»Sendung mit der Maus« mit 400 Kindern“

Kinder-Uni Bielefeld begeistert

Alexander Heim

Fragen und Autogrammwünsche: Mit den Fragen der Kinder hatte Professor Jürgen Schnack gerechnet. Doch von ihren Bildergeschenken und Autogrammwünschen wurde er überrascht. - © Foto: Alexander Heim
Fragen und Autogrammwünsche: Mit den Fragen der Kinder hatte Professor Jürgen Schnack gerechnet. Doch von ihren Bildergeschenken und Autogrammwünschen wurde er überrascht. (© Foto: Alexander Heim)

Werther/Altkreis Halle. Es ist die zweite von drei Vorlesungen, die Prof. Jürgen Schnack präsentiert. „Warum fliegen Raketen?“, hat er sie überschrieben – das wollen die Grundschüler natürlich ganz genau wissen. Paul (10), Anna (9) und Mia (8) sind drei von ihnen. „Ich war letztes Jahr schon dabei“, erzählt Anna. Warum sie sich für die Kinder-Uni begeistert? Das liegt für sie auf der Hand: „Das ist spannend!“

Empfehlen die Kinder-Uni: Für Paul (von links), Anna und Mia aus Halle war es die erste Teilnahme am tollen Angebot der Uni Bielefeld. - © Foto: Alexander Heim
Empfehlen die Kinder-Uni: Für Paul (von links), Anna und Mia aus Halle war es die erste Teilnahme am tollen Angebot der Uni Bielefeld. (© Foto: Alexander Heim)

In der ersten Woche etwa entführte Dr. David Gilgen die jungen Studenten in die Welt der Entdecker und Piraten. Schatzkisten hatte er dabei. Und berichtete über Heinrich, den Seefahrer, Vasco da Gama, Christoph Kolumbus und warum Letzterer in Mathematik wohl recht schlecht war: „Wenn er richtig gerechnet hätte, hätte er gar nicht losfahren dürfen."

Wie es mit den Rechenkünsten der Grundschüler steht, prüft auch Prof. Jürgen Schnack. Schließlich werden zu Experimenten Theorien entwickelt. Und die beinhalten nun einmal Zahlen. Welchen Unterschied es macht, einen Medizinball oder einen Tennisball wegzuwerfen, erklären diese.

»Rückstoß« oder »Impuls« sind die wichtigen Begriffe, die Paul, Anna und Mia mit auf den Weg bekommen. Filme von echten Raketenstarts erleben sie. Und eine kleine Rakete, die – vom Wasserstrahl angetrieben - durch den Hörsaal fliegt. Da staunen die Kinder nicht schlecht und applaudieren. Wie es sich gehört, per Klopfen auf die Tische.

Ich fand richtig gut, wie er die Rakete erklärt hat

Nicht gerade klein: Bis zu 20 Zentimeter lang kann eine Heuschrecke werden. Die Zooschule des Tierparks Olderdissen hatte sie mitgebracht. - © Foto: Alexander Heim
Nicht gerade klein: Bis zu 20 Zentimeter lang kann eine Heuschrecke werden. Die Zooschule des Tierparks Olderdissen hatte sie mitgebracht. (© Foto: Alexander Heim)

Einem wahren Anmelderekord sah sich das Organisationsteam der Kinder-Uni um Inci Bayindir und Lucia Maldinger in diesem Jahr gegenüber. Schließlich waren nur 800 Plätze zu vergeben. 1 400 Mädchen und Jungen wollten mit dabei sein. Da hätte sich fast eine dritte Vorlesung gelohnt.

„Die Kinder-Uni – das ist wie »Die Sendung mit der Maus« mit 400 Kindern", verrät Professor Jürgen Schnack. „Auch das Team um mich herum ist großartig", lobt der Wertheraner. Und hebt dabei auf Hans Bartels ab, einen der Vorlesungstechniker. Der nämlich bereitet die Experimente für die Physiker vor. „Das kann ich mir ja gar nicht alles ausdenken", räumt Schnack ein. Und blickt auf das Raketenauto, das die Mädchen und Jungen zum Schluss der Vorlesung so begeistert hat.

Am Ende sieht sich der 50-Jährige einer wahren Traube von Dritt- und Viertklässlern gegenüber. Manche, die noch weitere Detailfragen abklären wollen. Andere, die dem Physiker schön gemalte Bilder, etwa mit Space Shuttles, überreichen. Und einige, die mit Autogrammwünschen vor ihm stehen.

„Ich fand richtig gut wie er die Rakete erklärt hat", sprudelt es nach der Vorlesung aus Anna heraus. „Das mit dem Wasserantrieb kannte ich noch nicht", verrät sie. „Ich fand lustig, als sich das Kind mit der Luftpistole auf dem Hocker gedreht hat", führt Mia an. Paul hat es derweil schon an die Stände in der großen Unihalle gezogen. Schließlich lädt dort das Naturkundemuseum zum Mikroskopieren ein, bewirbt die Stadtbibliothek ihre tollen Angebote und zeigt die Zooschule, wie beeindruckend 20 Zentimeter große Heuschrecken sein können. Und dann ist da ja auch noch der Schlaufuchs der Kinderuni, mit dem sich die Juniorstudierenden fotografieren lassen können.

Warum man sich die Kinder-Uni auf keinen Fall entgehen lassen sollte? Da hat Max (8) aus Bielefeld dann schließlich gleich mehrere gute Gründe parat: „Man kann Dinge ausprobieren und erlebt Experimente", sagt er. Und erklärt selbstbewusst: „Bei der Kinder-Uni kann man Sachen lernen, die man in der Schule noch nicht lernt."

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