Kita-Anbau in Oesterweg und Peckeloh: Bis zum ersten Spatenstich dauert es noch

Tasja Klusmeyer

Warten auf die Baustellen: Jeweils in Nachbarschaft zum Gemeindesaal sollen die Anbauten in Peckeloh (oben links) und Oesterweg errichtet werden. Beide Einrichtungen haben dann künftig vier Gruppen mit 74 Plätzen für Kinder ab einem Jahr bis zum Schuleintritt. - © Fotos: Tasja Klusmeyer / Montage:andra Neumann
Warten auf die Baustellen: Jeweils in Nachbarschaft zum Gemeindesaal sollen die Anbauten in Peckeloh (oben links) und Oesterweg errichtet werden. Beide Einrichtungen haben dann künftig vier Gruppen mit 74 Plätzen für Kinder ab einem Jahr bis zum Schuleintritt. (© Fotos: Tasja Klusmeyer / Montage:andra Neumann)

Versmold. Der Bedarf an weiteren Betreuungsplätzen ist groß, der Druck bei Kreis, Stadt und Trägern deshalb hoch. „Wir wären gerne schon weiter, aber wir sind komplett abhängig von Landesstellen", sagt Pfarrer Dr. Sven Keppler, bei der Kirchengemeinde Versmold zuständig für den Bereich Kindergärten. Der Träger von fünf Einrichtungen vor Ort plant, um die Situation zu entlasten, Anbauten und damit jeweils eine vierte Gruppe in Oesterweg und Peckeloh. 22 zusätzliche Plätze würden dadurch geschaffen.

Ursprüngliches Ziel und Wunsch aus Rathaus und Politik war, dass zumindest Peckeloh, im Idealfall auch Oesterweg zum neuen Kindergartenjahr in Betrieb gehen können. Damit, so viel ist schon jetzt klar, wird es definitiv nichts.

Gesamtkosten liegen bei 700 000 Euro

Ansprechpartner: Pfarrer Dr. Sven Keppler ist Kita-Fachmann in der Kirchengemeinde. - © Uwe Pollmeier
Ansprechpartner: Pfarrer Dr. Sven Keppler ist Kita-Fachmann in der Kirchengemeinde. (© Uwe Pollmeier)

Die Kirchengemeinde geht momentan von einer Fertigstellung im März 2019 aus. „Wir sagen den Eltern, dass sie ihre Kinder anmelden können, aber die Plätze erst ab 2019 zur Verfügung stehen", sagt Keppler. Zurzeit wartet der Träger auf die Genehmigung des Landesjugendamtes in Münster, das den Plänen aus pädagogisch-konzeptioneller Sicht zustimmen muss, sowie im zweiten Schritt auf den Förderbescheid vom Bund. Die Anbauten kosten jeweils gut 350 000 Euro. Ohne Förderung wären die neuen Gruppen nicht zu finanzieren. „Das Geld haben wir nicht und könnten wir durch den Betrieb nie reinbekommen", sagt Keppler. Fristgerecht – Deadline war der 10. Januar – hat die Gemeinde die Förderanträge über den Kreis auf den Weg gebracht. Nun heißt es: abwarten.

Wann mit positiven Bescheiden der Genehmigungs- und Bewilligungsbehörden zu rechnen sei? „Irgendwann im Frühjahr", sagt Keppler. „Wann genau? Keine Ahnung." Grundsätzlich wäre es hilfreich für alle Seiten, eher in Bedarfsplanung einzusteigen und zügigere Genehmigungsverfahren zu haben. „Wir für unseren Teil haben alles getan, um voranzukommen." Nicht nur Eltern wünschen sich Planungssicherheit, sondern auch die Gemeinde braucht sie, nicht zuletzt in ihrer Rolle als Arbeitgeber. Den Anspruch der Stadt, vorausschauende Planung zu betreiben und eine weitere Kita zu haben (siehe Info), begrüßt die Kirchengemeinde sehr.

Peckeloh

Bereits im Sommer ist die Kirchengemeinde in Absprache mit dem Kreis in die Planung für eine weitere Gruppe eingestiegen. Die Pläne sehen auf dem Außengelände zur Starenstraße hin (gegenüber dem Gemeindesaal) einen Trakt mit etwa 135 Quadratmetern vor. Der Neubau setzt eine Umzugskette innerhalb der Einrichtung in Gang sowie eine Umstrukturierung der Gruppenformen. Die neue »Krippengruppe« mit zehn Kindern unter drei Jahren belegt jenen Gebäudeteil, der vor einigen Jahren angebaut wurde. In direkter Nachbarschaft soll sich die Gruppenform I mit ebenso jüngeren Kindern befinden. Die beiden klassischen Kindergartengruppen wiederum befinden sich im vorderen Teil inklusive Neubau. Insgesamt stehen in Peckeloh künftig 74 Plätze zur Verfügung – fünf davon erstmals für Einjährige.

Oesterweg

Auch in Oesterweg brauchen Familien Betreuungsmöglichkeiten für die ganz Kleinen, die die Kirchengemeinde nun mit dem geplanten Anbau schaffen will. Die 160 Quadratmeter große Erweiterung soll rückwärtig zum Gemeindesaal auf dem Außengelände der Kita entstehen. Damit die Kinder auch künftig genügend Platz zum Spielen an der frischen Luft haben, möchte die Stadt der Einrichtung einen Teil der öffentlichen Spielfläche zur Verfügung stellen.

Die neuen Räume werden im Sinne von Inklusion barrierefrei gestaltet. Ähnlich wie in Peckeloh ist mit dem Neubau die interne Umstrukturierung mit veränderten Gruppenformen und Umzügen innerhalb des Hauses verbunden.

Im Gegensatz zur Peckeloher Kita sind diese Pläne in sehr kurzer Zeit zu Papier gebracht worden. Bis Mitte Dezember, so Keppler, war die Kirchengemeinde bei der Umsetzung vom Kindergartenjahr 2019/2020 ausgegangen und hatte sich entsprechend noch gar nicht weiter auf den Weg gemacht. Beim »Runden Tisch« der Kitaträger sowie der Behörden nach der Anmeldephase sei dann „plötzlich" die Entscheidung gefallen, dass man schon ein Jahr eher Kapazitäten in Oesterweg benötige.

Innerhalb eines Monats erstellte Architekt Mirko Moch die Pläne. Am 2. Januar lagen sie vor; der Förderantrag konnte fristgerecht auf den Weg gebracht werden. Künftig wird auch die Oesterweger Kita am Müllerweg damit 74 Plätze verteilt auf vier Gruppen haben.

Info
Kita-Träger stellen ihre Konzepte am 15. Februar vor

Wie berichtet soll Versmold bis Sommer 2019 weitere etwa 100 Kitaplätze bekommen. Neben der evangelischen Kirchengemeinde Versmold hat auch die Bockhorster Gemeinde für ihre Kita einen Anbau geplant. Größter Baustein ist allerdings die geplante elfte Kita, für die das Interessenbekundungsverfahren zurzeit läuft.

Potenzielle Träger können ihre Bewerbung bis Ende Januar beim Kreis einreichen. Am Donnerstag, 15. Februar, wird sich die Versmolder Politik mit den Konzepten beschäftigen. Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Matthies rechnet damit, dass mehrere Bewerbungen eingehen werden.

Die Entscheidung über die Trägerschaft trifft final der Jugendhilfeausschuss auf Kreisebene. Der Versmolder Beschluss geht als Empfehlung dorthin. Die neue Kita, die drei oder vier Gruppen haben wird, soll zum Sommer 2019 in Betrieb gehen. Der künftige Träger soll bei Bedarf aber eine Interimslösung schon zu diesem Sommer anbieten können. Geklärt werden muss zudem die Standortfrage.

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