Rotkreuzler retten alte Rettungswache vor der Abrissbirne

Rita Sprick

Bleibt erhalten: In die frühere Rettungswache an der Wersestraße ziehen nun die Sanitäter der Rotkreuzgemeinschaft ein. - © Foto: Silke Derkum
Bleibt erhalten: In die frühere Rettungswache an der Wersestraße ziehen nun die Sanitäter der Rotkreuzgemeinschaft ein. (© Foto: Silke Derkum)

Versmold. Buchstäblich in letzter Sekunde haben Mitglieder des DRK in Versmold die 1992 erbaute Rettungswache an der Wersestraße vor der Abrissbirne bewahrt. Das Gebäude sollte nämlich ebenso wie kürzlich der letzte Trakt des Krankenhauses dem Erdboden gleich gemacht werden. Es ist hauptsächlich der Initiative des Leiters der Rotkreuzgemeinschaft Tim Schikora zu verdanken, dass das Gebäude gerettet werden konnte und heute in neuem Glanz erstrahlt.

Rund 50 geladene Gäste warfen nun auf der Einweihungsfeier einen Blick ins neue Gebäude, sprachen Grußworte und überreichten Geschenke. Das Gebäudeinnere vermittelt gleich beim ersten Hineingehen einen hellen, freundlichen und zweckmäßigen Eindruck. Aber Schikora kann sich noch gut an den ersten Anblick erinnern. „Es hingen überall Kabel heraus, vieles war zerstört, und alles im Gebäude sah nach Abriss aus", beschreibt er den Anblick.

Rotkreuzgemeinschaft Einweihung der neuen Räume


Neue Station: Vor dem Haus der Rotkreuzgemeinschaft stehen Björn Plogmann (von links), Jörn Hainer, Tim Schikora und Ursula Engelking. - © Foto: Rita Sprick
Rotkreuzgemeinschaft Einweihung der neuen Räume

Neue Station: Vor dem Haus der Rotkreuzgemeinschaft stehen Björn Plogmann (von links), Jörn Hainer, Tim Schikora und Ursula Engelking. (© Foto: Rita Sprick)

Das schreckte ihn und seine 15 Kollegen jedoch nicht ab. Mit vereinten Kräften packten die Ehrenamtler in ihrer Freizeit an und nach rund 3000 Arbeitsstunden war der von der Stadt gemietete Stützpunkt der Rotkreuzgemeinschaft einzugsfertig. „Ohne die Unterstützung der vielen örtlichen Betriebe, die Sachspenden und die Mithilfe von Feuerwehrkameraden hätten wir das nicht geschafft", sagt Schikora und bedankt sich bei allen die einen Beitrag leisteten. Mit einer gehörigen Portion Stolz schaut der Leiter der Rotkreuzgemeinschaft auf den neuen Standort, der eine Fläche von 266 Quadratmetern aufweist. 164 Quadratmeter entfallen auf die Fahrzeughalle für zwei Fahrzeuge und einen Technikanhänger, 102 Quadratmeter stehen dem Personal in Form von Büro, Duschraum, Materiallager, Teeküche Vorratsraum und Gemeinschaftszimmer zur Verfügung.

„Endlich können die vielen Ordner untergebracht werden und jeder hat einen eigenen Schrank für die Dienstkleidung", freut sich Schikora über großzügige Platzverhältnisse. Das war nicht immer so. Ursula Engelking, die stellvertretende und kommissarische Vorsitzende des DRK-Ortsvereins und der stellvertretende Bürgermeister Jörn Hainer warfen auf der Einweihungsfeier einen Blick auf die Entwicklungsgeschichte der Gemeinschaft. „Es ist eine Schmuckstube geworden. Bisher wart ihr ohne wirkliche Heimat. Endlich seit ihr angekommen", sagt Ursula Engelking und zählt Stationen der Gemeinschaft seit der Gründung vor 25 Jahren auf.

Anfangs untergebracht in der Seniorentagesstätte zog sie nach dem Auszug der Diakoniestation in das ehemalige Wohnhaus der Familie Bottemöller. „Sie haben das Gebäude vor dem Abriss gerettet", sagte Hainer und lobte das Engagement der Gemeinschaft bei der Renovierung, aber auch für Einsätze in der Stadt und darüber hinaus. Unter den Gästen war auch der DRK-Kreisgeschäftsführer Günter Göpfert, der als Einweihungsgeschenk die DRK-Fahne überreichte. Sie wird demnächst am Mast vor dem neuen Stützpunkt der Rotkreuzgemeinschaft wehen.

Copyright © Haller Kreisblatt 2017
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

captcha