Boxen: 450 Zuschauer bei den Kreis- und Bezirksmeisterschaften in Borgholzhausen

Für den gastgebenden BSV ist die Ausrichtung ein Kraftakt – und das Ergebnis „ein Wahnsinn“

Florian Gontek

Die Kreis- und Bezirksmeisterschaften im Boxen wurden in der Sporthalle Borgholzhausen ausgetragen. - © Florian Gontek
Die Kreis- und Bezirksmeisterschaften im Boxen wurden in der Sporthalle Borgholzhausen ausgetragen. (© Florian Gontek)

Borgholzhausen. Pusten. Druck ablassen. Zur Not auch dem Reporter auf die Schulter klopfen. Als Mario Weichert (50) am Sonntag zum ersten Mal Zeit findet für solche Dinge, ist es 18.53 Uhr und die Kreis- und Bezirksmeisterschaften in der Sporthalle an der Osningstraße knapp fünf Stunden und 20 Kämpfe alt.

Weichert – rötliches Sakko, randlose Brille, Sportschuhe – hätte sich während dieser Zeit gerne geteilt. Er könnte überall sein: beim Ringsprecher, beim Bürgermeister, bei seinen vier Kindern. Die ganze Familie ist an diesem Tag eingespannt. Seine Frau Yvonne, erste Vorsitzende des Vereins, kümmert sich um die Kleinsten und die Ehrengäste, Sohn Vinzenz um die Heißwürstchen, Maximilian um die Preise für die Sportler, und die Jüngsten im Bunde – Cedrik und Paula – steigen in den Pausen als Boxclowns in den Ring. Alle dabei. Alle mit Herz. Seine Familie und seine Box-Familie – fast jeder der 35 Aktiven dieses Vereins. An der Kasse, an der Glocke, am Mikro.

Boxen: 450 Zuschauer bei den Kreis- und Bezirksmeisterschaften in Borgholzhausen

"Die Atmosphäre ist bombastisch"

Es läuft perfekt an diesem Tag. „Wahnsinn", findet Weichert. Für ihn ist das wichtig. Als Vorsitzender und Geschäftsführer des Amateurboxkreises Detmold hat er die Kreis- und Bezirksmeisterschaften – die Krone des regionalen Boxens – in die Stadt geholt, in der er seit elf Jahren lebt, die im regionalen Boxsport aber bislang kein Faktor ist: Borgholzhausen. Das ist auch Risiko – vor allem, wenn es schiefgeht.

„Die Halle hier ist perfekt", sagt Weichert, „so etwas habe ich hier in der Region selten gesehen." Dass an diesem Sonntag, dem Wettkampftag, alles so rund läuft, hat er schon am Vortag im Gefühl. „Jeder wusste, wo sein Platz ist", sagt er. Das macht es auch für die Sportler angenehm.

„Ich bin das erste Mal hier, und die Atmosphäre ist bombastisch", sagt Natalie Schrahe. Die 16-Jährige Kämpferin des BC Warendorf liefert sich im Weltergewicht mit Diana Kamo aus Herford einen der spektakulärsten Kämpfe des Nachmittags, wird schon in der ersten Runde doppelt angezählt und hat am Ende doch nur hauchdünn das Nachsehen. „Sie hat mal locker zehn Kämpfe mehr als ich, da ist das okay", sagt Natalie. Sie will in diesem Jahr noch zu den deutschen Meisterschaften. Der Ringrichter reckt Dianas rechten Arm, ihrer bleibt unten. Stolze Siegerin, faire Verliererin.

Weichert will Sport auf diesem Niveau in Borgholzhausen etablieren. Aus dem Altkreis ist diesmal kein Kämpfer dabei. Das soll im nächsten Jahr anders sein. Die vierstellige Summe, die der Verein am Sonntag einnimmt, soll dies wahrscheinlicher machen. Borgholzhausen soll 2019 ein Faktor sein, auch als erneuter Ausrichter. Weichert, DDR-Juniorenmeister von 1984, weiß, dass das geht. Wenn wieder alle mit anpacken.

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