Kükenschreddern soll durch neue Technik überflüssig werden

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Weibliche Küken - © Foto: Philipp Schulze
In Zukunft sollen nur noch Eier mit weiblichen Embryonen bis zum Schlüpfen bebrütet werden. (© Foto: Philipp Schulze)

Berlin - Die umstrittene Massentötung männlicher Küken in der Geflügelwirtschaft soll nach den Worten von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bald überflüssig werden. In Zukunft soll das Geschlecht vor dem Schlüpfen bestimmt werden.

Bei der Entwicklung des alternativen Verfahrens zum sogenannten Kükenschreddern sei der «Durchbruch geschafft», sagte der CSU-Politiker der Berliner «B.Z. am Sonntag». «Deutschland hat mit dieser Technologie das ethische Problem des Schredderns gelöst.»

Schmidt will das Verfahren zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin (20.-29. Januar) vorstellen. Nach der Geschlechtsbestimmung werden nur noch Eier mit weiblichen Embryonen weiter bebrütet. Die anderen Eier - die Aufzucht männlicher Küken ist für Brütereien unwirtschaftlich - könnten in der Industrie weiterverarbeitet werden.

Das Verfahren wurde von Wissenschaftlern der Universität Leipzig mit Hilfe von Bundesmitteln entwickelt.

Die Methode sei «eine wirtschaftliche, praxistaugliche und entsprechend schnelle Alternative» zum Schreddern, dem jährlich fast 50 Millionen Tiere zum Opfer fallen, sagte Schmidt. «Das Kükenschreddern soll gestoppt werden, aber die Eier-Produzenten in Deutschland gehalten werden. Deshalb waren an der Entwicklung der Verfahren auch Geflügelhalter und Brütereien beteiligt.»

Laut Tierschutzgesetz gebe es damit «keine gesetzliche Rechtfertigung mehr zum Töten männlicher Küken», ergänzte Schmidt. «Damit schaffen wir 2017 den Einstieg in den Ausstieg aus dieser ethisch und moralisch inakzeptablen Praxis.» Die Technologie sorge für weltweites Interesse. «Es liegen bereits Anfragen aus anderen Ländern vor.»

Der Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff sagte, Schmidt verliere sich wieder einmal in Ankündigungen. Seit zwei Jahren spreche er davon, dass das Kükenschreddern 2017 aufhören solle. «Doch das wird er mit unverbindlichen Technik-Vorführen auf der Grünen Woche nicht erreichen, dafür braucht es verbindliches politisches Handeln und einen konkreten Fahrplan.» Die Amtszeit Schmidts sweien «verlorene Jahre für den Tierschutz».

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