"Nova Events" rührt in vielen Töpfen

Melanie Wigger

Almhütte im Partyzelt: Zum 25-jährigen Firmenjubiläum von »Nova Events« hat Geschäftsführer Frank Otte heute 250 Gäste eingeladen. - © Melanie Wigger
Almhütte im Partyzelt: Zum 25-jährigen Firmenjubiläum von »Nova Events« hat Geschäftsführer Frank Otte heute 250 Gäste eingeladen. (© Melanie Wigger)

Versmold. »Problemlöser« ist das Wort, dass sich aufdrängt, wenn man Frank Otte dabei zuhört, wie er welchen Deal in den vergangenen 25 Jahren an Land gezogen hat und warum ihn ungewöhnliche Aufträge besonders reizen. Erst recht, wenn sie eine nahe Deadline haben. Vor allem Sonderveranstaltungen haben es ihm angetan. Die überschaubare Betriebsgröße von »Nova Events« – Otte hat fünf feste Mitarbeiter – sei ein Vorteil. „Wir können flexibler reagieren als große Agenturen", erklärt Otte.

Durch Kooperationen mit dem Caterer »Compass-Group« und »Apetito Catering« arbeitet Otte seit einigen Jahren immer häufiger für Großunternehmen: Eine Weihnachtsfeier für die Baumarktkette Obi, eine Firmenfeier beim Küchenhersteller Nobilia, die Veranstaltungstechnik für eine Roadshow von Claas, der Tag der offenen Tür des Flughafens Osnabrück/Münster ...

Sein größtes Event bisher: eine 60er-Jahre-Party mit 3000 Gästen zum 60-jährigen Bestehen der Erdöl-Service-Gesellschaft »Hughes Baker«. Für das Konzept hatte Frank Otte nur ein paar Tage Zeit – „und ich hätte nie gedacht, dass wir den Zuschlag kriegen."

Doch es sei genau dieser Nervenkitzel, der ihn anzieht. „Ich muss immer was Neues machen. Und es reizt mich besonders, wenn dabei Probleme gelöst werden müssen." Damit erklärt sich auch, warum sein Unternehmen »Nova Events« seit 25 Jahren im Wandel ist: „Ich stehe auf vielen kleinen Füßen", sagt der gelernte Elektriker, der als DJ in die Branche startete. Schon damals mit weiteren Geschäften wie dem Verkauf von Licht- und Tontechnik.

Vor 14 Jahren übernahm Otte, der in Versmold aufgewachsen ist, die ehemalige Gaststätte Wöstenkrug in Peckeloh. Anfangs veranstaltete er als selbstständiger DJ noch Partys in den Räumen, die er von Kindesbeinen an kennt. Heute ist darin sein Büro.

„Wir platzen an der Wöstenstraße aus allen Nähten"

Inzwischen wird der Platz an der Wöstenstraße für die Fahrzeuge, Anhänger und mobilen Partyräume eng. „Wir platzen hier aus allen Nähten." Otte hält bereits nach einem größeren Grundstück Ausschau. Dabei sei er nicht auf Versmold fixiert, will aber im Umfeld bleiben. „Schließlich sind meine Mitarbeiter und ich in der Region verwurzelt."

Nicht immer lief alles glatt, stellt Otte klar. „Wir haben schon vieles ausprobiert. Entscheidend ist, dass man sich so aufstellt, dass man bei Fehlern nicht umfällt." Als er vor einigen Jahren mit der Bewirtung von Schützenfesten startete, „da holten wir uns im ersten Jahr eine blutige Nase". Blauäugig habe er die Kalkulation eines Vorgängers übernommen – die Rechnung ging mit Blick auf die Schankgebühren für ihn als Wirt nicht auf. „Aber wir haben dazu gelernt", sagt Otte und lacht.

Vor vier Jahren riskierte er eine Investition, ohne sich vorher zu informieren, ob es überhaupt Kunden dafür gibt. Er kaufte eine mobile Almhütte, die in Versmold vor allem durch Sünne Peider bekannt wurde. Über Wochen hinweg hatte Otte mit der auf Ebay inserierten Holzhütte geliebäugelt. Nachdem das Angebot wiederholt ohne Zuschlag beendet worden war, schrieb er den Besitzer an. „Kurz darauf ging es Richtung Schweiz." Dort stand die Hütte damals noch.

„Ich habe sie gesehen und mich verliebt", erinnert sich der Unternehmer. Noch am gleichen Abend willigte er in den Kauf ein. „Und die Hütte hat eingeschlagen wie eine Bombe." So gut, dass Frank Otte inzwischen in eine zweite kleine Hütte investiert hat. Zwei weitere sollen noch hinzukommen. 100.000 Euro müsse man pro Objekt kalkulieren.

Dass noch weitere Geschäftsmodelle hinzukommen, sei jederzeit denkbar: „Wenn ich bei anderen ein Problem sehe, das ich lösen kann und das mir ein Geschäft einbringt, dann stelle ich mich sehr schnell darauf ein."

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