Flixbus fährt Demonstranten gratis zum Klimastreik - egal in welche Stadt

Diejenigen, die ihre Teilnahme mit einem Foto belegen, erhalten den Fahrpreis in Form eines Gutscheins erstattet - der muss allerdings in einem sehr begrenzten Zeitraum eingelöst werden.

Jemima Wittig

Archivbild von der Haller Klima-Demo im April 2019 - © Uwe Pollmeier
Archivbild von der Haller Klima-Demo im April 2019 (© Uwe Pollmeier)

Berlin. Wer an einem der Klimastreiks am 20. und 27. September teilnimmt und zu dem Protest mit einem Flixbus fährt, wird von dem Unternehmen für sein Engagement belohnt. Wie das Fernbusunternehmen am Montag mitteilte, erhalten Demonstranten, die ihre Teilnahme gegenüber dem Unternehmen mit einem Foto belegen, den Fahrpreis in Form eines Gutscheins erstattet - der muss allerdings in einem sehr begrenzten Zeitraum eingelöst werden.


Auch Tickets zu einer Stadt, in der gestreikt wird, für die beiden Donnerstage vor den Streiks, können zurückerstattet werden. Demnach gelten gebuchte Tickets an den Tagen 19. oder 20. und 26. oder 27. September. Bis zum Samstag, 5. Oktober, müssen Interessierte dann eine Mail mit einem Selfie, das sie während des Protestes geschossen haben, und einer Kopie des Tickets an climatestrike@flixbus.com schicken. Der Gutschein gilt dann nur für Fahrten zwischen dem 5. November und dem 5. Dezember.

Die Twitternutzer nehmen die Ankündigung der Aktion des Unternehmens über den Kurznachrichtendienst weitestgehend positiv auf. Lediglich ein Nutzer kritisiert die Speicherung von Name, Adresse, Foto und politischer Gesinnung aus Datenschutzgründen.

Damit auch die eigenen Beschäftigten an den Streiks teilnehmen können, gibt Flixbus ihnen frei, wenn sie an den Protesten teilnehmen möchten. Die Busfahrer betrifft das allerdings nicht; sie sind bei Subunternehmen angestellt.

Flixbus will klimaneutral werden

„Als wir vor sechs Jahren mit FlixBus gestartet sind, wollten wir mehr Menschen die Chance geben, die Welt auf eine nachhaltige und umweltschonende Weise zu entdecken", sagt Mitgründer und Geschäftsführer André Schwämmlein. Flixbus will bis 2030 klimaneutral werden. Dazu soll verstärkt in Busse investiert werden, die mit Ökostrom, Wasserstoff oder Biogas fahren, so Geschäftsführer Daniel Krauss. "Wir werden alles daran setzen, das zu schaffen."

Allerdings werde man vorerst noch auf Dieselbusse angewiesen sein. Das Unternehmen will deshalb mehr Kunden dazu bewegen, den Kohlendioxidausstoß solcher Fahrten durch Zahlungen für Klimaschutzprojekte zu kompensieren.

Eine Übersicht der Streiks in OWL

Für die globale Streikwoche für mehr Klimaschutz, die am Freitag beginnt, haben Aktivisten schon Proteste in mehr als 2.000 Städten in 129 Staaten angekündigt. Die von der Schwedin Greta Thunberg angestoßene Protestbewegung wird von Schülern und Studenten getragen. Für Deutschland fordert Fridays for Future unter anderem, dass der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase spätestens 2035 unterm Strich auf null sinkt - also 15 Jahre früher als bisher geplant. Der Kohleausstieg soll demnach schon bis 2030 vollzogen und eine 100-prozentige erneuerbare Energieversorgung bis 2035 erreicht sein.

Auch viele Städte in Ostwestfalen-Lippe sind dabei. Zuerst geht es in Bünde um 10.30 Uhr auf dem Marktplatz los. Auch in Minden ist der Marktplatz der Treffpunkt, allerdings eine Stunde später, um 11.30 Uhr. In Lippstadt beginnt der Klimaprotest um 11.55 Uhr auf dem Rathausplatz. Die Klimaaktivisten aus Gütersloh treffen sich um 12 Uhr vor dem Rathaus. Der Umzug in Bielefeld beginnt um 12.05 Uhr am Hauptbahnhof. Zur selben Zeit geht es vor dem Widukindgymnasium in Enger los. Auch in Halle treffen sich die Teilnehmer vor dem Rathaus. Allerdings erst um 12.45 Uhr. Auf dem Marktplatz in Detmold geht es um 13.30 Uhr los. In Paderborn beginnt der Streik um 14 Uhr auf dem Marktplatz und in Löhne zur selben Zeit auf dem Findeisenplatz.

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