Jahresstatistik 2017: Mehr Babystrampler, mehr Brautkleider

Tasja Klusmeyer

Gute Aussichten: Der Blick auf die Versmolder Zahlen und Daten belegt, dass die Bevölkerung vor Ort relativ stabil ist. Besonders erfreulich ist der kleine Babyboom. Damit stimmt die Basis, damit die Stadt sich weiter entwickeln kann. - © Tasja Klusmeyer; Montage: Sandra Neumann
Gute Aussichten: Der Blick auf die Versmolder Zahlen und Daten belegt, dass die Bevölkerung vor Ort relativ stabil ist. Besonders erfreulich ist der kleine Babyboom. Damit stimmt die Basis, damit die Stadt sich weiter entwickeln kann. (© Tasja Klusmeyer; Montage: Sandra Neumann)

Versmold. Kreißsaal und Standesamt waren im vergangenen Jahr häufige Anlaufstellen für Versmolder. 89 Mal gaben sich Paare in der Fleischstadt das Jawort – das sind zehn Termine mehr als noch 2016. Immerhin eine Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern wurde geschlossen.

Mindestens ebenso erfreulich wie den Trend zum Heiraten bewertet die Stadtverwaltung die Geburtenzahlen. 202 neue Erdenbürger erblickten das Licht der Welt – das ist im Jahresvergleich ein Plus von fast 20 Babys und auch rückblickend eine erstaunlich hohe Zahl. Zuletzt waren im Jahr 2004 mehr als 200 Kinder geboren worden.

Fünf Zwillinge und eine Hausgeburt

Damals viele von ihnen noch im Versmolder Krankenhaus. Seit der Schließung des örtlichen Hauses und umliegender Kliniken verteilen sich die Geburtsorte. Halle hat als Wahl Nummer eins etwas an Boden verloren. Nur noch 61 Versmolder Familien entschieden sich für die Lindenstadt (2016 waren es 79). Insbesondere die Krankenhäuser der größeren Städte haben aufgeholt: Osnabrück mit 44 Entbindungen (statt 36), Gütersloh 32 (21) und Bielefeld 25 (17). Aber auch Georgsmarienhütte (21) und Melle (13) spielten eine etwas größere Rolle für Versmolder Familien. Ein einziges Mal konnte Versmold als Geburtsort in die Geburtsurkunde eingetragen werden: Ein Baby kam zu Hause zur Welt.

Dass Schwangere vermehrt die größeren Kliniken ansteuerten, könnte auch mit einem Punkt zu tun haben, der für 2017 auffällig ist. Fünf Zwillingspärchen kamen zur Welt, allein drei von ihnen im Oktober. Für Zwillingsgeburten werden oft Häuser mit angegliederter Kinderklinik empfohlen – Halle hat diese nicht. In der Statistik 2017 macht das immerhin zehn Babys aus.

Ungewöhnlich für Versmold ist außerdem der Namenstrend. In der Vergangenheit konnte man selten einen eindeutigen Spitzenreiter ausmachen, zu unterschiedlich war die Namenswahl. 2017 sieht das anders aus. Sechs der 95 geborenen Mädchen heißen Emma. Es folgen je dreimal Ida, Liana, Mila und Sophia/Sofia. Bei den 107 Jungs führt Milan mit viermal die Liste an. Felix und Luca wurden je dreimal gewählt.

Der kleine Babyboom, den Versmold im vergangenen Jahr erlebte, freut die Stadtverwaltung. Und er lässt den natürlichen Negativsaldo von 39 Personen etwas schmelzen. Den 202 Geburten steht für vergangenes Jahr eine konstante Zahl an Sterbefällen gegenüber: Genau sind es 241. Insgesamt fällt der Negativsaldo allerdings geringer aus. Ein leicht positiver Wanderungssaldo (plus 21) bedeutet unterm Strich einen minimalen Bevölkerungsrückgang. „Unsere Einwohnerzahl bewegt sich stabil auf hohem Niveau", fasst Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Matthies die Kernaussage zusammen.

Weiterhin viele Polen und Rumänen

Die Männer sind leicht in der Überzahl – was insbesondere auf den hohen Anteil junger Männer aus dem Ausland zurückzuführen ist. 18 885 der Versmolder Bürger haben einen deutschen Pass. Größte ausländische Bevölkerungsgruppe sind nach wie vor die Polen. Deren Zahl ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen: von 422 auf 447. Eine ähnliche Entwicklung zeigt die Statistik bei den Rumänen, die wiederholt an zweiter Stelle bei den Staatsangehörigkeiten stehen. 408 sind in Versmold gemeldet; ein Jahr zuvor waren es 342 Personen. An dieser Stelle zeigt sich deutlich die Arbeitsmigration.

Platz drei geht wieder an die Spanier (238). Menschen mit spanischen Wurzeln dürfte es aber deutlich mehr vor Ort geben. Diejenigen, die in dritter oder gar vierter Generation hier leben, haben einen deutschen Pass. An den 187 Syrern, die in Versmold ein Zuhause haben, dokumentiert sich die Flüchtlingsbewegung insbesondere der Jahre 2015/2016. Inzwischen, so Hans-Jürgen Matthies, entspricht die Zuzugssituation aus dem Ausland aber wieder der der Jahre davor.

Die gestiegene Zahl der Geburten ist nicht zuletzt auch eine Folge der Zuzüge der jüngeren Vergangenheit. Gut 18 Prozent der 2017er-Babys kommen aus ausländischen Familien. 2013 und 2014 war diese Zahl deutlich geringer (unter fünf Prozent). Am mit Abstand wenigsten Windeln wurden übrigens 2011 benötigt: Damals wurden nur 135 Babys geboren. Von diesem Tiefstand ist man in Versmold zurzeit weit entfernt.

Von Aachen bis Zwickau

Die einen packten ihre Koffer, um ins 500-Einwohner-Dorf Utzedel in Mecklenburg-Vorpommern zu ziehen. Andere ließen sich von den Großstädten Hamburg oder Köln locken. Die Liste der Orte, in die es Versmolder zog oder von denen Auswärtige in die Fleischstadt kamen, ist lang. Meist sind es nur einzelne Personen, die dort auftauchen.

Die meisten Bewegungen fanden regional statt – mal zugunsten Versmolds wie mit Dissen (Saldo +11), Beelen (+13) und Borgholzhausen (+20), mal zu Lasten wie bei Bielefeld (-32), Bad Rothenfelde (-24) oder Osnabrück (-20).

Info
47 Einwohner mehr als 2016 hat Oesterweg. Auch Hesselteich ist gewachsen: plus 7. Alle anderen Ortsteile sind leicht geschrumpft.

1299 Mal sind die Versmolder innerhalb ihres Wohnortes umgezogen. Damit ist die Zahl fast identisch zum Vorjahr.

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