Verfolgungsjagd mit Tempo 180 über Bielefelder OWD

20-jähriger Fahrer versucht, im wilden Zickzackkurs zu entkommen

Jens Reichenbach

Mit Tempo 180 und mehr wollte der 20-jährige Fahrer dem Streifenwagen entkommen. - © Symbolfoto: picture alliance
Mit Tempo 180 und mehr wollte der 20-jährige Fahrer dem Streifenwagen entkommen. (© Symbolfoto: picture alliance)

Bielefeld. Ein 20-jähriger Bielefelder hat sich nach Angaben von Polizeisprecherin Sarah Siedschlag am späten Freitagabend eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Der junge Fahrer versuchte dabei, dem Streifenwagen mit mehr als 180 km/h zu entkommen.

Zunächst war den Polizisten der BMW X 5 gegen 22.45 Uhr auf der Alfred-Bozi-Straße aufgefallen. Der Fahrer hatte sich zum Linksabbiegen in Richtung Notpfortenstraße eingeordnet und war dann doch in Richtung Adenauerplatz gefahren. Die Streifenwagenbesatzung, die direkt hinter dem BMW mit roten Kennzeichen gestanden hatte, folgte dem BMW daraufhin. Auf Höhe Waldhof holten die Beamten den BMW ein und zeigten dem Fahrer mit eindeutigen Stopp-Signalen und Blaulicht, dass die Fahrt hier beendet sei.

Im Zickzackkurs überholte er mehrere Autos

„Doch gerade als die Beamten ausgestiegen waren, beschleunigte der Fahrer erneut und überfuhr die rote Ampel mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Ostwestfalendamm", so Siedschlag. Der BMW wechselte tatsächlich auf die Stadtautobahn. Um den Kontakt zu dem Flüchtenden nicht zu verlieren, musste der Streifenwagen (Richtung Brackwede) mit 180 km/h folgen, betont die Polizeisprecherin.

Trotz der hohen Geschwindigkeit überholte der Fahrer im Zickzackkurs mehrere Fahrzeuge. "Dabei konnte er mehrmals nur knapp einen Unfall vermeiden", heißt es im Polizeibericht. "Vermutlich war es dem Fahrassistenzsystem zu verdanken, dass es zu keinem Zusammenstoß kam." An der Abfahrt Brackwede muss der Fahrer offenbar eingesehen haben, dass sein Fluchtversuch gescheitert war. Der BMW-Fahrer stoppte den X 5 auf dem Seitenstreifen des Ostwestfalendamms.

Lüge: Die roten Kennzeichen eines Autohauses passen nicht zum Wagen

Bei der Befragung des 20-jährigen Fahrers sowie seines 17-jährigen Beifahrers behaupteten die jungen Männer, das Auto habe der Onkel des 17-Jährigen erst kürzlich erworben. Die roten Kennzeichen stammten noch von der Probefahrt. Doch der BMW steht in keinem Zusammenhang mit dem Autohaus, von dem die Kennzeichen stammen, betont die Polizeibehörde.

Die Beamten stellten daraufhin den Führerschein des 20-Jährigen sicher. Ihm wurde das Führen von Kraftfahrzeugen untersagt. Außerdem erstattete die Polizei Anzeige wegen der „Durchführung eines nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennens". Die Ermittlungen dazu dauern an. Vor allem interessiert die Frage, wie die jungen Männer an die roten Kennzeichen gelangt sind.

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