Experte aus Steinhagen prüft Radschnellweg an der B68

Mobilitätsmanager Christopher Schmiegel möchte, dass im Kreis mehr Rad gefahren wird. Derzeit ist dieser mit der Planung von Strecken beschäftigt.

Anja Hustert

Mobilitätsmanager: Christopher Schmiegel beschäftigt sich mit dem Alltagsradwegenetz im Kreis. Seit gut einem Jahr ist er im Amt. - © Anja Hustert
Mobilitätsmanager: Christopher Schmiegel beschäftigt sich mit dem Alltagsradwegenetz im Kreis. Seit gut einem Jahr ist er im Amt. (© Anja Hustert)

Kreis Gütersloh. Das Fahrrad liegt ihm am Herzen. Um so mehr wurmt es ihn, dass er selbst, um zur Arbeit nach Wiedenbrück zu kommen, das Auto nehmen muss. Christopher Schmiegel (28) ist seit gut einem Jahr Mobiltätsmanager im Kreis Gütersloh und dafür zuständig, die kreisweite Mobilitätsstrategie umzusetzen. "Das Thema profitiert derzeit vom politischen Klima", sagt er. Nicht nur die Fridays-for-Future-Demonstranten fordern Alternativen zum Auto.

Die Mobilitätsstrategie des Kreises, die 2016 beschlossen wurde, sieht vor, mehr Bürger aufs Fahrrad zu kriegen - gerade die kürzeren Strecken bis fünf Kilometer werden noch oft per Auto zurückgelegt. Der Anteil des Rad- und Fußverkehrs soll im Kreis bis 2030 von gegenwärtig 31 Prozent auf 40 Prozent steigen. Dies setzt natürlich auch den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur voraus - daher arbeitet Christopher Schmiegel am Entwurf eines Alltagsradwegenetzes.

Ein Idealnetz auf kommunaler Ebene

"Ziel ist es, alle Kommunen im Kreis auf direktem Wege mit den Nachbarkommunen zu verbinden", erläutert der Mobilitätsmanager. Bereits im Mai präsentierte er dem Verkehrsausschuss des Kreises eine Karte, bei der jeweils die kürzeste Verbindung zwischen den Orten eingezeichnet war. Ein Idealnetz auf interkommunaler Ebene quasi. Manchmal gibt es dort bereits einen Radweg, an manchem Stellen fehlt er auch noch. "Es geht dabei nicht um eine Bestandsaufnahme aller Radwege", betont Schmiegel. Vielmehr solle ein Bedarfsnetz gestrickt werden, das die Hauptverkehrswege zeige. Es gehe auch nicht darum, jeden Ortsteil zu erreichen, vielmehr wurde der Blick auf die Anbindung von Bahnhöfen, Schulen und wichtigen Firmen gelegt.

Der Mobiliätsmanager diskutierte den Entwurf mit den Kommunen im Kreis - deren Anregungen wurden dann in den Plan mit eingearbeitet. Am Donnerstag, 12. September, stimmt nun der Verkehrsausschuss über den Netzentwurf zur Linienführung ab, insgesamt 585 Kilometer. "Anschließend nimmt das von uns beauftragte Planungsbüro PGV aus Hannover den Entwurf, fährt die Strecken im Kreis ab und schaut, wo noch Radwege fehlen", erläutert Schmiegel. Daraus ergebe sich dann ein Maßnahmenkatalog, der helfe, die Projekte zur Förderung des Radverkehrs zu priorisieren.

Radschnellweg zwischen Herford und Rheda-Wiedenbrück

Doch nicht nur der Kreis Gütersloh schaut, wie er sein Radwegenetz optimieren kann. In der gesamten Region ist der Ausbau von Radwegen auf der Agenda. So ist Schmiegel Mitglied im Arbeitskreis der Regiopol-Region, die ebenfalls ein interkommunales Radwegenetz entwickelt. Gleichzeitig soll der Radschnellweg zwischen Herford und Rheda-Wiedenbrück weiter voran getrieben werden.

"Außerdem bewirbt sich der Kreis um die Aufnahme in die ,Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW'", sagt Schmiegel. Derzeit werde gerade ein Termin für die Bereisung er Gutachterkommission gesucht.

Wie gesagt, das Rad liegt Christopher Schmiegel am Herzen. Und so prüft er derzeit, ob es entlang der Bundesstraße 68, die durch den Bau er A 33, entlastet worden ist, Kapazitäten für eine neue schnelle Radwegverbindung gibt. "Da werden Flächenkapazitäten für einen Radweg frei", sagt er. Diese könne man nutzen. Schließlich sei die B 68 eine Hauptpendlerachse.

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