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Häger will keinen Windriesen

»Lebensraum Häger« will Pläne kippen

Heiko Kaiser

Soll einen Nachbarn bekommen: Die Windkraftanlage der Familie Surmann an der Rotenhagener Straße in Häger. - © Foto: Wilfried Pix
Soll einen Nachbarn bekommen: Die Windkraftanlage der Familie Surmann an der Rotenhagener Straße in Häger. (© Foto: Wilfried Pix)

Werther-Häger. Sie waren die Ersten, die sich vehement gegen den Bau eines Windrades in Häger stark gemacht haben. Doch in den vergangenen Jahren war es still geworden um den Verein »Lebensraum Häger«. Jetzt treten sie wieder auf dem Plan – und kämpfen. Kämpfen gegen das geplante Windrad zwischen Schröttinghausener Straße und Holzstraße.

Dessen Planung ist bereits weit gediehen. Am 19. Oktober hatte die »Projekt Ökovest GmbH« mit Sitz in Oldenburg einen Bauantrag beim Kreis Gütersloh eingereicht. Die Grundstücksverhandlungen seien abgeschlossen, die Gutachten über Schall und Schattenwurf lägen bereits zur Vorprüfung beim Kreis, hatte eine Unternehmenssprecherin verkündet und erklärt, dass im besten Falle bereits Ende Februar/Anfang März 2017 mit dem Bau der 200 Meter hohen Anlage mit einer Leistung von 3,45 Megawatt begonnen werden könne.

Das will der Verein »Lebensraum Häger« verhindern. In einer Informationsveranstaltung sollen heute die Ratsmitglieder, die in Häger und Umgebung wohnen, über die Auswirkungen eines Windriesens von 200 Meter Höhe auf Nachbarn und Natur informiert werden. Dazu hat der Verein um 19.30 Uhr in die Gaststätte Weinhorst in Häger eingeladen. Das Ziel: eine Höhenbegrenzung der Anlage auf „deutlich unter 200 Meter“ durchzusetzen.

Eine Begrenzung von 80 Meter gilt laut Bebauungsplan grundsätzlich für das Baugebiet nördlich der Holzstraße. Diese Auflage hat die »Projekt Ökovest GmbH« geschickt umgangen, indem sie die Anlage direkt an der Grenze des mit einem Bebauungsplan versehenen Areals platzierte.

Dem Vorsitzenden des Vereins »Lebensraum Häger«, Helmut Althoff, sind bei der Planung jedoch zu viele Aspekte bislang nicht berücksichtigt worden.

„Wir sind nicht generell gegen Windkraftanlagen"

„Wir wollen, dass genau geprüft wird, ob beispielsweise alle Naturschutzrichtlinien eingehalten werden. Außerdem ist es uns wichtig, dass die Anwohner ihre Sorgen und Bedenken gegen die 200 Meter hohe Anlage vortragen können“, sagt Althoff. Der Vereinsvorsitzende führt außerdem ins Feld, dass es auch bei der Zuwegung noch Probleme gebe. „Für die geplante Lösung über einen Feldweg am Sportplatz sind die Eigentumsfragen nicht geklärt“, so Althoff. Er betont, der Verein, der 2001 gegründet wurde und derzeit etwa 20 Mitglieder hat, sei nicht generell gegen Windkraft, halte aber eine derart große Anlage in diesem Bereich für nicht sinnvoll.

Hoffnung, dass dieses Vorhaben zumindest noch einmal gründlich beraten wird, macht Bürgermeisterin Marion Weike den Beteiligten. Weike, die heute an der Informationsveranstaltung teilnehmen will, äußerte Bedenken, ob das Projekt in dieser Größenordnung realisiert werden sollte.

„Das Windrad steht zwar außerhalb des Bebauungsplans, doch ragen die Flügel in das Gebiet hinein. Die rechtliche Bewertung muss nun geprüft werden“, so die Wertheraner Bürgermeisterin. Marion Weike will daher der Politik vorschlagen, noch einmal in das planungsrechtliche Verfahren einzusteigen. Das könnte beispielsweise bedeuten, dass man auch für das Gebiet des geplanten Windrades einen Bebauungsplan aufstellt und dadurch dessen Höhe begrenzt. Dazu allerdings wollte sich Werthers Bürgermeisterin im Vorfeld der Beratungen nicht äußern.

Bis zum 15. Dezember hat die Stadt Werther nun Zeit, ihre Stellungnahme zum geplanten Projekt beim Kreis Gütersloh abzugeben. Der Verein »Lebensraum Werther« setzt darauf, dass am 6. Dezember im Bauausschuss die Weichen für eine Kompromisslösung gestellt werden. Und es scheint so, als müsse der Verein dabei nur im wortwörtlichen Sinne gegen Windmühlen ankämpfen.

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