ISEK: Drei Pläne für Innenstadtumgestaltung überzeugen

Zwölf Büros aus ganz Deutschland reichten ihre Beiträge ein

Tasja Klusmeyer

Ganz neues Ambiente: Der Platz vor dem Rathaus erführe bei Umsetzung der Pläne wohl die deutlichste Veränderung. Ein Wasserelement, der Wegfall der Stufen und eine Öffnung sind vorgesehen. ?Fotos: DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG - © DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG
Ganz neues Ambiente: Der Platz vor dem Rathaus erführe bei Umsetzung der Pläne wohl die deutlichste Veränderung. Ein Wasserelement, der Wegfall der Stufen und eine Öffnung sind vorgesehen. ?Fotos: DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG (© DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG)
Pläne für das Versmolder Zentrum - © DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG
Pläne für das Versmolder Zentrum (© DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG)

Versmold. Der freiraumplanerische Realisierungswettbewerb ist wichtiger Bestandteil des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK). 15 Büros für Landschaftsarchitektur waren von der Stadt aufgefordert worden, sich Gedanken über die Versmolder Innenstadt zu machen. Konkret ging es um die Plätze am Rathaus, am Brunnen und vor der Kirche sowie die verkehrliche Innenstadtachse dazwischen.

Zwölf Büros aus ganz Deutschland reichten ihre Beiträge tatsächlich ein. Am Dienstag saßen die stimmberechtigten und beratenden Mitglieder des Preisgerichts den ganzen Tag über zusammen, um sich ihre Meinung zu den zunächst anonymisierten Vorschlägen zu bilden. Einstimmig fiel die Entscheidung am Ende zugunsten des Büros »Förder Landschaftsarchitekten« aus Essen aus.

Die Idee, ein Kirschblütenband durch die Innenstadt als verbindendes Element zu ziehen, sagte dem Gremium zu. Vor allem aber überzeugte der Vorschlag für den Bereich vor dem Rathaus, der – sollte es zur Umsetzung kommen – deutlich aufgewertet würde. Die Öffnung zum Straßenraum hin, die Abschaffung der vorhandenen Ebenen, Sitzstufen und ein Wasserelement sollen für Aufenthaltsqualität sorgen.

Aus Berlin stammt der zweite Preisträger. Landschaftsarchitekt Stefan Bernard und sein Team griffen für den Rathausplatz die vorhandenen Strukturen auf und entwarfen dort einen Bürgerhain. Analog dazu würde es einen Kirchenhain mit gesteigerter Aufenthaltsqualität geben. Die Ideen für den Marktplatz: komplett neues Pflaster und neuer Brunnen am neuen Standort. Ein Thema, auf das man in Versmold durchaus sensibel reagieren könnte.

Der Drittplatzierte, das Herforder Büro »Kortemeier und Brokmann«, machte insbesondere durch eine auffällige Gestaltung der Münsterstraße auf sich aufmerksam, konnte aber mit seinen Plänen für den Rathausplatz zu dicht am Ist-Zustand nicht punkten.

Die drei Preisträger erhalten für ihre Konzepte 14000, 7500 und 4500 Euro Preisgeld (netto) und bleiben damit im Rennen um die Auftragsvergabe. Zeitnah werden sie Gelegenheit bekommen, ihre Entwürfe der Politik vorzustellen. Die entscheidet letztlich auf Grundlage der Platzierung sowie weiterer vorgegebener Faktoren, welcher Plan Basis der Innenstadtgestaltung sein wird.

„Über jede Maßnahme wird dann noch einmal einzeln entschieden", betont Bürgermeister Michael Meyer-Hermann. Als Erstes wird im kommenden Jahr der Rathausplatz in Angriff genommen. Der Förderantrag – es gibt 60 Prozent Zuschuss von Land und Bund – dafür muss im Herbst gestellt werden.

Einbahnstraße ist eine Option

Künftig könnte die Mauer am Kirchplatz wegfallen und die Münsterstraße zwischen Rathaus und Marktplatz zur Einbahnstraße werden. Diese gestalterische Freiheit jedenfalls ließ die Stadt den Fachplanern und viele brachten genau das zu Papier. „Denkbar ist vieles, ob es umsetzbar ist, ist eine andere Frage", sagt Bürgermeister Meyer-Herman dazu. Es werden weitere intensive Diskussionen zum ISEK folgen, so viel ist sicher.

Ab Montag werden die Vorschläge zur Innenstadt im Foyer des Rathauses ausgestellt und auf der Homepage der Stadt anzuschauen sein. Anregungen aus der Bevölkerung sind ausdrücklich erwünscht.

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