Tumulte und Prügel bei Bielefelder Kurden-Demo

20 bis 25 Personen reagieren auf Provokationen von außen. Polizei fasst Mann mit verbotenen Quarzhandschuhen

Jens Reichenbach

Symbolbild - © Jan Henning Rogge
Symbolbild (© Jan Henning Rogge)

Bielefeld. Während einer kurdischen Demo am Montagabend in der Innenstadt ist es gegen 19 Uhr zu Provokationen von außen gekommen. Anschließend spielten sich tumultartige Szene an der Herforder Straße ab.

Wie Polizeisprecherin Sonja Rehmert mitteilte, reagierte ein Teil der aufgebrachten Menge mit körperlicher Gewalt auf die Provokateure. Sie spricht von einer „körperlichen Auseinandersetzung zwischen 20 bis 25 Versammlungsteilnehmern und mehreren Passanten". Wer die Provokateure waren, sei immer noch unklar. „Wir gehen davon aus, dass es möglicherweise Türken gewesen sein können. Aber wir ermitteln in alle Richtungen." Noch ist nicht klar, wer die Provokateure waren.

Polizei löst Tumult auf und fasst Mann mit verbotenen Handschuhen

Nach Angaben der Polizei war die Demo mit etwa 300 Teilnehmern unter dem Motto „Einmarsch der Türkei in Nordsyrien" gegen 18 Uhr am Hauptbahnhof gestartet. „Unter den Teilnehmern waren Familien mit Kindern, Senioren, eine größere Gruppe jüngerer Personen und vereinzelte Personen aus dem linken Spektrum", sagt Rehmert.

Gegen 19 Uhr erreichte die Demo die Ecke Herforder/ Friedrich-Ebert-Straße. Dort wurden die Teilnehmer von Passanten provoziert, kurz darauf prügelten mehrere Personen aufeinander ein. Beamten der Einsatzhundertschaft gelang es, die gegnerischen Gruppen zu trennen. Dabei griffen sie sich einen Demoteilnehmer mit Quarzhandschuhen. Diese schlagverstärkenden Handschuhe sind verboten. Gegen ihn wurde Anzeige erstattet. Weitere Schläger konnten in dem Tumult nicht identifiziert werden. Verletzte wurden der Polizei nicht gemeldet.

Staatsschutz ermittelt wegen verbotener Fahnen auf der Demo

Auch im weiteren Verlauf der Demo herrschte „weiterhin eine aufgebrachte Stimmung", zu weiteren Auseinandersetzungen sei es aber bis zum Ende der Demo um 19.30 Uhr nicht gekommen.

Außerdem ermittelt der Staatsschutz, weil während der Demo verbotene Fahnen gezeigt wurden, die im Zusammenhang mit der Terrororganisation PKK und ihrer Untergruppen in Deutschland nicht gezeigt werden dürfen. Den Betreffenden werden Verstöße gegen das Versammlungs- und Vereinsgesetz vorgeworfen.

Was tun, wenn ich zufällig in so einen Tumult gerate?

Sonja Rehmert betont: „Ziel der Polizei ist es, dass angemeldete Versammlungen störungsfrei durchgeführt werden können und ein Aufeinandertreffen gegnerischer Gruppierungen verhindert wird. Die Polizei wird alles tun, um friedlichen Protest zu schützen und für die Sicherheit der friedlichen Versammlungsteilnehmer zu sorgen."

Wer zufällig in so einen Tumult gerät, sollte sich von gewaltbereiten und gewalttätigen Personen abgrenzen. Rehmert rät: „Bleiben Sie bei der angemeldeten Versammlung und lassen Sie sich nicht provozieren. Damit Sie unter dem Schutz der Polizei stehen." Gegen gewalttätige Personen greife die Polizei grundsätzlich ein.

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