Tennis-Bundesligist TC BW Halle schlägt TC BW Krefeld mit 4:2

Gastgeber drehen vor 1700 Zuschauern einen 0:2-Rückstand um

Christian Helmig

Geschafft: Tim Pütz wird von den Haller Fans gefeiert. Er gewann sein Einzel und das Doppel mit Jan-Lennard Struff. ⋌Foto: Christian Helmig - © Foto: Christian Helmig
Geschafft: Tim Pütz wird von den Haller Fans gefeiert. Er gewann sein Einzel und das Doppel mit Jan-Lennard Struff. ⋌Foto: Christian Helmig (© Foto: Christian Helmig)

Halle. Der Regen wollte keine Pause mehr machen, doch gegen das Strahlen der Haller nach dem letzten Ballwechsel kam er nicht an. „Jetzt sind wir wieder im Rennen", freute sich Teamchef Thorsten Liebich, als Jan-Lennard Struff und Tim Pütz ihren dritten Matchball zum 6:2, 7:6 genutzt und damit den ersten Saisonsieg der Lindenstädter perfekt gemacht hatten.

Tennis-Bundesligist TC BW Halle schlägt TC BW Krefeld mit 4:2

Es war ein „harter Tag" (Liebich) auf dessen Happy End im Lager der Gastgeber nach knapp zwei Stunden Spielzeit wohl niemand mehr gewettet hatte. Denn in den beiden Einzeln, in denen sich die Haller am meisten ausgerechnet hatten, blieben sie mehr oder minder chancenlos. „Es tut mir leid für Halle, aber ich habe heute sehr gut gespielt", sagte Ruben Ramirez Hidalgo nach seinem 6:4, 6:2-Erfolg über Joao Sousa. Das Eigenlob sei ihm gegönnt: Über 50 Einzel hatte der Spanier in zwölf Jahren im Haller Dress gewonnen, ehe er vor zwei Jahren nach Krefeld gewechselt war. So stark wie gestern hatten die Fans an der Weststraße den 39-Jährigen aber selten gesehen.

Info
Ergebnisse
Robin Haase – Paolo Lorenzi 6:3, 6:2
Jan-Lennard Struff – Marco Cecchinato
6:7, 4:6
Joao Sousa – Ruben Ramirez Hidalgo 4:6, 2:6
Tim Pütz – Maximo Gonzalez 6:4, 6:4
Haase/Sousa – Lorenzi/ Cecchinato 3:6, 6:0, 10:7
Struff/Pütz – Gonzalez/Federico Gaio 6:2, 7:6
Zuschauer: 1700.

Ähnlich glatt und nahezu zeitgleich musste Jan-Lennard Struff passen. Vor allem gegen die raffinierten Stopps seines italienischen Kontrahenten Marco Cecchinato fand Halles »Mister Bundesliga« beim 6:7, 4:6 kein Mittel.

0:2 aus Haller Sicht stand es also, als Robin Haase auf den Platz ging. Vom besonderen Druck war dem Niederländer allerdings nichts anzumerken – im Gegenteil: Was die Nummer 38 der Weltrangliste im Match gegen den fünf Plätze höher notierten Italiener Paolo Lorenzi auch versuchte, ihm gelang fast alles. „Das war eines meiner besten Matches in dieser Saison. Und ich spiele eine gute Saison", war Haase von sich selbst anschließend positiv überrascht. Vor voll besetzten Rängen auf dem Centre-Court versuchte er die Ballwechsel gegen den flinken Lorenzi kurz zu halten, nahm viele Bälle schon im Aufsteigen und fand zwischendurch sogar Zeit für Kabinettstückchen – wie bei einer Vorhand, die der Rechtshänder beim Stand von 5:2 aus der Not heraus mit links spielte und nur knapp das Feld verfehlte. Am Ende siegte Haase glatt 6:3, 6:2.

Für den Ausgleich sorgte Tim Pütz. „Er hat das Heft von Anfang an in die Hand genommen und die Entscheidung gesucht", lobte Trainer Thomas Dappers den couragierten Auftritt seiner Nummer vier gegen Maximo Gonzalez, der mit einem 6:4, 6:4-Erfolg für Pütz endete.

Viele Zuschauer verließen danach ob der drohenden Regenunterbrechung die Anlage – und verpassten damit einen spannenden Showdown. Debütant Sousa steigerte sich an der Seite von Haase. Nach verlorenem ersten Satz (3:6) ging das Duo gegen gegen Lorenzi/ Cecchinato höheres Risiko und wurde mit einem 6:0, 10:7-Sieg belohnt, ehe Struff/Pütz den Sack zumachten.

Mit Jahn und de Bakker am Sonntag zu Schlusslicht BW Aachen

Mit Selbstvertrauen im Rücken fahren die Haller nun am Sonntag zum Schlusslicht BW Aachen. „Wenn wir da noch mal gewinnen, haben wir eine Woche später gegen Kurhaus Aachen volles Haus", blickte Liebich fröhlich voraus. Die Chancen scheinen gut: In Haase, Struff und Pütz stehen drei Sieger von gestern erneut im Team. Jeremy Jahn spielt das vierte Einzel, Thiemo de Bakker soll im Doppel aufschlagen.

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