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Elias Sansar siegt beim 44. Luisenturmlauf

Titelverteidiger setzt sich auf der Zielgeraden durch

Claus Meyer

Läuferschlange: Nach dem Start verlässt das Feld das Stadion. - © Foto: Claus Meyer
Läuferschlange: Nach dem Start verlässt das Feld das Stadion. (© Foto: Claus Meyer)

Borgholzhausen. Stadionsprecher Henning Tonn ist sich sicher: Elias Sansar werden heute nicht nur die Beine schmerzen, sondern auch der Hals, genauer gesagt der Nacken. So oft wie er sich auf den letzten 300 Metern im Ravensberger Stadion umschauen muss, hat er sich wohl bei seinen gesamten vorherigen »Luisen« nicht umschauen müssen.

Verbissen um Platz eins: Elias Sansar (links) muss im Schlussspurt alle Kraft mobilisieren, um Adam Janicki auf Distanz zu halten. - © Foto: Claus Meyer
Verbissen um Platz eins: Elias Sansar (links) muss im Schlussspurt alle Kraft mobilisieren, um Adam Janicki auf Distanz zu halten. (© Foto: Claus Meyer)

Janickis Jagd auf den Titelverteidiger findet erst am Zielstrich ihr Ende. Eine halbe Sekunde Vorsprung rettet Sansar ins Ziel. In 1:15:49,6 Stunden ist der Detmolder fast eine Minute schneller als bei seinem Triumph vor Jahresfrist. Janicki braucht 1:15:50,1 Stunden. Der neunmalige Hermannslaufsieger Sansar atmet im Zielraum tief durch, nimmt strahlend die Glückwünsche entgegen. Janicki gratuliert gut gelaunt.

Er hat allen Grund dazu. Ein entscheidendes Sprintduell im Stadion hat bei der »Luise« Seltenheitswert. Erst im vergangenen Jahr ist Janicki Mitglied beim SV Brackwede geworden. Schon 2016 unterstrich er in 1:20:32 Stunden als Dritter beim Luisenturmlauf seine sportlichen Ambitionen. Nun ist er fast fünf Minuten schneller und legt einen Platz zu.

»Es war die ganze Zeit Schulter an Schulter«

Sansar schildert derweil, wie knapp es auf der Strecke zuging. Beim Anstieg zum Hollandskopf unweit des Luisenturms hat sich der Favorit einen kurzen Moment absetzen können. Als es aber bergab Richtung Stadion geht, schließt der hartnäckige Janicki, der neben Langstreckenlauf auch Kickboxen betreibt, wieder auf. „Ab dann war es die ganze Zeit Schulter an Schulter", sagt Sansar und nennt Janickis Leistung sehr beeindruckend. „Es ist schön, einen so starken Konkurrenten hier aus der Region zu haben."

Der so Gelobte ist am Mikrofon von Tonn zunächst sprachlos. Die Jagd durch die Wälder um Borgholzhausen hat an Janicki gezerrt. Ein paar Minuten braucht er, dann kommt es kurz vor dem Sprung aufs Podest zur sportlichen Kampfansage. Denn geht es nach Janicki, dürfte das Duell von Borgholzhausen beim Hermannslauf gerne weitergehen. „Ich bin dabei", sagt Janicki, und es klingt fast wie eine Drohung gegen den Seriensieger Sansar. „Ich werde versuchen, mich an Elias dranzuhängen." Der Hermannslauf startet am 30. April. Macht Janicki seine Ankündigung wahr, dürfte Sansar am Maifeiertag Nackenschmerzen haben.

Als Melanie Genrich gut 18 Minuten nach den schnellsten Herren ins Ziel kommt, hat sie mangels Gegnerin kein so spannendes Finish zu bieten. Die Vorjahressiegerin beherrscht auch dieses Mal die Konkurrenz klar. 1:34:09 Stunden stehen am Ende auf der Uhr für die Brackwederin, damit ist sie 22 Sekunden schneller als bei ihrem Erfolg 2016.

Kurios endet der Kampf um Silber und Bronze bei den Frauen. Ilka Wienstroth vom TSVE Bielefeld ist als Zweite netto drei Sekunden langsamer als Larissa Kraft. Für die Siegerliste zählt aber die Bruttozeit, also die Zeit ab Startschuss. Kraft ist weiter hinten im Feld gestartet als Wienstroth und liegt daher in dieser Rechnung hinter ihr.

Elias Sansar siegt beim 44. Luisenturmlauf
Info

Ergebnisse

Halbmarathon – Männer: 1. Elias Sansar (LG Lage/Detmold/Bad Salzuflen, 1. M 35) 1:15:49,6 Stunden, 2. Adam Janicki (SV Brackwede, 1:15:50,1, 1. M 20), 3. Björn Ender (1. M 30) 1:21:36, 4. Dirk Strothmann (LC Solbad, 1:22:29, 1. M 45), 5. Robert Wilms (SG Wenden) 1:23:42, 6. Konrad Schulz (Die Unbestechlichen, 1. M 50) 1:23:50, 7. Ingo Assmann (SC Melle) 1:24:16, 8. Aljosha Pilot (Delbrück läuft) 1:24:16. Weitere Altkreisergebnisse: 27. Jörn Strothmann (LC Solbad) 1:30:50, 41. Henning Weßling (LC Solbad) 1:32:26, 43. Gerd Strathkötter (LC Solbad) 1:32:53, 47. Heiko Redecker (LC Solbad) 1:33:25, 50. Karsten Grube (Borgholzhausen) 1:33:43.
Frauen: 1. Melanie Genrich (SV Brackwede, 1. W 35) 1:34:09, 2. Ilka Wienstroth (TSVE Bielefeld) 1:36:19 netto, 1:36:26 brutto, 3. Larissa Kraft 1:36:16 netto, 1:36:31 brutto, 4. Silvia Noya Crespo (1. Tri-Team Gütersloh) 1:38:41, 5. Marion Wittler (TSVE Bielefeld, 1. W 40) 1:38:46. Weitere Altkreisergebnisse: 8. Heike Schlüter (LiVe-Lauftreff Versmold) 1:42:48, 13. Marianne Niemann (LC Solbad, 1. W 60) 1:48:45.
12,5 Kilometer – Männer: 1. Jan Kerkmann (TSVE Bielefeld, 1. M 20) 43:20 Minuten, 2. Ingmar Lundström (Avtive Sportshop Team, 1. M 45) 44:35, 3. Tim Kerkmann (TSVE Bielefeld) 47:31. Altkreisergebnisse: 26. Reinhard Stricker (LC Solbad, 1. M 60) 1:02:46, 30. Jürgen Heptner (A+B Versmold) 1:04:54, 41. Meik Schwewe (LC Solbad) 1:08:20.
Frauen: 1. Nina Haase (SV Brackwede, 1. W 20) 56:46, 2. Stefanie Vergin (Post SV Gütersloh, 1. W 40) 58:58, 3. Ariane Papke-Maxa (TSVE Bielefeld, 1. W 30) 1:00:29. Altkreisergebnisse: 8. Annemarie Bluhm-Weinhold (LC Solbad) 1:08:47, 11. Beatrice Knippschild (LC Solbad, 1. W 50) 1:09:35, 12. Frauke Schnelle (LC Solbad, 1. W 35) 1:09:45, 13. Christine Diekhaus (LC Solbad) 1:10:28.

Alle Ergebnisse: www.ttjnet.de


„Da war sie vielleicht zu bescheiden" sagt Hubert Kaiser, Vorsitzender des ausrichtenden LC Solbad Ravensberg. So weit hinten im Feld hätte sich Kraft angesichts ihres Laufvermögens nämlich nicht einordnen müssen.

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