Sportförderung: Kritik an mangelnder Transparenz

Anja Hanneforth

Knackpunkt: An der eigentlichen Sanierung des Kunstrasenplatzes Meyerfeld (im Vordergrund) gab es keine Kritik, wohl aber am Umstand, dass in Werther die Sportförderung nicht transparent genug dargestellt ist. - © Foto: Ulrich Fälker
Knackpunkt: An der eigentlichen Sanierung des Kunstrasenplatzes Meyerfeld (im Vordergrund) gab es keine Kritik, wohl aber am Umstand, dass in Werther die Sportförderung nicht transparent genug dargestellt ist. (© Foto: Ulrich Fälker)

Werther. Dass der Kunstrasenplatz auf dem Meyerfeld nach 17 Jahren Dauerbetrieb für 250 000 Euro einen neuen Belag erhält, ist beschlossen und politisch unstrittig. Kritik gab es jetzt dennoch. Uwe Gehring (UWG) beklagte im Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend die mangelnde Transparenz bei der Sportförderung. Anlass war der Hinweis in der Ausschussvorlage, dass sich der BV zusätzlich zum Belag Aufwärmflächen wünscht und diese in die Planung einbezogen werden sollen – unter der Voraussetzung, dass sich der Verein „in angemessener Weise“ an den Kosten beteiligt.

„Natürlich ist es gut, dass die Stadt dem BV unter die Arme greift und den Kunstrasen auf dem Meyerfeld saniert“, stellte Gehring seiner Kritik ausdrücklich voran. Doch nirgendwo gebe es eine genaue Auflistung, welche Vereine am Ort mit wie viel Geld unterstützt werden. Als Beispiel nannte Gehring den TuS Langenheide, für den die Stadt jüngst wegen hoher Pflegekosten für dessen Kunstrasenplatz einen Rettungsschirm habe erarbeiten müssen. Jetzt habe der BV offenkundig zusätzliche Wünsche bei den Nebenanlagen angemeldet.

„Wir finden immer wieder Einzellösungen, jedes Mal wird die Förderung anders geregelt“, beklagte Gehring. Der Fall Meyerfeld werde mit dem Argument »Schulsport« überdeckt. Doch dieser Anteil an der Nutzung des Platzes falle doch sehr gering aus. Daher seine Forderung: Die Förderkriterien transparenter zu machen und darzulegen, dass die anvisierten Finanzierungen auch gerechtfertigt sind.

Bürgermeisterin Marion Weike hielt der Kritik Gehrings entgegen, dass es in Werther das Sportförderkonzept gebe und man dieses auch dem Ausschuss vorgelegt habe. „Wir können das im Schul- und Sportausschuss aber gerne wiederholen und das Thema noch einmal beraten“, bot Weike an. Beim Meyerfeld handele es sich um eine städtische Sportanlage, die von zwei Vereinen und allen Schulen genutzt werde.

Andreas Honsel (FDP) bezeichnete es als „einzigartig“, dass eine kleine Stadt wie Werther mit nicht einmal 12 000 Einwohnern ihren Vereinen eine Sportlandschaft mit allein drei Kunstrasenplätzen zur Verfügung stellt. „Und ich glaube, wir haben es für alle gut hinbekommen, und alle können zufrieden sein.“

Untermauert wurde das Lob von der Bürgermeisterin: „Allein sechs Fußballplätze und etliche Bolzplätze – damit kann man durchaus werben!“

Eine reine Formalie war am Ende die Entscheidung über die Ausschreibung der Meyerfeld-Arbeiten. Einstimmig und ohne Gegenrede wurde sie von der Politik auf den Weg gebracht. Liegen die Ergebnisse vor, wird die Verwaltung den günstigsten Bieter mit dem Austausch des Belags beauftragen. Darüber hinaus – und auch diese Entscheidung fiel einstimmig – wurde die Verwaltung verpflichtet, mit dem BV einen Termin zu vereinbaren und über Eigenleistungen sowie die spätere Pflege der Gesamtanlage zu verhandeln.

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