Neugestaltung des ZOB: Planung muss bis Ende Dezember stehen

Anja Hanneforth

Mögliche Ansicht: Etwa so soll die Dachkonstruktion von Werthers neue gestaltetem Busbahnhof aussehen – räumlich offen, mit Säulen und einem bunt Farbband. Der Betonkubus könnte als Radstation für E-Bikes und Pedelecs genutzt werden. - © B.K.S. Architekten
Mögliche Ansicht: Etwa so soll die Dachkonstruktion von Werthers neue gestaltetem Busbahnhof aussehen – räumlich offen, mit Säulen und einem bunt Farbband. Der Betonkubus könnte als Radstation für E-Bikes und Pedelecs genutzt werden. (© B.K.S. Architekten)

Werther. Viele offene Fragen, viel Kritik, viel Bedarf für weitere Diskussionen: Die Neuplanung des Busbahnhofs gestaltet sich schwieriger als gedacht. Doch die Zeit drängt. Spätestens zum 31. Dezember dieses Jahres muss der Förderantrag mit dem fertigen Konzept, wie Werthers Busbahnhof künftig aussehen soll, beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe eingegangen sein. Sonst, das machte Planer Ralf Bockermann vom Ingenieurbüro Bockermann Fritze unmissverständlich deutlich, würde die Fördersumme von 1,237 Millionen Euro nicht fließen. Und derzeit sind die Planungen weit von einem Abschluss entfernt.

„Wir müssen uns wirklich sputen", kommentierte daher Johannes Lindemann (SPD) am Donnerstag im Stadtentwicklungsausschuss. Allerdings war das mit dem Sputen so eine Sache. Eigentlich sollte es an diesem Abend um die Planung der zentralen Dachanlage gehen, und eigentlich wollte sich der Planer ein Okay für eine der beiden vorgestellten Varianten abholen. Doch nach fast eineinhalb Stunden hitziger Debatte konnten sich die Politiker lediglich auf eine grobe Richtung einigen.

So soll es werden: Zumindest die Haltepunkte der Busse wurden abschließend festgelegt. Oben die Alte Bielefelder Straße, Gelenkbusse sind in orange, normale Busse in rosa gekennzeichnet. - © Bockermann + Fritze
So soll es werden: Zumindest die Haltepunkte der Busse wurden abschließend festgelegt. Oben die Alte Bielefelder Straße, Gelenkbusse sind in orange, normale Busse in rosa gekennzeichnet. (© Bockermann + Fritze)

So wird das Dach auf Säulen stehen, längs der Alten Bielefelder Straße ausgerichtet sein, mindestens zwei, vielleicht drei Haltepunkte überdachen und an der Kante ein buntes Farbband bekommen. Daneben oder darunter, das steht noch nicht im Detail fest, werden eine geschlossene Radstation, eine behindertengerechte Toilette und eine oder mehrere Informationsstationen eingerichtet. Noch gar nicht geredet wurde darüber, wo und in welcher Form Bäume, Sitzgelegenheiten, Hochbeete, Ladestationen für E-Autos und E-Bikes angelegt werden sollen.

Erhebliche Kritik musste an diesem Abend der Architekt einstecken, der die Dachvarianten ausgearbeitet hatte. Die Politiker ärgerten sich vor allem über zwei Dinge: dass keiner der beiden Vorschläge sicherstellte, zumindest einige der insgesamt acht Bushaltepunkte zu überdachen; und dass die strikte Vorgabe, keine dunklen Ecken zu produzieren, nicht durchgehend eingehalten wurde. „Das war anders verabredet und beim Bürgerworkshop im Februar auch anders gefordert worden", beklagte Ausschussvorsitzender Thorsten Schmolke (Grüne).

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Weiteren Unmut gab es darüber, dass kein fester Haltepunkt für den Bürgerbus eingeplant worden war und dass die ursprünglich bereits beschlossene Variante, alle Busse im Sägezahnprinzip halten zu lassen – dies ermöglicht ein autarkes Parken und Losfahren – offenkundig an den drei Haltepunkten entlang der Alten Bielefelder Straße aufgegeben wurde. Nachdem der Planer jedoch die Vorteile dieser Lösung erläutert hatte, wurde zumindest sie mehrheitlich beschlossen.

Kommentar

Ein starkes Stück

Wenn es beim Bürgerworkshop zur Neugestaltung des Busbahnhofs Anfang Februar einen Wunsch der 40 Teilnehmer gab, dann war es die Forderung nach einem überdachten Einstieg für die Fahrgäste. Wenn dann ein Architekt der Politik zwei Varianten für eine Überdachung vorstellt, in beiden Fällen aber keine einzige Haltebucht trockenen Fußes erreicht werden kann, und er diese Tatsache mit einem „dann ist das halt so" abtut, ist das schon ein starkes Stück.

Da wundert es nicht, dass am Donnerstag Applaus im Sitzungssaal aufbrandete: Für einen Ratsvertreter, der mit deutlichen Worten seinen Unmut über die Vorschläge des Architekten geäußert hatte. Und hinzufügte, dass man so wohl niemanden überzeugen wird können, vom Auto auf den öffentlichen Personennahverkehr umzusteigen. Recht hat er

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