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Ein Koffer voll alter Schätzchen

Geschichtsportal Werther zieht Zwischenbilanz

Anja Hanneforth

Aus Alt macht Neu: Die Mitglieder vom Arbeitskreis "Geschichtsportal Werther" freuen sich, wenn sie wie hier einen alten Koffer mit Zeitungsausschnitten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs oder ein altes Fotoalbum geschenkt bekommen. Auf die Aufarbeitung für die historische Sammlung freuen sich - von links: Eva Bloss-Vögler, Angela Schwentker, Ulrich Dausendschön-Gay, Ulrike Schilling, Ulrich Wefing, Ulrich Maaß, Georg Hartl und Hans-Rudolf Ronning. - © Foto: Anja Hanneforth
Aus Alt macht Neu: Die Mitglieder vom Arbeitskreis "Geschichtsportal Werther" freuen sich, wenn sie wie hier einen alten Koffer mit Zeitungsausschnitten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs oder ein altes Fotoalbum geschenkt bekommen. Auf die Aufarbeitung für die historische Sammlung freuen sich - von links: Eva Bloss-Vögler, Angela Schwentker, Ulrich Dausendschön-Gay, Ulrike Schilling, Ulrich Wefing, Ulrich Maaß, Georg Hartl und Hans-Rudolf Ronning. (© Foto: Anja Hanneforth)

Werther. Offen steht der alte Lederkoffer auf dem Tisch des Lesecafés. „Toll, oder?“ Die Mitglieder des Arbeitskreises »Geschichtsportal für Werther« sind begeistert. Familie Ellerbrake hat ihnen den Inhalt des alten Schätzchens vermacht, historische Zeitungsausschnitte aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit, die nun wie tausende andere Eingang finden werden in das wohl umfangreichste Geschichtsarchiv, das es für Werther jemals gegeben hat. 2019, wenn Werther die Verleihung der Stadtrechte vor 300 Jahren feiert, soll das Portal online gehen.

Es ist jetzt fast zwei Jahre her, da hat sich ein gutes Dutzend Bürger zu einem ersten Treffen zusammengefunden – mit einem klar definierten Ziel: Werthers Geschichte möglichst umfassend aufzuarbeiten und auf einer eigenen Homepage im Internet zu publizieren. Alle Bereiche, die von historischer Bedeutung sind, sollen darin Eingang finden: Politik, Gesellschaft, Ordnung, Sicherheit, Wirtschaft, Verkehr, Kirche, Soziales, insgesamt 20 Kategorien.

Eine davon widmet sich Werthers historischen Gebäuden. Mit ihnen hatte vor zwei Jahren alles angefangen. Ulrich Maaß, seit jeher an Werthers Geschichte und die seiner Häuser interessiert – ob sie noch bestehen oder längst abgerissen sind – hatte über die Jahre ein digitales Archiv aufgebaut mit unzähligen Fotos, Bauplänen, Schriftwechseln und Urkunden. „Doch was nützt es, wenn sie auf einer Festplatte vor sich hin schlummern?“ Also ergriff er die Initiative. Mit dem »Geschichtsportal Werther« hatte er die entscheidende Idee, seine umfangreiche Sammlung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und gleichzeitig das Thema auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens auszuweiten.

Info

Mitmachen erwünscht


• Wer Interesse an historischen Zusammenhängen hat und sich am Erstellen des Geschichtsportals beteiligen möchte, kann sich dem Arbeitskreis gern anschließen. Üblicherweise trifft sich die Gruppe an jedem ersten Dienstag im Monat von 18 bis 20 Uhr im Lesecafé der Stadtbibliothek. Weitere Infos gibts bei Ulrich Maaß unter Telefon: (0 52 03) 29  65  07 und per Mail an info@geschichtsportal-werther.de sowie bei Eva Bloss-Vögler vom Stadtarchiv dienstags von 9 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer (0 52 03) 29  61  43 und per Mail an archiv@stadt-werther.de.

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„Natürlich gibt es bereits verschiedene Veröffentlichungen zu einzelnen historischen Abläufen in Werther“, weiß Ulrich Maaß. Aber eben kein Gesamtwerk wie dieses. „Und es wird mit der ersten Veröffentlichung 2019 auch nicht abgeschlossen sein“, kündigt er an. „Wir wollen eine lebendige Plattform schaffen, in der Menschen miteinander in Dialog treten können, animiert werden, selbst Themen zu recherchieren, und vielleicht zu Hause noch einmal schauen, ob sie nicht alte Fotos, Dokumente oder Begebenheiten für das Geschichtsportal beisteuern können.“

Denn der große Wunsch aller Mitglieder des Arbeitskreises ist es, das Portal so lebendig wie möglich zu gestalten. Und hier würden Bilder eben Bände sprechen. „Leider“, beklagt Georg Hartl, „landen ja heute oft viele Dinge bei einem Generationenwechsel in der Mülltonne.“ So gingen Dinge, die vergangene Zeiten in Werther dokumentierten, für immer verloren.

Umso glücklicher schätzt sich die Gruppe, dass ihnen neben dem Koffer mit alten Zeitungsausschnitten jüngst auch ein Fotoalbum mit Bildern aus den 1930er Jahren geschenkt wurde. Mit größter Freude werden die Mitglieder des Arbeitskreises nun darangehen, die Bilder zu sichten, in einen Kontext zu stellen und sie schließlich in ihr Portal aufzunehmen.

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