Eins plus mit Sternchen

Philipp Kreutzer

Gratulation: Sportlich fair beglückwünscht Peckelohs Maskottchen Hugo nach der Halbfinalniederlage des SCP gegen den SV Häger HSV-Kicker Hüseyin Geceli. - © Foto: Sven Hauhart
Gratulation: Sportlich fair beglückwünscht Peckelohs Maskottchen Hugo nach der Halbfinalniederlage des SCP gegen den SV Häger HSV-Kicker Hüseyin Geceli. (© Foto: Sven Hauhart)

Altkreis Halle. Am Morgen danach schlummerte Frederic Kollmeier ein wenig länger als an anderen Tagen. Das Ausschlafen hatte sich Hägers Spielertrainer nach dem Triumph beim Haller-Kreisblatt-Cup redlich verdient; zugleich war Erholung bitter nötig, schließlich hatten die Spiele der Endrunde und die anschließenden Feierlichkeiten auch ihn körperlich wie emotional viele Körner gekostet.

Volles Haus: 800 Zuschauer verfolgten die Endrundenspiele in der Sparkassen-Arena, der Einlass verlief reibungslos. - © Foto: Sven Hauhart
Volles Haus: 800 Zuschauer verfolgten die Endrundenspiele in der Sparkassen-Arena, der Einlass verlief reibungslos. (© Foto: Sven Hauhart)

Mit einigen Stunden Abstand analysierte
Hägers müder, aber sehr glücklicher Spielertrainer wie gewohnt auf den Punkt: „Oesterweg und Peckeloh waren körperlich unheimlich stark, Steinhagen hat den schönsten Fußball gespielt. Und wir hatten die perfekte Mischung." Bei den Siegen im Neunmeterschießen im Halbfinale gegen Peckeloh genauso wie im Endspiel gegen
Oesterweg die meisten Besucher auf der mit 800 Zuschauern voll besetzten Tribüne der Versmolder Sparkassen-Arena gegen sich zu wissen, habe bei seinen Kickern riesige Motivation freigesetzt, berichtete Kollmeier. „49 Prozent unseres Titelgewinns gehören aber irgendwie auch Oesterweg", befand der 37-Jährige, „weil sie Steinhagen im Halbfinale ausgeschaltet haben. Die hätten uns im Finale wahrscheinlich rundgespielt, so platt waren wir da schon."

Logo Haller-Kreisblatt-Cup 2017 - © Foto: S. Neumann
Logo Haller-Kreisblatt-Cup 2017 (© Foto: S. Neumann)

Ihren dritten Triumph nach 2006 und 2007 feierten die
Hägeraner bis tief in die Nacht bei ihrem Mitspieler Jens Horstmann in Bielefeld. Den „Spirit im Team, der einfach gepasst hat", würde Kollmeier nun nur allzu gern erhalten. „Ich hoffe", sagte er mit Blick auf die A-Liga-Rückrunde auf dem Feld, „dass uns dieser Sieg nach der enttäuschenden Hinrunde einen richtigen Schub gibt."

Auch die Organisatoren zogen ein durchweg positives Fazit der dreitägigen Veranstaltung. „Der HK-Cup entwickelt sich sehr gut und ist eine tolle kleine Schwester der Bielefelder Stadtmeisterschaften", sagte Philip Ortgies vom veranstaltenden Fußballkreisverband Bielefeld. Den Einlass am Endrundentag mit Hilfe eines Bändchen-Vorverkaufs in den HK-Geschäftsstellen zu beschränken und damit die Sicherheit in der Halle zu gewährleisten, werteten alle Beteiligten als vollen Erfolg. „Im letzten Jahr war es mit der Besucherschlange vor der Tageskasse holprig, insofern war das jetzt die richtige Entscheidung", sagte Ortgies. Er verschwieg nicht, dass ihm der HK-Cup auch wegen des Triumphs des SV Häger so gut gefallen hatte. Ortgies ist Vorstandsmitglied des »kleinen HSV«.

Diskussionswürdig sei, sagte er, ob künftig womöglich auch für die Vorrundenbegegnungen eine Einlassregulierung eingeführt werde. Denn am ersten Tag des HK-Cups, an dem der SC Peckeloh vor seiner traditionell großen Anhängerschar seine Gruppenspiele austrug, war die Arena mindestens so gut gefüllt wie bei der Endrunde. Auch die jährlich aufkommende Diskussion um das Grätschen und eine unterschiedliche Handhabe der Schiedsrichter werde im Kreis der Unparteiischen im Nachgang Thema sein, sagte Ortgies.

Ein großes Lob sprach er der ausrichtenden Spvg.
Versmold aus. „Eins plus mit Sternchen – so eine gute Organisation wie diesmal habe ich noch nie erlebt", schwärmte Ortgies mit Blick auf die 30-köpfige Orga-Mannschaft um Frank Strathkötter und Rolf Westmeier. Die Versmolder fühlten sich trotz des Viertelfinal-Aus ihrer Mannschaft hinterher als Sieger – zu Recht. „Wir sind super zufrieden, die Arbeit hat sich für unsere Vereinskasse voll gelohnt", jubelte Spvg. Versmolds Fußball-Boss Rolf Uthmann, der das Publikum als Hallensprecher wie gewohnt fachkundig und unterhaltsam durch den Abend führte und heute bei der Finalrunde der Bielefelder Stadtmeisterschaft sprechen wird.

Welcher Verein die einträgliche Ausrichtung der 20. Auflage des Haller-Kreisblatt-Cups im kommenden Jahr übernehmen wird, steht noch nicht fest. Klar ist, dass erneut vom 26. bis 28. Dezember in der Sparkassen-Arena gespielt werden soll.

Wesentliche Voraussetzung für den Gesamterfolg der Veranstaltung war auch das eingespielte Regie-Team, das sich aus Mitgliedern verschiedener Vereine zusammensetzt und dem neben Sprecher Rolf Uthmann Arena-Hausmeister Frank Wacker („es war wieder ein Top-Turnier", SG Oesterweg), Udo Kirchhoff (SC Peckeloh) als »Herr der Zahlen«, Ralf Heidmann und Michael Giannotti (beide TuS Solbad Ravensberg) als Zeitnehmer sowie Dirk Tabor als DJ angehören. Für den Kreisverband waren neben Ortgies auch Ingo Engelstädter und Udo Schimanke beim Turnier im Einsatz.

Viele der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer trafen sich schon am Morgen nach dem letzten Abpfiff wieder in der Halle, um dort aufzuräumen. Und das, obwohl einige von ihnen noch kurz zuvor im »Dixi« die Nacht zum Tag gemacht hatten – zusammen mit den Kickern des Überraschungsfinalisten SG Oesterweg und den Peckelohern. Wenn es schon keinen Titel zu feiern gibt, kann eben auch ein tolles Turnier ein passender Anlass für eine schöne Party sein.

Copyright © Haller Kreisblatt 2018
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

captcha