Diekmann wechselt nach Nettelstedt

C-Jugendlicher will Handballprofi werden

Max Maschmann

Tauscht JSG-Trikot gegen JSG-Trikot: Statt für Hesselteich-Loxten geht Jan Malte Diekmann in Zukunft für den Profinachwuchs von NSM-Nettelstedt auf Torejagd. - © JSG NSM Nettelstedt
Tauscht JSG-Trikot gegen JSG-Trikot: Statt für Hesselteich-Loxten geht Jan Malte Diekmann in Zukunft für den Profinachwuchs von NSM-Nettelstedt auf Torejagd. (© JSG NSM Nettelstedt)

Jan Malte Diekmann wirft seine Tore künftig für die JSG NSM-Nettelstedt. Beim Zweitliga-Nachwuchs prophezeien sie dem C-Jugendlichen, der von der JSG Hesselteich-Loxten kommt, eine große Zukunft.

Wie einer von den Großen steht Jan Malte Diekmann da. Die Arme verschränkt, freundlich, aber selbstbewusst in die Kamera lächelnd. Was aussehen mag wie die Präsentation eines neuen Bundesligaspielers des TuS N-Lübbecke, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als Vorstellung eines elfjährigen Neuzugangs der JSG NSM-Nettelstedt.

Mit jenem Foto, das auch diesen Artikel ziert, gab die Talentschmiede des Handball-Zweitligisten auf Facebook kürzlich die Verstärkung seiner C-Jugend bekannt. Die Freude darüber, den Blondschopf vom Partnerverein JSG Hesselteich-Loxten nach Lübbecke gelotst zu haben, ist bei den Verantwortlichen groß.

„Jan Malte ist ein Talent, das man nicht so oft sieht. Ich glaube, wir werden ihn später noch mal irgendwo sehen", sagte NSM-Nachwuchskoordinator Stefan Kruse kürzlich einem TV-Journalisten des WDR. Der Sender hatte für sein Format »Lokalzeit« über das Handballcamp der JSG berichtet. 100 Kinder aus 17 Vereinen waren in der ersten Ferienwoche am Ball, darunter Jan Malte.

Zwischendurch schauten auch Lübbeckes Profihandballer vorbei. „Er ist für sein Alter schon recht weit und hat ein schönes Handgelenk", attestierte Zweitliga-Rechtsaußen René Gruszka dem 1,56 Meter großen Linkshänder Qualität.

Irgendwann einmal selbst in der Bundesliga zu spielen, ist Jan Maltes Traum. Vorerst aber verspricht er sich vor allem eines: Erfahrung zu sammeln. „Hier kann ich höherklassig spielen und noch mehr lernen", begründet Jan Malte, der am liebsten auf der Rechtsaußenposition zu Hause ist, seinen Wechsel.

Als amtierender Vize-Westfalenmeister scheint die C-Jugend der JSG NSM-Nettelstedt dafür die richtige Adresse zu sein. Zumal die Nachwuchsakademie sich schon seit geraumer Zeit um das Talent bemüht hatte, das mit sechs Jahren bei der Spvg. Hesselteich mit dem Handballspielen begann.

Nachdem Jan Malte Anfang vergangenen Jahres bei einem Jugendturnier der JSG als jüngster Spieler seiner Altersklasse aufgefallen war, nahm er wenige Monate später erstmals am Feriencamp der Nachwuchsakademie teil. Im Februar stand das erste Probetraining in Nettelstedt an, das nach Ansicht von Mutter Jessica „super" verlief.

Nun also der endgültige Wechsel vom Heimatverein zum Bundesliganachwuchs. „Wenn alles funktioniert, gibt man seinem Kind gern die Chance", sagt Jessica Diekmann, die lange für die HSG Bockhorst/Dissen spielte.

Will heißen: Die Leistungen in der Schule müssen stimmen. Darüber müsse man sich aber aktuell keine Sorgen machen, versichert Jessica Diekmann, deren Sohn die sechste Klasse der Versmolder Sekundarschule besucht und am liebsten Sport-, Deutsch- und Matheunterricht hat.

Was Jan Malte auf dem Feld auszeichnet? Jessica und Daniel Diekmann – in der dritten Herrenmannschaft der Spvg. Hesselteich am Ball – sind sich rasch einig. Flink sowie torgefährlich sei ihr Sohn, habe aber im Zweifelsfall auch das Auge für den besser postierten Nebenmann, sagen beide, die sich in der JSG Hesselteich-Loxten als Jugendtrainer engagieren.

Mit diesen Qualitäten möchte Jan Malte seiner Mannschaft helfen, erfolgreich zu sein. „Möglichst viele Spiele gewinnen und Oberliga-Meister werden", entgegnet das Mitglied der Kreisauswahl des Jahrgangs 2004 auf die Frage nach den eigenen Zielen. Weil dafür intensives Training notwendig ist, wird Jan Malte mittwochs und freitags von seinen Eltern – ebenso wie er große Fans des deutschen Handball-Rekordmeisters THW Kiel – zum Training nach Nettelstedt chauffiert.

Ein hoher Aufwand, der sich vielleicht eines Tages bezahlt machen wird. Vielleicht steht Jan Malte ja tatsächlich einmal vor dem Logo des TuS N-Lübbecke und lächelt in die Kamera.

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