Elektrizitätsversorgung Werther ist bald ein Windstromerzeuger

Einstimmiger Beschluss im Stadtrat: Der heimische Energieversorger beteiligt sich mit fünf Prozent an der Bielefeld-Gütersloh Wind GmbH. Die EWG zahlt dafür 230 000 Euro und gewährt dem neuen Partner ein Darlehen in Höhe von 600 000 Euro

Detlef Hans Serowy

Offenbar lukrativ: Die Elektrizitätsversorgung Werther steigt finanziell im Windpark Hasselbach ein, der im Bielefelder Süden und in Verl liegt. - © Foto: Joern Spreen-Ledebour
Offenbar lukrativ: Die Elektrizitätsversorgung Werther steigt finanziell im Windpark Hasselbach ein, der im Bielefelder Süden und in Verl liegt. (© Foto: Joern Spreen-Ledebour)

Werther. Dafür erhält der kommunale Energieversorger einen fünfprozentigen Anteil am Windpark Hasselbach, der im Bielefelder Süden und auf dem Gebiet der Stadt Verl drei Windräder betreibt. Einstimmig billigte der Stadtrat am Donnerstagabend das Geschäft.

„Es gab schon lange die Idee, dass sich die EWG an der Erzeugung von regenerativer Energie beteiligt", erläutert Marion Weike. Initiativen in Richtung Wasserkraft hätten sich zerschlagen, so die Bürgermeisterin. Jetzt sei eine günstige Gelegenheit genutzt worden.

Das sieht auch Volker Nau so. „Wir erwarten uns eine Rendite aus der Beteiligung", erklärt der EWG-Geschäftsführer. Wirtschaftliche Gründe seien aber nicht die Hauptmotivation für das Geschäft gewesen. „Wir sehen die Zukunft bei den erneuerbaren Energien", sagte Nau.

Deshalb bietet der kommunale Energieversorger auch einen Ökostromtarif aus 100 Prozent Wasserkraft an. „Unseren Kunden versprechen wir, Erlöse aus diesen Tarif in Projekte und Anlagen der erneuerbaren Energien zu investieren", erklärt der Geschäftsführer.

Die Beteiligung am Windpark Hasselbach erfolge vor diesem Hintergrund. Eigentümer der drei Windräder sind aktuell noch zu je 50 Prozent die Stadtwerke Bielefeld GmbH und die Stadtwerke Gütersloh GmbH. Sie verkaufen zehn Prozent der Anteile an die Stadtwerke Verl und fünf Prozent an die EWG.

„Das Geschäft ist nur deshalb möglich, weil die Stadtwerke untereinander verbunden und vernetzt sind", betont Marion Weike. Die Anlage sei ja bereits fertig und produziere gewinnbringend Strom. Deshalb muss die EWG 80 000 Euro Aufschlag auf ihre fünf Prozent zahlen.

Fünf Prozent vom Eigenkapital der Bielefeld-Gütersloh Wind GmbH entsprechen 150 000 Euro. „Da die Stadtwerke Bielefeld und Gütersloh bei Planung und Bau finanzielle Risiken eingegangen und in Vorleistung getreten sind, zahlen wir einen Aufschlag auf den Preis", so Volker Nau.

Rund 16 Millionen Euro haben die drei Windräder vom Typ Vestas V126 gekostet. Zwölf Millionen Euro wurden über ein Darlehen finanziert. Entsprechend ihrer Beteiligung gewährt die EWG deshalb der Wind GmbH jetzt ein Darlehen in Höhe von 600 000 Euro. „Der Kredit soll in zwölf Jahren zurückgezahlt sein", weiß der EWG-Geschäftsführer.

20 Jahre lang wird der Windpark nach den Bestimmungen des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. „25 Jahre beträgt die Lebenserwartung der Anlage", sagt Volker Nau. Die Investition werde sich schon viel früher ausgezahlt haben, ist er überzeugt. Regeln des EEG verhindern die direkte Belieferung der heimischen Kunden mit Windstrom. „Wir hoffen, dass wir unser Engagement ausbauen und möglichst irgendwann eigenen Windstrom an unsere Kunden liefern können", wünscht sich Nau.

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