Die Fußball-Kreisliga unter der Lupe

SVEN HAUHART

Mehr als Ersatz: Versmolds Tobias Meyer-Sickendiek (rechts, hier gegen Nico Hofbüker) überzeugte beim Sieg über Häger. - © Foto: Sven Hauhart
Mehr als Ersatz: Versmolds Tobias Meyer-Sickendiek (rechts, hier gegen Nico Hofbüker) überzeugte beim Sieg über Häger. (© Foto: Sven Hauhart)

Altkreis Halle. Angesprochen auf mögliche Ambitionen sagte Versmolds Co-Trainer André Grunwald nach dem 4:2-Auswärtserfolg beim SV Häger: „Wir versuchen natürlich jede Partie zu gewinnen, aber ich bin davon überzeugt, dass wir nicht zu den Top-Drei-Teams der Liga gehören." Denn, so seine Begründung: „Unsere erste Elf ist sicher nicht schlecht, aber uns fehlt die Breite im Kader."

Zumindest beim Auftritt in Häger fiel dies nicht weiter ins Gewicht. Die Spvg. war trotz der Ausfälle der Stammspieler Christian Boltz, Christoph Kohlrautz und Daniel Bojko ein mehr als ebenbürtiger Gegner des zuvor viermal unbesiegten Bezirksliga-Absteigers. Akteure wie Leon Redecker, Pascal Strathkötter und Tobias Meyer-Sickendiek sprangen nahtlos in die Bresche und machten ihre Sache sehr gut. Darüber hinaus zeigten die Versmolder nach frühem 0:2-Rückstand eine tolle Mannschaftsmoral und verfügen in Cornelius Bulanov zudem über den mit 14 Treffern aktuellen Toptorjäger der Liga.

Alles in allem also nicht die schlechtesten Vorzeichen für eine richtig gute Saison. Grunwald blieb trotzdem bescheiden: „Die Liga ist dieses Jahr unfassbar ausgeglichen. So lange man uns aber lässt, bleiben wir gerne oben dabei."

In der B-Liga tat sich Halles Trainer Sinan Karakayali mit seiner Beurteilung der 1:2-Heimniederlage gegen den TuS Solbad Ravensberg schwer. Den Erfolg des TuS stellte er jedoch nicht in Frage: „Solbad hat eine sehr gute Truppe. Da wir unsere Torchancen nicht genutzt haben, können uns auch nicht über das Ergebnis beschweren."

Trotzdem gewann er dem Auftritt seiner Mannschaft Positives ab: „Taktisch und kämpferisch konnten die Jungs überzeugen. Und auch spielerisch war die Leistung bis zum gegnerischen Strafraum in Ordnung." Karakayali glaubt, dass es für seine junge unerfahrene Truppe auch in Zukunft schwer wird, gegen Spitzenteams wie den TuS Solbad zu punkten. „Meine Spieler sind charakterlich in Ordnung und auch sehr wissenshungrig, aber für viele ist es das erste Seniorenjahr, da werden wir in dieser Saison noch viel Lehrgeld zahlen müssen."

Auch SV Häger II hat bisher die selbstgesteckten Ziele weit verfehlt. Nach der 2:3-Niederlage gegen den TSV Amshausen befindet sich die HSV-Reserve nur noch aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber TuS Brake II auf einem Nichtabstiegsplatz. Trainer Chris Heidemann will denn auch nichts beschönigen: „Wir brauchen aus den drei letzten Spielen des Jahres mindestens vier, besser sechs Punkte, damit wir über dem Strich überwintern können."

Die Gründe für das enttäuschende Abschneiden seiner Elf sind für Hägers Coach vielschichtig: „Leider läuft es in allen drei Seniorenmannschaften unseres Vereins bisher nicht optimal, alle haben mit Personalproblemen zu kämpfen." In Julian Preuß (berufsbedingt) und Mirko Brandenburg (verletzt) stehen der Reserve zwei Stammkräfte ab sofort nicht mehr zur Verfügung. Trotzdem bleibt Heidemann zuversichtlich: „Seit wir uns vor Kurzem zusammengesetzt haben, ziehen wieder alle an einem Strang. Ich bin fest davon überzeugt, dass es in der Rückrunde deutlich besser laufen wird."

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