In Versmold gibt es jetzt eine Aroniabeeren-Plantage

Kerstin Spieker

Ungewöhnliche Frucht: Bärbel Schulz hat vor anderthalb Jahren Aroniabeerenbüsche gesetzt. Jetzt bietet sie zum ersten Mal Interessenten ihre Ernte an. - © Kerstin Spieker, HK
Ungewöhnliche Frucht: Bärbel Schulz hat vor anderthalb Jahren Aroniabeerenbüsche gesetzt. Jetzt bietet sie zum ersten Mal Interessenten ihre Ernte an. (© Kerstin Spieker, HK)

Versmold. Auf rund 560 Hektar Fläche wurden 2016 in Deutschland Aroniabeeren angebaut – vor allem in Sachsen, Brandenburg und Bayern. In diesem Jahr wird die Aroniabeere nun auch in Ostwestfalen geerntet, in Versmold an der Aabachstraße.

9000 Pflanzen setzte Bärbel Schulz auf drei Hektar Fläche. Insgesamt gehören zu ihrem elterlichen Hof fünf Hektar. „Und weil wir mit Landwirtschaft eigentlich nicht so viel zu tun haben, haben mein Mann und ich nach etwas gesucht, das sich auf unserer Fläche gut anbauen lässt", erzählt Bärbel Schulz. Die Wahl fiel auf die Schwarze Apfelbeere, bekannt auch als Aronia. Die Büsche gelten als besonders anspruchslos. „Das kam uns sehr entgegen, denn unsere Fläche ist an der einen Stelle extrem trocken und an der anderen ebenso extrem sumpfig."

Die ersten 1500 Pflanzen setzten Bärbel Schulz und ihr Mann binnen einer Woche im Oktober 2015 von Hand. „So kamen wir aber nicht wirklich zum Ziel", erinnert sie sich. Mit professioneller Unterstützung waren die letzten Pflänzchen dann bis zum Mai 2016 in der Erde. Die erste Ernte brachte Bärbel Schulz nicht ein. „Obwohl sich durchaus Beeren gebildet hatten." Das soll in diesem Jahr anders werden.

Von Freitag, 25. August, bis Sonntag, 27. August, von 10 bis 18 Uhr öffnet Bärbel Schulz ihre Plantage an der Aabachstraße 9 zum Selberpflücken für Aronia-Fans. „Da sollte man die Handschuhe nicht vergessen", rät sie. Die intensive rote Färbung durch die Beeren wird vielfach sogar als Ersatz für Lebensmittelfarbe verwendet. „Das geht so schnell nicht ab!"

Geliefert wurden die Jungpflanzen aus Coswig in der Nähe von Dresden. Dorthin plant Bärbel Schulz in den kommenden Jahren ihre Ernte auch zu verkaufen. Denn in Deutschlands Osten wird nicht nur angebaut, sondern auch verarbeitet, wenn es um die Aroniabeere geht. Mit steigender Tendenz. Um 41 Prozent wuchs die Anbaufläche von 2015 auf 2016.

Experimente mit der schwarzen Beere

Ursprünglich stammt sie aus Kanada und dem östlichen Teil der USA. Von dort aus trat die Aronia ihren Siegeszug über Russland, Polen und in Deutschlands Osten an. Getrocknet als eine Art Rosine oder als Saft findet die Aronia Anwendung. Vielfältige Heilwirkung wird der süß-säuerlich-herb schmeckenden Beere zugesprochen. Neben dem hohen Vitamingehalt spricht vor allem ihre antioxidative Wirkung für die Beere.

Bärbel Schulz experimentiert inzwischen eifrig herum und hat sich auch ein Kochbuch zur Nutzung der Schwarzen Apfelbeere zugelegt. Ihr Versuch, einen Fruchtaufstrich fürs Brot zu produzieren, überzeugte sie noch nicht. „Da werde ich wohl noch etwas üben müssen."

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