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Unbekannte öffnen Weidegatter in Langenheide - zwei Rinder entwischen

Anja Hanneforth

Corpus delicti: Höchst unwahrscheinlich, dass die beiden Rinder das Holzgatter von selbst nach innen aufgezogen haben. Daher geht Besitzer Wilfried Ermshaus davon aus, dass Unbekannte das Gatter aufgemacht haben und die Tiere so entwischen konnten. Er hat das Gatter inzwischen mit Holzlatten zugenagelt. - © Foto: Anja Hanneforth
Corpus delicti: Höchst unwahrscheinlich, dass die beiden Rinder das Holzgatter von selbst nach innen aufgezogen haben. Daher geht Besitzer Wilfried Ermshaus davon aus, dass Unbekannte das Gatter aufgemacht haben und die Tiere so entwischen konnten. Er hat das Gatter inzwischen mit Holzlatten zugenagelt. (© Foto: Anja Hanneforth)

Werther-Langenheide. Das hätte böse ausgehen können: Unbekannte Täter öffneten am Wochenende an einem Hof in Langenheide ein Weidegatter, so dass sich zwei Rinder selbstständig machen konnten. Nur den aufmerksamen Nachbarn und einer groß angelegten Aktion mit zehn Helfern ist es zu verdanken, dass die Tiere eingefangen und schließlich zurück auf ihre Weide getrieben werden konnten. Der Besitzer will jetzt Anzeige erstatten.

Passiert sein muss der Vorfall irgendwann in der Zeit zwischen Samstagabend und Sonntagmorgen. „Am Samstagabend habe ich noch Rasen gemäht, auch nahe der Weide. Da war das Tor noch geschlossen, die Kette noch an ihrem Platz", schildert der Besitzer.

Die Weide mit den beiden Rindern – ein Highland-Rind und eine Rot-Bunte, beide etwa eineinhalb Jahre alt – befindet sich unmittelbar neben der Hofstelle an der Straße Heide. Verschlossen wird die ansonsten von einem Stromzaun umgebene Weide von einem Holzgatter, zusätzlich gesichert durch eine Kette, die jedoch kein Schloss hat.

Der Besitzer der Tiere war am Sonntagmorgen unterwegs, sein Sohn glücklicherweise jedoch zu Hause. Dass etwas nicht stimmte, hatten allerdings zunächst die Nachbarn bemerkt, wo die Rinder gegen 8.30 Uhr aufkreuzten und „noch eine Herde Ponys verrückt gemacht haben", beschreibt der Langenheider.

„Will mir nicht vorstellen, was alles hätte passieren können"

Dank der Nachbarn sowie Freunden des Sohnes – insgesamt waren rund zehn Personen an der Fangaktion beteiligt – gelang es, die Tiere wieder zurück auf ihre Weide zu treiben. Passiert ist niemandem etwas, auch keinem Verkehrsteilnehmer, dem die Tiere vors Auto gelaufen wären. „Das ist vor allem unseren Nachbarn zu verdanken. Wenn sie nicht so gut aufgepasst hätten, will ich mir gar nicht vorstellen, was alles hätte passieren können", so der Rinderhalter.

Dass die Tiere nicht von selbst aus der Weide ausgebrochen sind, wusste der Besitzer auf einen Blick: Die Kette lag am Boden, das Gatter war nicht nach außen aufgestoßen, sondern nach innen geöffnet worden. „So etwas können die Tiere nicht", ist er sich sicher. Zumal er vor einiger Zeit den Untergrund am Gatter mit Schotter aufgefüllt hatte, „die Tiere hätten das Gatter also ein ganzes Stück hochheben und dann nach innen ziehen müssen; das ist doch sehr unrealistisch".

Wer allerdings sonst für die Tat in Frage kommen könnte, weiß er nicht. Für ihn ist der Vorfall alles andere als ein Dumme-Jungen-Streich – vor allem in Anbetracht der Folgen, die freilaufende Rinder allein für Autofahrer haben können. Er will nun Anzeige bei der Polizei erstatten. Auch daher, da dies nicht der erste Vorfall dieser Art ist. Bereits im vergangenen Sommer waren ihm Tiere auf diese Weise ausgebüxt.

Der Langenheider hat inzwischen das Gatter mit Holzlatten zugenagelt. Wie er erzählt, wollen auch die benachbarten Pferdebesitzer Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und ihre Weidetore künftig zusätzlich mit verschließbaren Ketten sichern.

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