Über Leben nach Auschwitz

Anja Hanneforth

Schwere, aber lesenswerte Kost: Susanne Damisch von der Stadtbibliothek (links) und Bettina Gehle von der Buchhandlung Lesezeichen freuen sich, die Journalistin und TV-Moderatorin Bärbel Schäfer in Werther begrüßen zu können. Sie bringt ihr Buch »Meine Nachmittage mit Eva – Über Leben nach Auschwitz« mit. - © Foto: Anja Hanneforth
Schwere, aber lesenswerte Kost: Susanne Damisch von der Stadtbibliothek (links) und Bettina Gehle von der Buchhandlung Lesezeichen freuen sich, die Journalistin und TV-Moderatorin Bärbel Schäfer in Werther begrüßen zu können. Sie bringt ihr Buch »Meine Nachmittage mit Eva – Über Leben nach Auschwitz« mit. (© Foto: Anja Hanneforth)
Erstmals in Werther: Die bekannte Journalistin, Radio- und Fernsehmoderatorin Bärbel Schäfer. - © Foto: Anja Jahn
Erstmals in Werther: Die bekannte Journalistin, Radio- und Fernsehmoderatorin Bärbel Schäfer. (© Foto: Anja Jahn)

Werther. Mehr als 50 Jahre konnte Eva Szepesi, heute 85, nicht über die schrecklichen Erlebnisse im Konzentrationslager Auschwitz sprechen. Nicht einmal mit ihrem Ehemann. Für Bärbel Schäfer hat sie sich geöffnet und erzählt, wie es war, als Jugendliche einem grausamen Tod so nah gekommen zu sein. Die bekannte Journalistin und Fernsehmoderatorin hat die bewegende Geschichte in ihrem Buch »Meine Nachmittage mit Eva – Über Leben nach Auschwitz« aufgeschrieben. Aus ihm wird sie am Donnerstag, 23. November, um 20 Uhr im Haus Werther lesen.

Zum ersten Mal besucht Bärbel Schäfer im Rahmen des Lese-Herbstes von Stadtbibliothek und Buchhandlung Lesezeichen die Böckstiegelstadt. „Wir freuen uns sehr, dass es geklappt hat", sagen Susanne Damisch und Bettina Gehle. Beide kennen Bärbel Schäfer vor allem aus ihrer früheren Zeit als RTL-Moderatorin, wo sie noch im eher seichten Genre unterwegs war. In ihrem neuen Buch ist sie alles andere als das:

Sie schreibt über eine Jüdin, die sie in Frankfurt kennen gelernt hat, und deren einschneidende Lebensgeschichte. In Ungarn geboren, bekommt Eva Szepesi schon früh die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten zu spüren. Von der Mutter und dem jüngeren Bruder getrennt, wird sie zunächst von Helfern versteckt, bevor sie verraten und als Jugendliche ins Konzentrationslager nach Auschwitz gebracht wird. Erst im Januar 1945 wird sie, 13 Jahre alt und dem Tode nahe, von Soldaten der Roten Armee gefunden und befreit.

Was sie im Vernichtungslager erlebt hat und über 50 Jahre nicht erzählen konnte, hat Bärbel Schäfer in einem authentischen Roman zusammengefasst und es mit ihrer eigenen, ebenfalls von schweren Schicksalsschlägen geprägten Vergangenheit, verwoben. Immer mittwochs nachmittags haben sich die beiden Frauen in Frankfurt getroffen und über ihr Leben gesprochen.

Bärbel Schäfer, Jahrgang 1963, wuchs in Bremen auf und startete schon früh eine erfolgreiche Radio- und TV-Karriere. Eine ganze Reihe von Publikationen geht auf ihr Konto, gerade erst wurde sie in der Kategorie »Bestes Interview« für den Deutschen Radiopreis 2017 nominiert.

Der Vorverkauf hat begonnen. Tickets gibts in der Stadtbibliothek und im Lesezeichen. Im Vorverkauf kosten sie zwölf, an der Abendkasse 13 Euro.

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