Halle zum fünften Mal deutscher Meister

Philipp Kreutzer

Meisterfeier: Halles Spieler tanzen um Club-Präsident Gerhard Weber und bejubeln den Titelgewinn. - © Foto: Philipp Kreutzer
Meisterfeier: Halles Spieler tanzen um Club-Präsident Gerhard Weber und bejubeln den Titelgewinn. (© Foto: Philipp Kreutzer)

Der Tennis-Bundesligist besiegt den Rochusclub Düsseldorf mit 4:2 und gewinnt den Titel. Die Feierlichkeiten beginnen bereits nach der frühen 3:0-Führung und enden erst spät in der Nacht im und am Clubhaus.

Er sollte eigentlich nur Glückwünsche entgegennehmen. Doch als sich Gerhard Weber nach dem letzten Ballwechsel von seinem Platz auf der Tribüne auf den Weg zur Siegerehrung auf dem Center-Court machte, blieb sein Blick schon bald an einem Stück Stoff hängen, das vor ihm auf dem roten Sand lag. So viel Zeit muss sein: Weber bückte sich und entsorgte den Fetzen in einem Mülleimer.

Die Szene, vom Publikum mit Applaus begleitet, erzählt viel über die Ordnungsliebe des 76-jährigen Haller Modeunternehmers und Clubpräsidenten von Blau-Weiß. Sie steht zudem symbolisch für die Gründlichkeit, mit der Webers Mannschaft in dieser Saison und gestern im letzten Spiel zu Werke ging. Die Blau-Weißen, denen gegen mittelmäßig besetzte Gäste bereits ein 3:3-Unentschieden zum Titelgewinn gereicht hätte, traten von Beginn an hochkonzentriert auf und ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass dieser Tag mit dem fünften Haller Triumph nach 1995, 2006, 2014 und 2015 enden würde.

Halle zum fünften Mal deutscher Meister

Daniel Munoz-de la Nava machte den Anfang. Halles Nummer zwei hatte nur anfangs mit dem stark servierenden Tom Schönenberg Schwierigkeiten. Als er sich zum Return zwei Schritte weiter hinten postierte, gelang dem Spanier prompt das erste Break zum 5:4. Im zweiten Satz nutzte Munoz-de la Nava seine technisch-taktische Überlegenheit voll aus – 1:0 für Halle. Schwerer tat sich der zeitgleich spielende Jeremy Jahn. Halles Nummer drei verlor den ersten Satz gegen Matwe Middelkoop, haderte mit sich, der Bespannung seines Schlägers und den Platzverhältnissen. Seine stärkste Form erreichte er nie, doch weil sich Jahn rechtzeitig zusammenriss und kämpfte, drehte er die Partie, gewann im Match-Tiebreak und verbuchte Halles zweiten Zähler.

So war es passenderweise Halles stärkstem Spieler in dieser Saison vorbehalten, für den dritten und entscheidenden Punkt zu sorgen. Tim Pütz ließ dem 18-jährigen Alejandro Davidovich an Position vier gerade mal ein Spiel und somit keine Chance. So war der Haller Titelgewinn nach nicht einmal drei Stunden Spielzeit perfekt – die Blau-Weißen sicherten sich ihren fünften Stern im Schnelldurchgang.

Beim parallel zu Pütz spielenden Jan-Lennard Struff ließ die Anspannung merklich nach. Während sich einige Teammitglieder bereits die ersten Kaltgetränke genehmigten, unterlag Halles Nummer eins, zugleich 54. der Weltrangliste, in Mats Moraing einem Akteur, der im Ranking rund 250 Plätze hinter ihm steht.

Im Doppel holte Düsseldorf zum 2:3 auf, weil Struff und Lennart Zynga gegen Moraing/Schönenberg verloren. Pütz und Enrique Lopez-Perez stellten aber mit ihrem Drei-Satz-Sieg über Middelkoop/Davidovich den Sieg sicher. Pütz bringt es damit in dieser Saison auf die bemerkenswerte Bilanz von 13:1-Siegen. Eine Leistung, die der Club mit der Auszeichnung zum »Spieler des Jahres« würdigte. Auch Gerhard Weber applaudierte.

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