Baugebiet Blotenberg: Verfahren zieht sich weiter hin

Kerstin Spieker

Bleibt spannend: Die Entwicklungen im Verfahren zum Baugebiet Blotenberg verlaufen zäh und der Ausgang scheint ungewiss. Von einer Planung für 50 Baugrundstücke blieben nach zahlreichen politischen Debatten und einem Gutachtenmarathon im Laufe der Zeit noch 25. - © Foto: Stadt Werther
Bleibt spannend: Die Entwicklungen im Verfahren zum Baugebiet Blotenberg verlaufen zäh und der Ausgang scheint ungewiss. Von einer Planung für 50 Baugrundstücke blieben nach zahlreichen politischen Debatten und einem Gutachtenmarathon im Laufe der Zeit noch 25. (© Foto: Stadt Werther)

Werther. „Zum Haareraufen" sei es, wie lange sich das Verfahren um die Entwicklung des Baugebietes Blotenberg nun schon hinzöge. Das sagte Bürgermeisterin Marion Weike in ihrem großen Silvesterinterview 2016 in dieser Zeitung. Für das erste Halbjahr 2017 stellte sie darin die Vorstellung der Planung zur endgültigen Abstimmung im Rat in Aussicht. Inzwischen steht fest: Das Verfahren hat den Zeitrahmen in Gänze verlassen. Dass es noch in diesem Jahr zu einer Abstimmung kommt, hält Bauamtsleiter Jens Kreiensiek für ausgeschlossen.

Als Grund nennt er die vielen Einwendungen, die im Zuge der Offenlegung bei der Stadt eingegangen sind. Die Blotenberg-Initiative berichtete im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung im Frühjahr davon, dass rund 200 Einwendungen auf den Weg gebracht worden seien. Ein Umstand, den die in der Bürgerinitiative organisierten Blotenberg-Gegner begrüßten.

Viele Einwendungen erfordern viele Antworten

„Viele Einwendungen heißt eben, viele Texte müssen geschrieben werden", erklärt Kreiensiek die Lage. Zwar leiste dabei die Hauptarbeit das Planungsbüro. „Aber natürlich in enger Abstimmung mit der Stadt", macht der Bauamtsleiter deutlich. Das koste Zeit und sei innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens nicht zu bewältigen gewesen. Als Thema auf der Tagesordnung des Planungs- und Bauausschusses werde der Blotenberg wohl zum Jahresende noch mal auftauchen, um Details, wie die Entwässerung und die Ausgleichsmaßnahmen, abzustimmen.

Seine Haltung macht Kreiensiek in dem Zusammenhang sehr deutlich. Von einem Areal, das ursprünglich einmal 50 Baugrundstücke vorgesehen hätte, seien im Laufe der Jahre und vieler politischer Debatten um den Standort und auch darüber, ob man überhaupt weitere Bebauung in Werther wolle, noch ein Baugebiet mit 25 Bauplätzen geblieben. „Da ist doch jetzt am Blotenberg noch genügend Platz für entsprechende Ausgleichsflächen", sagt Kreiensiek. Die Stadt müsste dazu die bisher als Acker genutzten Fläche, die inzwischen aus dem Baugebiet herausgefallen sind, ökologisch aufwerten.

Aber selbst wenn der Rat nach vielen Jahren der Planung und der Debatten letztlich für die Bebauung des Blotenbergs grünes Licht geben sollte, hält Jens Kreiensiek das noch nicht für das abschließende Startsignal. Das zu geben oder die Ampel auf Rot zu stellen, wird nach seiner Einschätzung dem Verwaltungsgericht obliegen. „Ich gehe davon aus, dass die Blotenberg-Initiative gegen unsere Planung klagen wird", prognostiziert er.

Die Stadt hat kein einziges Grundstück mehr zu bieten

Das letzte Neubaugebiet brachte die Stadt Werther 2008 an den Markt. Damals ging es um 28 Baugrundstücke im Bereich Nordstraße/Käppkenstraße. 25 der Grundstücke waren in städtischer Hand. Seitdem konnte die Stadt hier und da eher vereinzelt Baugrundstück auf den Markt bringen. Die letzten beiden in Häger fanden vor einem halben Jahr Käufer. „Jetzt haben wir als Stadt kein einziges Baugrundstück mehr zu bieten", zieht Kreiensiek Bilanz.

Und das angesichts einer Wohnungsnot in Bielefeld, die immer mehr Menschen über Alternativen zum Stadtleben nachdenken lasse. Ein Umstand, von dem Werther in den vergangenen Jahren stets profitierte. Denn während die Gewerbesteuer direkt konjunkturellen Schwankungen ausgesetzt ist, konnte Werthers Kämmerer auf den Anteil aus Einkommenssteuern stets fest bauen.

Wann die Grundstücke am Blotenberg auf den Markt kommen könnten, dazu will Jens Kreiensiek keine Voraussagen mehr machen. Es habe auch schon Bauplanungen gegeben, die am Ende in der Schublade gelandet wären, kommentierte er. Einen Schub für den Blotenberg hatte sich Kreiensiek durch den Umzug der Firma Act’o soft auf den Hof Overbeck am Fuße des Blotenbergs erhofft. Aber das Unternehmen halte sich weiterhin bedeckt, sagt er.

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