Mestemacher: „Food-Blogger sind die moderne Stiftung Warentest“

Marc Uthmann

Warum auch Brot Teil der Digitalisierung wird: Darüber diskutieren Mestemacher-Gesellschafterin Ulrike Detmers (links); ihr Mann Albert und Wirtschaftspsychologin Prof. Dr. Sarah Diefenbach. - © Foto: Marc Uthmann
Warum auch Brot Teil der Digitalisierung wird: Darüber diskutieren Mestemacher-Gesellschafterin Ulrike Detmers (links); ihr Mann Albert und Wirtschaftspsychologin Prof. Dr. Sarah Diefenbach. (© Foto: Marc Uthmann)

Gütersloh/Köln. „Wir sind immerhin Weltmarktführer bei den Nischenprodukten", verkündet Ulrike Detmers im Gespräch auf der Anuga hörbar stolz. Am Tisch sitzt auch Professor Dr. Sarah Diefenbach und lächelt. Mit ihr wird die Mestemacher-Chefin am Stand des Unternehmens gleich über die Digitalisierung sprechen – und die Worte der Unternehmerin dürften der Wirtschaftspsychologin gefallen haben.

Schließlich ist es augenscheinlich, dass Ulrike Detmers die Herausforderungen, aber auch die Chancen des Marktumfeldes erkannt hat, in dem sich Mestemacher mit seinen vier Unternehmen in Gütersloh, Lippstadt, Aerzen und dem polnischen Posen bewegt. Die Gruppe mit ihren knapp 550 Mitarbeitern wird die Umsatzprognose von gut 157 Millionen Euro für 2017 halten, ebenso den Exportanteil, der mit 24 Prozent „konstant über Marktschnitt" liege, sagt Ulrike Detmers.

US-Präsident Trump habe das Auslandsgeschäft des organisch wachsenden Unternehmens „bisher verschont", wie die Gesellschafterin scherzt, die das größte Potenzial für Wachstum aktuell aber anderswo sieht, auf dem skandinavischen Markt: „Vor allem die Nordlichter lieben unser Proteinbrot", schwärmt Ulrike Detmers. Den Weg, Genuss zum Erlebnis zu machen, geht Mestemacher mit seinen Neuheiten wie dem Mandel-Eiweißbrot oder dem Eiweiß-Toastbrötchen mit Kartoffelstreifen in Köln weiter.

Künftig sei vermehrt „digitale Kompetenz" gefragt, wie die Chefin betont: „Vor allem von den zahlreichen Food-Bloggern können wir etwas lernen. Sie sind die moderne Stiftung Warentest." Wo lässt sich der Zusatznutzen im Produkt platzieren, um im Wettbewerb mit den ebenfalls ins SB-Brotregal strebenden Handelsunternehmen zu bestehen? Diese Frage steht für Ulrike Detmers über allen. Traditionelle Stärken von Mestemacher müssten sich verbinden mit Lifestyle-Produkten wie dem Hefeteig »Gourmet Focacacia Sour Cream«.

Dass zeitgleich die Rohstoffe für den Biomarkt knapp werden und Amazon genau in dieses Marktsegment einsteigt, hat Ulrike Detmers natürlich auch im Blick. Aber der Druck schreckt sie nicht: „Den haben wir immer." Noch so ein Satz, der Wirtschaftspsychologin Sarah Diefenbach gefällt.

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