Sperrung der Diekstaße sorgt für Unmut

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Sperrung Diekstraße - Eingesperrt: Seit gestern kann Frank Steinmeier offiziell eigentlich gar nicht mehr vom Hof kommen. Biegt er links ab, so stößt er auf die geöffnete Fahrbahndecke. Biegt er rechts ab, so steht er vor der Absperrbarke, die die Gefahrenstelle in der Diekstraße absichert. - © Kerstin Spieker, HK
Sperrung Diekstraße - Eingesperrt: Seit gestern kann Frank Steinmeier offiziell eigentlich gar nicht mehr vom Hof kommen. Biegt er links ab, so stößt er auf die geöffnete Fahrbahndecke. Biegt er rechts ab, so steht er vor der Absperrbarke, die die Gefahrenstelle in der Diekstraße absichert. (© Kerstin Spieker, HK)

Werther. Eine Baustelle direkt vor der Tür zu haben, sorgt selten für Begeisterung bei den Anwohnern. So ist das auch bei Frank Steinmeier und Dagmar-Gabriele Kloss. Sie wohnen an der Diekstraße und die ist seit dem 7. November voll gesperrt. „Wenn wir wenigstens Sommer hätten, dann könnten wir jetzt im Garten die Ruhe ohne den Durchgangsverkehr genießen", sagt Frank Steinmeier schmunzelnd im Gespräch mit dem HK.

Aber es ist Winter und Matsch, Nässe und Kälte machen es nicht gerade angenehm, die Mülltonnen vom Hof 300 Meter Richtung Kreisverkehr an der L785/L921 zu ziehen, weil der Müllwagen nicht mehr vorbeikommt. Steinmeier stellte am Montagabend im Anregungs- und Beschwerdeausschuss die Gesamtsituation dar, die sich durch die Einrichtung der Baustelle auf der Diekstraße für ihn ergibt. So ist die Straße offiziell jetzt auch vom Winterdienst ausgenommen. „Dass das so dramatisch ist, war mir gar nicht klar", sprach Knut Weltlich (SPD) anscheinend der Mehrheit der Ratsmitglieder aus dem Herzen.

Er hätte sich zudem gewünscht, von der Sperrung der Straße von der Stadt in schriftlicher Form verständigt zu werden ebenso über die Konsequenzen, monierte Steinmeier. Statt dessen habe es einen Anruf bei seiner Vermieterin gegeben, die wiederum ihn telefonisch informierte. Dass man die Straße vor allem im Hinblick auf die Nutzung durch den Schwerlastverkehr sperren musste, dafür habe er vollstes Verständnis. Von den angekündigten baulichen Veränderungen werde er hoffentlich selbst deutlich profitieren, dienen sie doch dem Hochwasserschutz.

Gesperrt ist die Diekstraße, wie berichtet, wegen eines defekten Kanalrohres, das unter der Straße direkt vor der Hofeinfahrt des Hauses Nummer 7 verläuft. Das ist das Haus, in dem Frank Steinmeier und Dagmar-Gabriele Kloss wohnen. Viele Umwege müssten sie seit der Sperrung in Kauf nehmen, ließen sie wissen. 80 Prozent ihrer Wege würden sie eigentlich Richtung Kreisel führen. In die Richtung könnten sie aber wegen der Barken nicht vom Hof abbiegen.

Die Sperrung sei vom Kreis angeordnet, ließ Bürgermeisterin Marion Weike im Gespräch mit dem HK wissen. Seit die Stadt wisse, dass die Kanalleitung unter der Straße in desolatem Zustand sei und sich zudem auch auf der Fahrbahn bereits erste Risse gezeigt hätten, sei die Verwaltung in der Pflicht.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nicht geht"

„Man stelle sich bloß vor, wir sperrten die Straße nicht, ließen Fahrzeuge über die schadhafte Stelle rollen und eines bräche ein", machte Weike die Situation deutlich. Einer Regelung zuzustimmen, die das Überfahren der Gefahrenstelle für die Anwohner ermöglicht, liege deshalb für sie außerhalb des Möglichen.

Frank Steinmeier sieht das anders: „Wenn jede Straße in Werther, die so aussieht wie die Diekstraße, gesperrt werden müsste, dann könnten wir alle schon mal die Fahrräder rausholen." Ungefähr zehn PKW-Überfahrten am Tag würden sich ergeben, wenn man die Anwohner passieren ließe. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nicht geht", sagte er. Thorsten Schmolke von den Grünen schlug vor, ob nicht eine Querungssicherung durch eine Metallplatte eine Übergangslösung darstellen könnte. Darüber müssten Fachleute befinden.

„Besonders ärgerlich ist ja, dass wir auf die gesperrte Stelle schauen und da noch gar nicht gebaut wird. Und zwar noch lange nicht", ergänzte Steinmeier seine Ausführungen. Denn die Gesamtmaßnahme wird sich wohl bis 2020 hinziehen. „Die Reparatur des Kanalrohres allerdings stelle ich mir schon noch 2018 vor und zwar nicht erst zum 31. Dezember", erklärte Marion Weike dem HK. Die genaue Planung für die Baumaßnahmen, die am Ende mehr als 700.000 Euro verschlingen werden, stand gestern Abend auf der Agenda des Planungs- und Bauausschuss.

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