Altkreis-Sportlerwahl: Erik Stoppenbrink ist männliches Nachwuchstalent 2017

veröffentlicht

Wo alles begann: Auf der Deele des elterlichen Hofes machte Erik Stoppenbrink als Neunjähriger seine ersten Schläge. - © Christian Helmig
Wo alles begann: Auf der Deele des elterlichen Hofes machte Erik Stoppenbrink als Neunjähriger seine ersten Schläge. (© Christian Helmig)

Steinhagen/Halle. Tischtennis gilt als schnellste Rückschlagsportart der Welt. Wer Erik Stoppenbrink im Halbfinale der Jugend-Bezirksmeisterschaften zusieht, könnte einen anderen Eindruck bekommen. Meterweit hinter dem Tisch hat er sich aufgebaut, endlos lange scheinen die Bälle in der Luft, die er im hohen Bogen auf die andere Tischhälfte schaufelt. Immer und immer wieder. So lange, bis sein Gegner entnervt und mit den Kräften am Ende einen Fehler produziert.

Ballonabwehr heißt diese Technik, für die es flinke Beine, ein gutes Auge und viel Ballgefühl braucht. Erik Stoppenbrink hat all das – und gewinnt die Partie glatt in drei Sätzen. Dass er auch anders kann, zeigt der Rechtshänder im nächsten Match. Sein Gegner im Finale ist ein klassischer Verteidigungsspieler. Diesmal ist es Stoppenbrink, der die Offensive sucht – suchen muss – und auch diese Aufgabe mit Bravour löst.

Gefühlvoll: Erik Stoppenbrink in der Ballonabwehr. - © Christian Helmig
Gefühlvoll: Erik Stoppenbrink in der Ballonabwehr. (© Christian Helmig)

Der Bezirksmeistertitel war einer der Höhepunkte eines Jahres, das aus Sicht von Erik Stoppenbrink „top gelaufen" ist. Sein wertvollstes Ergebnis war ein fünfter Platz: Beim Top-12-Ranglistenturnier in Kamp-Lintfort spielte er sich in die Elite der nordrhein-westfälischen Nachwuchstalente vor. Bei den westdeutschen Meisterschaften in Lohmar kurz vor Weihnachten fehlten nur zwei Punkte zum Sprung unter die besten acht.

Der Reiz der Einzelsportart Tischtennis liegt für Erik Stoppenbrink darin, „dass ich direkt beeinflussen kann, was passiert". Trotzdem sind auch Einsätze in der Mannschaft für ihn „etwas Besonderes". Die absolviert er dank eines Doppelspielrechts für zwei verschiedene Vereine. Auch hier sind seine Bilanzen beeindruckend: 30:5 Siege legte er in der Saison 2016/17 im Trikot der Spvg. Steinhagen in der Jungen-NRW-Liga hin. In der Herren-Bezirksklasse stand 41 Siegen für den SC Halle nur eine einzige Niederlage gegenüber. In beiden Ligen war er damit einsame Spitze.

Kein Wunder, dass höherklassige Clubs auf Stoppenbrink aufmerksam wurden. Seit dem Sommer schlägt er für die erste Herrenmannschaft von DJK Avenwedde in der Verbandsliga auf. „Der Wechsel ist mir nicht leicht gefallen, aber er musste sein. Ich brauchte eine neue Herausforderung", sagt er und ist froh, dass das Verhältnis zu langjährigen Haller Weggefährten wie Marc Schmidt, Jonas Hofestädt und Christian Konrad nicht unter der Entscheidung gelitten hat. „Wir sind immer noch gute Freude und haben sogar Silvester zusammen gefeiert", sagt er.

Überhaupt wird man so schnell niemanden finden, der Stoppenbrink den Erfolg neidet. Sein Steinhagener Trainer Marcus Balke weiß, warum: „Erik ist ein sehr natürlicher und aufrichtiger junger Mensch, der die große und seltene Gabe besitzt, auf andere zuzugehen, ohne dabei auch nur im Geringsten aufdringlich zu wirken."

Die spielerischen Stärken seines Schützlings sieht Balke in einer „hohen Spielintelligenz" und darin, dass er extrem wenig leichte Fehler mache. Steigerungspotenzial biete die fehlende Schlaghärte auf der Vorhand. „Im Ergebnis führt dies dazu, dass es bei Eriks Spielen oft zu langen, spektakulären Ballwechseln kommt, die für Zuschauer einen hohen Unterhaltungsfaktor haben", berichtet Balke.

Stoppenbrinks Talent im Umgang mit der kleinen Plastikkugel hatte sich schon früh abgezeichnet. Neun Jahre war er, als er auf der Deele des elterlichen Hofes in Ascheloh die ersten Matches gegen seinen Vater Jochen gewann. Der schickte ihn zum Vereinstraining beim SC Halle. Nach wenigen Monaten Training zog der Spross gleich bei einem ersten Turnier, den Kreismeisterschaften der C-Schüler, ins Finale ein.

Für Feiern und Fußball bleibt wenig Zeit

Dass die Partie gegen seinen heutigen Steinhagener Teamkollegen Amon Loheide verloren ging, änderte nichts daran, dass sich Tischtennis zur klaren Nummer eins im Leben von Erik Stoppenbrink entwickelt hat. Dreimal in der Woche trainiert er in Halle, Steinhagen oder Avenwedde. Am Wochenende, wenn seine Freunde feiern und ausschlafen, ist er oft zu Turnieren oder Mannschaftsspielen unterwegs.

Auch die Fußballschuhe hängte er im Sommer aus zeitlichen Gründen an den Nagel. Umso kurioser, dass der leidenschaftliche Arminia-Fan neulich beim Altkreispokal auf dem Siegerfoto der Steinhagener B-Junioren auftauchte. „Ich war eigentlich nur als Zuschauer in der Halle. Aber als im Halbfinale zwei Spieler verletzt ausgefallen sind, hat mich der Trainer gefragt, ob ich nicht doch noch mal das Trikot überziehen möchte", berichtet er. Flinke Beine, gutes Auge und viel Ballgefühl sind eben nicht nur am Tischtennistisch gefragt.

Copyright © Haller Kreisblatt 2018
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

captcha