten Lebensmittel: Patrick Groß (v.l.), Mustafa Budumlu und Ehefrau Elif Budumlu. - © Sylvia Tetmeyer
Retten Lebensmittel: Patrick Groß (v.l.), Mustafa Budumlu und Ehefrau Elif Budumlu. (© Sylvia Tetmeyer)

Bielefeld. Die Idee entstand vor zwei Jahren. "Wir haben uns an einer Verkostungsaktion in einem Lebensmittelmarkt beteiligt. Da sind wir mit vielen Kunden ins Gespräch gekommen", erzählt Mustafa Budumlu (29). Dabei sei es auch um das Thema "Verschwendung" und "Wertschätzung von Lebensmitteln" gegangen. "Außerdem haben wir täglich gesehen, wie viel weggeschmissen wird", sagt Ehefrau Elif Budumlu (24). Inzwischen ist aus der Idee ein Konzept entstanden. Seit zwei Monaten gibt es den als gemeinnützig anerkannten Verein "Restlos", der sich um gerettete Lebensmittel kümmert. Die Mitglieder hoffen, dass sie über die Crowdfunding-Plattform "Startnext" genügend Unterstützer bekommen, damit ihr Traum vom ersten Food-Outlet Wirklichkeit wird.

"Wir möchten einen Food-Truck mieten und ihn an Märkten aufstellen, die mit uns kooperieren", berichtet Budumlu. Zurzeit seien das einige Biomärkte sowie Edeka, Rewe und Marktkauf. Ein Unternehmen stelle kompostierbare Verpackungen und Besteck zur Verfügung. "Im Idealfall hätten wir an vier bis fünf Tagen in der Woche feste Standorte", sagt der studierte Soziologe. Die Speisen seien vegetarisch oder vegan. Angeboten werden sollen unter anderem gebratenes Gemüse, Suppen und Smoothies.

Kochen mit geretteten Lebensmitteln

Für das Food-Outlet haben die Lebensmittelretter auch schon konkrete Pläne. "Toll wäre der Bielefelder Westen, rund um den Siegfriedplatz", sagt der 29-Jährige. Wichtig sei, dass der Standort gut mit dem Öffentlichen Personennahverkehr, zu Fuß oder mit dem Rad erreicht werden könne. Im Outlet soll in erster Linie gespendetes Obst und Gemüse verkauft werden. "Der Kunde zahlt das, was es ihm wert ist", erläutert der Erziehungswissenschaftler. Ehefrau Elif studiert ebenfalls Erziehungswissenschaften. Sie berichtet, dass die Gewinne aus beiden Vorhaben in soziale Projekte fließen sollen: "Wir wollen den Nachhaltigkeitsgedanken an Schulen bringen", erklärt die 24-Jährige. Die Vereinsmitglieder und Ehrenamtlichen wollen mit fünften und sechsten Klassen kochen - mit geretteten Lebensmitteln.

Mustafa Budumlu betont, dass "Restlos" niemandem etwas wegnehme. Vielmehr sei eine Kooperation mit dem "Tisch", der "Tafel" und der Bahnhofsmission geplant. "Wir wollen Menschen dazu animieren, mit Resten zu kochen." Der Ideengeber hofft nun, dass die Crowdfunding-Aktion Erfolg hat. Das Ziel ist bis zum 8. Dezember 33.000 Euro zusammen zu bekommen. Wer mitmacht, erhält ein kleines Dankeschön und kann sich an weiteren Aktionen beteiligen. Mehr Infos gibt es unter: www.startnext.com/gemeinsam-restlos

Kreativ im Food-Truck

Das Besondere ist die Unterstützung einer Brauerei: "Die geben pro Geldbetrag noch einmal 25 Prozent dazu", sagt Budumlu. Außerdem müsse niemand befürchten, dass sein Erspartes verloren sei, wenn das Ziel innerhalb der Frist nicht erreicht werde. "Jeder bekommt sein Geld dann zurück", versichert Elif Budumlu. Das Ehepaar hofft jedoch, dass das Vorhaben gelingt. "Ich bin seit fünf Monaten damit beschäftigt. Wir haben inzwischen auch schon viele ehrenamtliche Helfer", berichtet der Bielefelder. Vereinsmitglied Patrick Groß ist Koch und freut sich schon darauf, bald im Food-Truck kreativ werden zu können.

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