Handballer im Glück

Brockhagener übersteht Massenkarambolage unverletzt

Gregor Winkler

Schwer beschädigt: Der Bus, in dem die Handballer des TuS 97 saßen, steht am Rand der gesperrten Autobahn. - © Foto: Feuerwehr Porta
Schwer beschädigt: Der Bus, in dem die Handballer des TuS 97 saßen, steht am Rand der gesperrten Autobahn. (© Foto: Feuerwehr Porta)

Yannick Hansel, Handballtrainer aus Brockhagen, und vier Nachwuchsmannschaften des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck sitzen am Ostermontag in dem Bus, der auf der Autobahn 2 in eine Massenkarambolage verwickelt ist. Einige Spieler stehen unter Schock, ernsthaft verletzt ist aber kein Akteur.

Dem ersten Schock folgte riesengroße Erleichterung. In dem Reisebus, der an der Massenkarambolage auf der Autobahn 2 bei Bad Eilsen beteiligt war, saßen vier Handballteams des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck. Die Jugendlichen und ihre Betreuer waren auf der Rückreise vom Rødspætte Cup im dänischen Frederikshavn. Ernstlich verletzt wurde keiner der jungen Sportler. Eine Spielerin stand aber derart unter Schock, dass sie vorsorglich ins Krankenhaus gebracht wurde.

Gegen 18.15 Uhr am Ostermontag ging auf der Autobahn ein Starkregen nieder. Es ereigneten sich in der Folge einige kleine Unfälle, durch die es zu einer Staubildung kam. Ein Kleinbus war am Stauende gerade noch rechtzeitig zum Stehen gekommen. Der Fahrer des folgenden Busses mit den Bielefeldern hatte offenbar noch versucht zu bremsen und auszuweichen, was ihm aber nicht mehr rechtzeitig gelang.

„Ich tippte gerade etwas auf meinem Handy, da habe ich gemerkt, dass der Bus scharf bremst, so scharf, dass man schon damit rechnen konnte, dass gleich etwas passieren würde", beschreibt der Trainer der weiblichen A-Jugend, Yannick Hansel, die Augenblicke vor dem Crash. Nach dem Unfall sei in der unübersichtlichen Situation im Bus kurzzeitig Panik ausgebrochen.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der mit acht Personen besetzte Kleinbus auf die linke Fahrspur geschleudert, kippte auf die Seite und kollidierte mit weiteren Fahrzeugen. Auch der Bus schob im Anschluss der ersten Kollision drei weitere Fahrzeuge zusammen. Der TuS 97 war mit zwei Bussen und einem Bulli unterwegs. „Wir dachten zuerst, dass es auch noch unser Bulli war, der getroffen wurde. Das bestätigte sich zum Glück nicht", sagte Dirk Rabeneik aus dem Jugendvorstand.

Insgesamt ereigneten sich in dem Autobahnbereich sechs Unfälle, an denen 21 Fahrzeuge beteiligt waren. 14 Personen wurden verletzt, neun davon, darunter auch die Bielefelder Handballerin, mussten in Krankenhäusern behandelt werden.

Jugendtrainer Hansel erinnert sich: „Wir mussten den Bus verlassen. Als es dann wieder zu regnen begann, durften wir zunächst zurück in den Bus." Durch die Vollsperrung der Autobahn mussten sich die Teams in Geduld üben. „Ein Ersatzbus durfte nicht in die Unfallzone, so dass wir letztlich vier Stunden warten mussten, bis die Feuerwehr alle Trümmer beseitigt hatte", so Hansel. Erst gegen 23.30 Uhr erreichten die Beteiligten Jöllenbeck.

Über die sozialen Medien hatte sich die Meldung von dem Unfall in Windeseile verbreitet. „Wenn man hört, dass niemand verletzt ist und alle auf den Ersatzbus warten, ist man erleichtert, aber wenn man dann die Bilder sieht und nach Stunden immer noch von der Vollsperrung hört, macht man sich schon große Sorgen", verdeutlicht der TuS-97-Jugenkoordinator Heiko Nossek seine Gefühlslage des Abends.

Tags darauf stand sein Telefon kaum still. Es galt, alle Fragen der besorgten Eltern zu beantworten. Am gestrigen Abend wurde das Gepäck aus dem beschädigten Bus nach Jöllenbeck geliefert. Anschließend wurden die Ereignisse in einer Vorstandssitzung zum Thema gemacht. „Wir wissen noch gar nicht, welche Nachwirkungen das bei Einzelnen haben könnte und ob wir eventuell weitere Hilfe zur Verfügung stellen müssen", so Nossek.

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