Verschleppte Insolvenz von Novotruck wird weiter geprüft

Herbert Gontek

Symbolfoto - © Sebastian Duda - Fotolia
Symbolfoto (© Sebastian Duda - Fotolia)

Versmold/Halle. Wegen des Vorwurfes der Insolvenzverschleppung, Verschweigens von Bankkonten und Betruges, weil er unter anderem Lastwagen gekauft haben soll, die er nicht mehr bezahlen konnte, steht in diesen Tagen der 55-jährige damalige Geschäftsführer der Firma Novotruck vor Gericht. Amtsrichter Jan Intrup hat zunächst vier weitere Termine angesetzt, am heutigen 12. Januar, am 1., 7., und 21. Februar jeweils von 9 bis 15 Uhr. Vertreten wird er unter anderem von Rechtsanwalt Sascha Haring. In der Firma waren im Mai 2015 die Lichter ausgegangen. Novotruck verkaufte kleine Kühltransporter für Handel, Gastronomie oder Sonderkunden in erheblicher Stückzahl..

Der ehemalige Geschäftsführer machte am ersten Verhandlungstag einen aufgeräumten und seriösen Eindruck und vermittelte dem Gericht, Kontrolle über sein Unternehmen gehabt zu haben. Wenn da nicht das Jahr 2014 gewesen wäre: Er selber wurde längere Zeit durch eine schwere Krankheit ans Bett gefesselt, konnte sich dem Tagesgeschäft nicht mehr mit voller Kraft widmen. Im Gericht stellte er fest: „Es gab in diesem Jahr viele kleine Feuer, die sich durch meine Krankheit zu einem großen entwickelten."

Da gab es einen Subunternehmer aus Versmold, der sich nach Darstellung des Kaufmanns seinen Kundenstamm unter den Nagel riss und an ihm vorbei Geschäfte machte. Der 55-jährige: „Wir haben die Aufträge herangeholt und im Kundenauftrag individuell Kühlaufbauten bei dieser Versmolder Firma bauen lassen. Der Inhaber hat dann mehrfach an uns vorbei mit unseren Kunden direkt Kontakt aufgenommen und die Geschäfte abgewickelt." Zwischen Novotruck und dem Kühlaufbauhersteller habe es dann auch rechtliche Auseinandersetzungen gegeben, unter anderem zu markenrechtlichen Fragen. „Da sind ganze Seiten von unseren Internetseiten kopiert und von dem Fahrzeugaufbauer als seine Werbeseiten ins Netz gestellt worden."

Probleme aber habe es dann auch mit heimischen Banken gegeben, als diese von heute auf morgen die Geschäftsbeziehungen kündigten. Und dann war da noch die neue Immobilie an der Rothenfelder Straße, mit dessen Finanzierung die Bank der Unternehmer allein ließ.

Der 55-jährige wies die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück und bot an, die Behauptungen Punkt für Punkt durch Akten zu entkräften. Damit begannen die Rechtsanwälte am Mittwoch und diesen Weg wollen sie an noch vier weiteren Verhandlungstagen fortführen.

Mit einem Urteil wird deshalb nicht vor dem 21. Februar gerechnet.

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