Das EGW gehört zum »Netzwerk Begabungsförderung OWL«

Detlef Hans Serowy

Marietheres Vens-Bahrke: Die Didaktische Koordinatorin für individuelle Förderung am EGW. - © Foto: Detlef Hans Serowy
Marietheres Vens-Bahrke: Die Didaktische Koordinatorin für individuelle Förderung am EGW. (© Foto: Detlef Hans Serowy)

Werther. Besonders oder hoch begabte Kinder und Jugendliche erleben ihre Talente nicht immer als Vorteil. „Speziell in den Jahrgängen sieben und acht kann es zu Problemen kommen", weiß Marietheres Vens-Bahrke. Die 56-Jährige ist seit sechs Wochen Didaktische Koordinatorin für individuelle Förderung am Evangelischen Gymnasium Werther (EGW). Würden begabte Kinder in diesen Klassen nicht genügend gefordert, dann könnten sie zu erwartungswidrigen Niedrigleistern werden, erläutert sie.

»Underachiever«, wie solche Kinder und Jugendlichen in der Fachsprache genannt werden, leisten auffällig weniger, als aufgrund ihrer Begabung zu erwarten ist. Es beginne mit Langeweile und könne ernste Folgen haben, so
MarietheresVens-Bahrke. So kann es unter anderem zu störendem oder auffälligem Verhalten, einer Belastung des Familienlebens und Schulproblemen kommen. „Im regulären Unterricht ist es nicht einfach, solche Kinder angemessen zu fordern, sagt die Kunst- und Deutschlehrerin.

Zwei Prozent der Kinder und Jugendlichen sind hochbegabt

Deshalb gehört das EGW zum »Netzwerk Begabungsförderung OWL«. 20 Gymnasien, Gesamtschulen und Weiterbildungskollegs bieten hier geeigneten und interessierten Schülern der Klassen sieben bis neun Workshops an. Diese Angebote mit ganz unterschiedlichen Themen finden aktuell schulübergreifend an der Universität Bielefeld, in verschiedenen Museen, bei einem Rundfunksender und an mehreren Schulen statt.

Cornelia Renneker unterrichtet Deutsch und Sozialwissenschaften am EGW und hat 13 Kinder der Klassen sieben bis auf das Förderangebot hin angesprochen. Hochbegabung ist kein Massenphänomen. Nur zwei Prozent der Kinder und Jugendlichen haben einen Intelligenzquotient (IQ) von 130 oder höher. Schulische Unterforderung kann sich aber auch negativ auf Kinder auswirken, die einen niedrigeren IQ haben. „Vier Kinder aus der neunten und ein Mädchen aus der achten Klasse wollen einen Workshop besuchen", berichtet Cornelia Renneker.

Die Wahl der EGW-Schüler fiel auf einen Radio-Workshop beim Radio Hochstift, einen Bionik-, einen Medien-, einen Kunst- und einen Meeresbiologieworkshop. „Ein Mädchen aus der neunten Klasse hat sich noch nicht entschieden, zwei Siebtklässler lehnten ab, weil ihnen die angebotenen Workshops für ihre Altersklasse nicht attraktiv zu sein schienen", so Cornelia Renneker. Durchgeführt werden die Angebote im Winter diesen und im Frühjahr des kommenden Jahres in der Freizeit der Schüler.

Für die Teilnahme müssen sich interessierte Schüler auf einer Internetplattform bewerben und ein Motivationsschreiben anfertigen. Sie sollen ihr Interesse für den gewählten Workshop begründen und besondere Fähigkeiten und Voraussetzungen mitteilen, die sie dafür haben. Ein Team bei der Bezirksregierung Detmold wählt die Teilnehmer aus.

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