"Höchst unseriös": Polizei stoppt riskante Kaffeefahrt in Gütersloh

veröffentlicht

Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild (© CC0 Pixabay)

Kreis Gütersloh (HK/mw). Eine vermeintliche Kaffeefahrt nach Münster geriet jetzt ins Visier der Polizei Gütersloh. Gemeinsam mit dem Gütersloher Ordnungsamt nahmen die Beamten am Montag, 9. September, den Ausflugsbus am Busbahnhof genauer unter die Lupe und stellten gleich mehrere Verstöße fest.

Im Vorfeld waren im Kreis Gütersloh Einladungen für die Fahrt verschickt worden. Den Teilnehmer wurden Wertgeschenke, eine Tombola mit Sofortgewinnen und weitere verlockende Vorteile versprochen, teilt die Polizei mit. Geplant war laut Veranstalter ein Tagesausflug nach Münster mit Stadtrundfahrt und Schifffahrt.

Der Bus aus Cloppenburg traf gegen 8.20 Uhr an der Haltestelle in Gütersloh ein und hatte bereits fünf Senioren aus Verl und Brackwede an Board. Zwei weitere Senioren aus Gütersloh sollten am ZOB zusteigen, heißt es in der Polizeimeldung.

Bei der Kontrolle bestätigte sich laut Polizeiangaben der Verdacht einer "höchst unseriösen Verkaufsfahrt": Der selbstständige Busfahrer und -unternehmer gab gegenüber der Polizei zunächst an, den Auftrag mündlich angenommen und einen Pauschalpreis vereinbart zu haben. Er kenne zwar den Auftraggeber - ein Schweizer Unternehmen, es gebe aber weder einen schriftlichen Vertrag, noch konnte ein Ansprechpartner oder eine Telefonnummer benannt werden.

Auch der tatsächliche Zielort der Kaffeefahrt war ein ganz anderer: Statt nach Münster sollte es in die Gemeinde Nottuln (Kreis Coesfeld) gehen.

Ordnungsgemäß angemeldet war die Verkaufsveranstaltung dort nicht, berichtet die Polizei. Deshalb nahm die Polizei noch vor Ort die Ermittlungen gegen den Busunternehmer wegen Steuerverkürzung auf.

Fahrer hätte Gäste auf keinen Fall transportieren dürfen

Auch bei der Verkehrskontrolle des Busses wurden die Polizisten fündig und nahm mehrere Verstöße auf: So hatte der Busfahrer nicht einmal im Besitz eines gültigen Personenbeförderungsscheines und hätte daher auf keinen Fall Fahrgäste transportieren dürfen. Die bereits transportierten Teilnehmer traten die Heimreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln an.

Das für die Veranstaltung zuständige Ordnungsamt in der Gemeinde Nottuln wurde ebenfalls informiert und wird voraussichtlich eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Gewerbeordnung gegen den Veranstalter einleiten.

"Die Teilnahme an einer Kaffeefahrt stellt häufig ein Risiko da"

Marco Hein vom Kommissariat für Kriminalprävention warnt: "Die Teilnahme an einer Kaffeefahrt stellt häufig ein Risiko da. Der Zielort ist vorher nicht bekannt. Im schlimmsten Fall führt die Fahrt Sie ins Ausland. Außerdem zeigt die polizeiliche Erfahrung immer wieder, dass der oftmals schlechte technische Zustand der Busse sowie übermüdete Busfahrer ein Unfallrisiko darstellen! Grund dafür ist, dass die meisten seriösen Busunternehmer keine Kaffeefahrtenaufträge annehmen."

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.